23.10.2015
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Geht's auch ohne Urknall? Lichtermüdung und statisches Universum - Stand 2015

Gibt es alternative Modelle, die in der Lage sind, unsere kosmologischen Beobachtungen erfolgreich zu erklären? Kann man beispielsweise die Rotverschiebung im Hubble-Diagramm als Lichtermüdung deuten? Könnte das Universum ewig und statisch sein - oder mit einem Satz formuliert: "Geht's auch ohne Urknall?"

Im Downloadbereich finden Sie die Originalpublikation zur Widerlegung der Lichtermüdungs-Hypothese.

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  • Schwierigkeitsgrad: - Schwer
  • Dauer (min.): 44
  • Format/Stil: Josef M. Gaßner solo
  • Grundlagen: Allgemeine Relativitätstheorie
  • Kosmologie: Urknall
  • Dear Mr. Gassner,

    from the beginning I had some confusions regarding the light, which, despite the fact that I even graduated a physics college, I have not clarified to this day. There are some questions that I think no physicist can answer yet. I would love to hear a lecture from you about the puzzles of physics.

    You're the best physics teacher I know. I have never heard you saying any extra words, abusing metaphors or scholarly explanations. You always talk to the subject, with minimal consumption of means.

    The light always goes on the freeway - it always finds the fastest way to its destination, without groping in the dark. This is how you find your way to the great ideas of physics. In addition, you radiate an contagious scientific passion. You do not narrate physics, but relive it with the intensity of an ancient tragedian. In the lecture about the formation of our planetary system you simply take us to dance around the sun. You are a true Cupid of physics, who, with his arrows soaked in the sweet poison of science, arouses the passion of young people to explore the mysteries of nature.

    The most important thing that I think you realize is that you dismiss young people's fear of mathematics, showing them how easy it is to physically interpret the complicated mathematical formulas of modern physics.

    Your lectures should be part of the school curriculum.
    Universities are a kind of informational canteens (as many have said), where everything is swallowed up unchewed and where no one has the time or the courage to question any ideas. A young man who have the head full of formulas, but has no real intuition about the physical reality behind those formulas, understands nothing. Technically speaking, that young man knows everything, but in reality he knows no more than a homo primigenius.

    „Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!” — Kant advised us in „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?" (A 481), reiterating in fact the famous poetic motto of Horace: „Einmal begonnen ist halb schon getan. Entschließ dich zur Einsicht! Fange nur an!“ (Horaz: Satiren und Episteln, übersetzt von Rudolf Helm. Artemis, Zürich/Stuttgart 1962, S. 220 f. Apud Wikipedia.)
    At this state of poetic grace (that is, of authenticity of thought), not only the poets, but also the great scholars arrive, whose discoveries are rather a work of creation than observation.

    According to my taste, the most beautiful, most dramatic and most instructive lectures of yours are those in which you show the genesis of the „laws of physics" in the mind of their discoverers - which were the experimental challenges and which were the saving ideas by which the researchers managed to build exactly those mathematical models (interpretive matrices) able to make the new experimental data intelligible. At the top of the list I would put the „Plancksches Wirkungsquantum" lecture - a true epic of modern physics.

  • Tübingen, Germany

    Sehr guter Vortrag, Herr Gaßner. Ich werde Sie in dem Buch zitieren, an dem ich gerade arbeite. Ich werde auf die folgenden Kommentare mit einigen meiner Ratlosigkeiten zum Thema Licht zurückkommen. Nun möchte ich Ihnen nur sagen, dass am Ende dieses Vortrags ein Gedicht ("Der Stern") sehr gut passen würde. Der Autor ist Mihai Eminescu (1850-1889) - ein rumänischer romantischer Dichter, der in Wien und Berlin Physik und Philosophie studiert hat.
    Der Stern

    So unermesslich ist die Ferne,
    Aus der dies Sternbild aufgetaucht,
    Dass, um den Erdball zu erreichen,
    Sein Licht Jahrtausende gebraucht.

    Vielleicht ist es seitdem erloschen
    In jenem weiten Himmelsblau,
    Wiewohl ich heut erst seine Strahlen
    Auf unsrer Erde klar erschau'.

    Denn langsam durch des Himmels Räume
    Schickt uns das Sternbild her sein Licht:
    Es war, als wir es nicht erblickten,
    Nun wir es sehen, ist es nicht!

    So auch, wenn unser Glück erstorben
    Im Dunkel der Vergangenheit,
    Dringt noch das Licht der todten Liebe
    Durch alle Weiten, alle Zeit.

