11.11.2014
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Daumen drücken! Es wird ernst - mit jedem Tag steigt die Spannung. Der Lander Philae soll am 12. November an einem möglichst flachen und sonnigen Plätzchen auf dem Kopf des Entleins landen (der Landeplatz wurde nach einer Insel im Nil benannt: Agilkia.) 

Bildrechte: dpa

 

Der Lander Philae muss das Kunststück autark vollbringen, dadurch steigt das Risiko enorm, da darf nichts Unvorhergesehenes eintreten, das die Software vor unlösbare Pobleme stellt. Für eine Fernsteuerung ist die Entfernung zu groß - Funksignale treffen erst mit einer Verzögerung von einer halben Stunde ein. Wenn Sie also hier in der Bodenstation in Köln erkennen: "Jetzt wird´s Zeit zum Bremsen", dann wäre Philae längst unsanft aufgeschlagen. Auch nach einer glücklichen Landung bleiben Unwägbarkeiten. Weil die gravitative Bindung der beiden geringen Massen bei Weitem nicht ausreich, muss sich Philae im Kometen festkrallen. Gar nicht so einfach in losem Gerümpel mit der Dichte eines trockenen Schwammes.  

Das  Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bietet ab 12:25 Uhr (MEZ) einen Livestream zum historischen Moment. Gegen 17:00 Uhr (MEZ) hofft man auf eine erfolgreiche Bestätigung der Landung.  

Mann, Mann, Mann, ist das spannend...  Fortsetzung folgt...

(Josef M. Gaßner / 11. Nov. 2014)  

 

13.11.2014
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Hurra - mit zwei Hüpfern in die Grube! (Update zur Rosetta-Mission)

Wir sind gelandet - und gleich dreimal! Genau genommen um 16:33 Uhr (MEZ), um 17:26 Uhr und um 17:33 Uhr. Anscheinend hat der Lander zwei ausgedehnte Hüpfer gemacht, bevor er sich in einer Geröllmulde verkeilt hat. Manchmal darf man auch ein bisschen Dusel haben. Als nächstes schauen wir uns mal an, woraus das Geröll besteht, auf dem Philae herumgehopst ist. Ein erstes Bild gibts schon mal zu bestaunen.

Josef M. Gaßner (13.11.2014 mittags)

(Quelle: dpa/ESA/Rosetta/Philae/CIVA)

 

 

Hüpfer oder Purzelbaum? (Update zur Rosetta-Mission) 

Die gute Nachricht: Wir sind gelandet! Die schlechte: mindestens zweimal... Bereits vor dem Abkoppeln des Landers von Rosetta kam die beunruhigende Meldung, dass die Schubdüsen nicht funktionieren, die beim Festkrallen im Kometen den Rückstoss der Harpunen ausgleichen sollten. Tatsächlich hat sich das aber nicht als Problem erwiesen, weil die Automatik insgesamt versagt hat und die Harpunen gar nicht abgefeuert wurden. Gelandet ist Philae trotzdem, nur hat er vor Freude - oder vermutlich eher wegen seiner geringen Schwerkraft auf dem Kometen - noch einen Hüpfer gemacht. Wir sind also mindestens zweimal gelandet. Ein kleiner Hüpfer für eine Sonde, aber eine großes Problem für die Bodenstation der esa. Jetzt ist die Frage: Wie stabil ist die Verbindung zwischen Philae und Komet mittels Bohrer und ohne Harpunen?  

Zumindest spricht Philae mit uns - d. h. er sendet ein Piepen und Pfeifen - hoffentlich pfeift er nicht aus dem letzten Loch...

Wir müssen auch dringend klären, wie die tatsächliche Ausrichtung von Philae aussieht. War es nur ein Hüpfer oder ein Purzelbaum? Falls er eine einigermassen gute Figur macht, wird man das Risiko eingehen müssen und die Harpunen manuell abschießen. Die Entscheidung wird wohl heute noch getroffen werden. Gegen 14:oo Uhr ist eine Pressemitteilung geplant.   

Bis dahin heisst es: Gut festhalten, Philae!

Josef M. Gaßner (13.11.2014 morgens)

07.07.2015
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Die Mission "New Horizons" tritt in die heiße Phase ein. Für 14. Juli ist die größte Annäherung an den Zwergplaneten Pluto geplant. Was erwartet uns in den eisigen Tiefen unseres Sonnensystems? Josef M. Gaßner gibt einen Überblick zum bisherigen Verlauf und den Zielen der Mission.

16.11.2014
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Danke an alle Beteiligten! Was für eine atemberaubende Mission. Zehn Jahre unterwegs bis zur holprigen Landung auf dem Kometen. Der flache, sonnige Landeplatz wird verfehlt und Philae stolpert in eine schattige Mulde, in der er sich verkeilt. Fluch und Segen zugleich, immerhin ist er nicht in den Weltraum gedriftet, aber Energiegewinnung mit Hilfe der Solarsegel erscheint bis auf Weiteres unmöglich. Der Akku war auf 60 Stunden ausgelegt, damit hat der tapfere Lander noch sämtliche Daten seiner Bohrung übertragen, bevor er Samstag Nacht um 1:36 (MEZ) völlig entkräftet den letzten Peep nach Hause schickte. Optimisten hoffen darauf, dass Philae mit weiterer Annäherung des Kometen an die Sonne eine zweite Chance erhält und wieder aus seinem Schlaf erwacht. Es wird allerdings ein schmaler Grad zwischen mehr Sonnenlicht und drohendem Hitzetod. 

Matt Taylor bei der Pressekonferenz. Bildcredit: AP

Es warten noch viele Unwägbarkeiten und Überraschungen auf uns Menschen bei der Erforschung des Weltraums, von verfehlten Landeplätzen bis zur eigenwilligen Mode der Verantwortlichen in den Bodenstationen.  

Philae, bzw. Rosetta, waren ein weiterer Meilenstein. Vielen Dank an alle, die vor und hinter den Kulissen viel Zeit und Herzblut in die Mission gesteckt haben! Sehen wir ihnen nach, welche Hemden sie dabei tragen. Kleidermode kommt und geht. Aber die Neugierde ist untrennbar mit dem menschlichen Geist verbunden - das wusste bereits Aristoteles. Und sie wird auch vor dem Weltraum nicht Halt machen.

Josef M. Gaßner (16.11.2014)   

20.11.2014
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Jetzt hatten wir gedacht endlich verstanden zu haben, wie Materie in Schwarze Löcher stürzt und auf welche Weise sich dabei um diese kosmischen Abflüsse rotierende Scheiben bilden, die wir Quasare (quasi-stellar radio source) nennen - und jetzt kommt heut´ morgen das:   Link zur Publikation 

Aber der Reihe nach: Schwarze Löcher lassen jenseits des Ereignishorizonts kein Licht entkommen - deshalb nennt man sie ja "schwarz".  Wird aber etwas hineingerissen, dann gibt es eine Lichtshow erster Güte. Die Gezeitenkraft zerfetzt die Materie bereits vor dem Überschreiten des Ereignishorizonts und setzt dabei bis zu 43 Prozent der Ruhemasse in Form von Strahlung frei. Man nennt es etwas martialisch den finalen Todesschrei der Materie.

 

(Bemerkung zur Gezeitenkraft: Die Gravitation verringert sich allgemein mit dem Quadrat der Entfernung zur anziehenden Masse. Für einen Fallschirmspringer, der mit den Füßen voran auf die Erde zustürzt, bedeutet das, dass auf seine Füße eine stärkere Gravitationskraft wirkt als auf seinen Kopf. Die Füße sind eben schon eine Körperlänge näher an der anziehenden Masse – der Erde – dran. Tatsächlich bemerkt er davon nichts, weil die Kräfte, die seinen Körper zusammenhalten, viele Größenordnungen stärker sind. Je größer allerdings die Ausdehnung des einstürzenden Körpers und je schwerer die anziehende Masse ist, desto stärker wirkt diese sogenannte Gezeitenkraft. Das kann letztendlich den Körper beim Sturz in ein Schwarzes Loch extrem verformen - man spricht von Spagherttifizierung - bis hin zum Zerreißen.)

Credit: astro.caltech.edu

Die Energiefreisetzung beim Sturz in ein Schwarzes Loch lässt sich theoretisch berechnen. Für ruhende Schwarze Löcher läge die Effizienz bei 7 Prozent der Ruhemasse (10-mal höher als bei der Fusion im Innern unserer Sonne!).   

Tatsächlich liegt die beobachtete Freisetzung bei 43 Prozent der Ruhemasse des einstürzenden Körpers. Das ist ein Beleg dafür, dass sich Schwarze Löcher drehen und dadurch ihren Einfluss auf ihre Umgebung deutlich verstärken.  

Die um Quasare rotierenden Scheiben erzeugen wiederum Jets. Derartige Strömungen entlang der Drehachse entstehen immer wenn sich was dreht und Magnetfelder beteiligt sind. An den Jets lassen sich also die Drehachsen der Quasare präzise ablesen. Soweit die etablierte Theorie...