    Übersetzt von Mite Kremnitz 1852-1916. Quelle: deutsche-liebeslyrik.de

  • Hi,
    erstmal Danke für den hervoragenden Beitrag. Ich habe noch viele vor mir.
    Die Grafik der Zeitdilatation erinnert mich an meine Schulzeit. Sollte man aber nicht erstmal die Entfernungen korrigieren, wenn man es schon kann? Ich gehe mal davon aus, daß die Zeiten stimmen.
    Grüße
    Thomas Rudloff

  • Düsseldorf, Germany

    Hallo Herr Gaßner,
    zunächst einmal mein höchstes Lob für Ihre Darstellungen und Erläuterungen komplexer physikalischer Zusammenhänge. Ich habe bisher nichts vergleichbares gefunden.
    Meine Frage bezieht sich auf das Video "Geht's auch ohne Urknall?...":
    Sie führen neben einigen anderen Indizien als Beleg für ein expandierendes Universum die Zeitdilatation an, die durch die Beobachtung vieler Supernovae 1A in unterschiedlicher Entfernung/Vergangenheit und dem bekannten zeitlichen Verlauf des Zerfalls Nickel-56 zu Kobal-56 zu Eisen-56 (statistisch) nachweisbar ist. Bei entfernten Ereignissen laufen diese aus unserer Perspektive schneller ab, als das direkt bei uns der Fall ist. Ursache wäre eine in dieser Entfernung/Vergangenheit geringere Expansion der Raumzeit.
    Wenn aber die Zeit dort einer geringeren Expansion unterliegt, gilt das doch auch für die 3 Dimensionen des Raums. Damit hätten doch auch alle Elementarteilchen eine geringere Ausdehnung und wären in Aussehen und Verhalten völlig inkompatibel zu unserem Periodensystem und den uns bekannten Phänomenen der Quantentheorie? Offensichtlich scheint aber auch in dieser großen Entfernung/Vergangenheit alles konform zu unseren bekannten Naturgesetzen abzulaufen.

    Herzliche Grüße, Wulf Hüsken

  • Gast - Thomas Wäscher

    Sehr geehrter Hr. Prof. Gaßner,
    zu Ihrem Vortrag:"Geht's auch ohne Urknall? Lichtermüdung und statisches Universum - Stand 2015 " möchte ich 2 Anmerkungen machen:
    1. In Min. 35:50: Sie sagen in Zusammenhang mit der Zeitdilatation (Zeitdehnung) , "...um so scheinbar kürzer verlaufen die SN1a". Tatsächlich aber erscheinen die Zeitverläufe der SN1a (in unseren Teleskopen) genau um den Faktor der Rotverschiebung k = z+1 länger. Im Rahmen der Relativitätstheorie werden alle Frequenzen (also auch im Vergleich zur Lichtfrequenz extrem langsame Vorgänge wie eine SN) um den Faktor 1+z gestreckt (ein Klavierspieler in der Nähe einer SN mit z = 1, der den Kammerton a' anschlägt und diesen mit einem Supersender auf der Trägerwelle z.B. Kurzwelle bei 6 MHz in Richtung Erde schickt, kann diesen bei uns nur bei 6MHz/(1+1) = 3 MHz empfangen und hört ihn im Radio nicht bei 440 Hz, sondern eben nur bei 220 Hz)
    Vielleicht handelt es sich aber nur um eine Verwechslung, denn es ist ja so: Tatsächlich verlaufen vor Ort die SN um den Faktor 1+z kürzer, als wir sie auf der Erde beobachten

    2. Weil man damals für alternative Ursachen der Rotverschiebung keine physikalische plausible Erklärung fand, wurden diese (leicht verächtlich) einfach "Lichtermüdung" genannt. Allerdings ist heute der Begriff vollkommen "out", da eine viel tiefere und physikalisch befriedigendere Alternative durch die ART selbst, nämlich durch das Äquivalenzprinzip, geliefert wird. Alle Effekte in einem 4-dimens. beschleunigtem System (das der Expansion) werden identisch genauso gemessen wie in einem 4-dimens. statischen Gravitationsfeld.
    Schade, dass Sie hierauf nicht eingehen.

  • Gast - Johanne Naber

    Neuenhaus, Germany

    Sehr geehrter Herr Gaßner,

    ich bin gern auf der Webite "Urknall, Weltall und das Leben" und möchte für die Arbeit allen Mitwirkenden herzlich danken. Ich habe mit Interesse und großem Vergnügen Ihre, aber auch die Beiträge von Herrn Lesch und Herrn Fischer gesehen. Dieses Video finde ich ganz besonders gelungen.

    Johanne Naber

  • Ein sehr gelungenes Video zum Thema Urknall.

  • Gast - Stefan Schmid

    Sehr geehrter Herr Gaßner,

    Danke für dieses Video!!!

    Ich schätze ja Herrn Lesch sehr hoch ein, aber wie Sie komplexe Zusammenhänge vermitteln ... Hut ab.

    Sie leben Physik, bitte machen Sie weiter so.

    Mit freundlichen Grüßen

    Stefan Schmid

  • Gast - Martin Lemperle

    Frankfurt, Germany

    Die Beiträge von Josef M. Gaßner sind Supernovae am Firmament wissenschaftlich seriöser Information und Unterhaltung. Crisp and shiny.

  • Lieber Herr Gaßner,
    Ich will hier nicht zu persönlich werden aber dieses Video ist das Beste, was ich bisher in dieser Reihe gesehen habe. Gerade das Schlusswort; die Geschichte mit dem Elefanten und der Blumenvase haben bei mir (wieder mal) ein Fenster im Verstehen geöffnet. Danke für Ihre Arbeit, ich hoffe ehrlich, dass Sie genau so viel Spaß dabei haben, diese Videos zu machen, wie ich wenn ich sie mir anschaue.
    Prost, Matze Klingner