Credit: eso / M. Kornmesser

Verblüffenderweise scheint es über Milliarden Lichtjahre hinweg eine kosmische Absprache unter 93 untersuchten Quasaren zu geben, in welche Richtung sie ihre Drehachse ausrichten. Das zumindest behaupten Kollegen von der Universität Lüttich, basierend auf Beobachtungen mit dem FOS2-Instrument am Very Large Telescope (VLT) der europäischen Südsternwarte in Chile. Demnach würden sich Quasare bevorzugt senkrecht oder parallel zu den großräumigen kosmischen Filamenten ausrichten. Das klingt nicht schlimm, solange man sich nicht die Frage stellt: WARUM?

Damit wird die Theorie der Quasarentstehung neu befeuert. Fehlt womöglich noch ein wesentlicher Bestandteil? Hoffentlich ist es am Ende nicht wieder irgendwas "Dunkles"...    

Josef M. Gaßner (20.11.2014)

09.11.2015
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Das Licht ferner Welten fasziniert die Menschen seit jeher. Bereits der römische Philosoph Seneca war sich sicher: "Wenn man die Sterne nur von einem Ort aus sehen könnte, würden die Menschen nie aufhören dorthin zu reisen um sie zu sehen."
Mit der Entwicklung der Naturwissenschaften wurde aus der Faszination Methode und wir haben gelernt im Licht der Sterne zu lesen - Atome zu identifizieren, Temperatur und Bewegungen zu messen. Generationen von Wissenschaftlern entschlüsselten immer mehr Details im kosmischen Code und fügten die Erkenntnisse zu einem komplexen Weltbild zusammen. Dr. Josef M.Gaßner – Mathematiker und theoretischer Physiker - wird die Zusammenhänge möglichst anschaulich erklären – von den ersten Beobachtungen im Licht unserer Sonne, über die Analyse fremder Sterne, Atmosphären von Exoplaneten, Dunkler Materie bis hin zu aktuellen astronomischen Beobachtungen an der derzeitigen Grenze unserer Erkenntnis: Dunkler Energie, Stringtheorie und Schleifenquantengravitation.

Im Hörsaal B 0.23 (Hauptgebäude) der Hochschule Rosenheim

Hochschulstr. 1
83024 Rosenheim

Anfahrt/Lageplan

Eintritt frei

Flyer Lichtplus Rosenheim 2015

 

 

 

 

V2 A4q Astronomie

22.09.2015
Publiziert in Veranstaltungen

Für intelligente Lebewesen in diesem Universum gibt es wohl kein größeres Geheimnis als das Phänomen Leben selbst. Wir wurden in eine Welt hineingeboren, in der verschiedene Prozesse und Kräfte fein abgestimmt zu unseren Gunsten agieren – ein scheinbares konzertiertes Wohlwollen, das unsere Existenz erst ermöglicht. Mathematisch erkennen wir diese Feinabstimmung in den Naturkonstanten, die – gleich einem geheimnisvollen,kosmischen Code – so sein müssen wie sie sind, damit die Selbstorganisation toter Materie zu lebenden Organismen möglich wird.

Der Mathematiker, theoretische Physiker, Kosmologe und Grundlagenforscher - Dr. Josef M. Gaßner -wird möglichst anschaulich die Zusammenhänge erklären.

Ein Universum voller faszinierender Phänomene lädt ein zum Staunen. Originalaufnahmen verschiedener Weltraumteleskope bereiten den Weg für 90 min. Vortrag und Fragerunde.

Eintritt frei - keine Anmeldung erforderlich.

 

Science & Art Festival "Phaenomenale"

Phaeno, Wissenschaftstheater
Willy-Brandt-Platz 1
38440 Wolfsburg

www.phaeno.de

27.06.2015
Publiziert in site
 

Josef M. Gaßner - WissenschaftlerAutor

Geboren am 19. Mai 1966 in Landshut
verheiratet mit Sonja Gaßner seit 1998
private Webseite: www.Josef-Gassner.de

  • Dipl. Mathematiker (OTH Regensburg)
  • Dipl. Physiker (LMU München)
  • Promotion in theoretischer Astrophysik (LMU München)
    Dissertation der Fakultät für Physik der Ludwig-Maximilians-Universität München in Astronomie / Kosmologie: From Primordial Nucleosynthesis to the Higgs Field
  • Research-Fellow der Universitätssternwarte München
  • Grundlagenforscher, Kosmologe, Astronom, Sachbuch-Autor
  • Lehrbeauftragter der Hochschule Landshut für Naturwissenschaft, Astronomie und Kosmologie
  • Gründungsmitglied der Hilfsorganisation
    "Schritt für Schritt - Hilfe mit System e.V.", (www.wirhelfenindien.de)