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THEMA: Doch ein Gott??Astrophilosophie.

Doch ein Gott??Astrophilosophie. 07 Okt 2019 17:18 #58507

Ich hatte Cim Borazzos Frage zunächst rhetorisch verstanden, da er auf einer Antwort bestand, habe ich eine gegeben, die natürlich eine gewisse Provokation darstellt.

Natürlich kann es nicht das Ziel sein, Maschinen zu entwickeln, die uns ausrotten. Aber für manch andere Lebensformen dieses Planeten wäre es vielleicht ein Segen...

Dies lenkt aber vom Thema ab, denn bereits heute könnte ein fehlerhaftes Computerprogramm die Menschheit ausrotten, indem z.B. hierdurch ein nuklearer Schlagabtausch ausgelöst wird.

Hier geht es um die Frage, ob das Gehirn nichts anderes ist, als ein komplexer Computer oder es neben der materiellen Ebene eine zusätzliche gibt (Seele, Geist, Qualia, göttlicher Funke, wie auch immer man es nennen will).
Im zweiten Fall, wäre die nächste Frage, ob ein technischer Computer bei genügender Komplexität auch diese geistige Ebene entwickeln oder empfangen könnte.

Wer meint, beide Fragen sicher beantworten zu können, tut dies wohl aus weltanschaulichen Gründen, nicht aus logischen Überlegungen heraus.

Ich selbst kann die Fragen nicht beantworten, habe aber die auf bisher bekannten Fakten basierende Vermutung, daß Aussage 1 zutrifft, weil trotz intensivster Suche nie so etwas wie eine Seele entdeckt wurde und es auch aus empirischen Überlegungen heraus nicht notwendig ist, eine solche These aufzustellen. Die Welt funktioniert eben auch ohne Seelen.

Nur weil man sich über die Selbsterkenntnis wundert, führt man keine zusätzlichen Objekte in die Wirklichkeit ein, dies sollte man aus der Vergangenheit gelernt haben, in der es für jedes Feuer, jeden Wind, jeden Regen, jeden Stein und jeden Baum eigene Geister gab...

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was Du selbst als wahr erkannt hast.

Buddha

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 07 Okt 2019 18:27 #58515

Hallo Heinz Jürgen,

Hier geht es um die Frage, ob das Gehirn nichts anderes ist, als ein komplexer Computer oder es neben der materiellen Ebene eine zusätzliche gibt (Seele, Geist, Qualia, göttlicher Funke, wie auch immer man es nennen will).


Nach meinem Dafürhalten ist die zweite Ebene eine emergierte Ebene, die zwar nicht losgelöst von der materiellen Ebene existieren kann, aber dennoch eine eigene Qualität darstellt, die sich nicht auf die materielle Ebene reduzieren lässt. Aber dazu hatte ich mich hier im Thread bereits ausführlich geäußert, so dass ich das hier nicht alles noch einmal ausführen muss.

Im zweiten Fall, wäre die nächste Frage, ob ein technischer Computer bei genügender Komplexität auch diese geistige Ebene entwickeln oder empfangen könnte.


Ich vermute nein (sicher kann ich das aber nicht wissen), da das Gehirn auf Stoffwechsel basiert, technische Computer hingegen nicht.

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 07 Okt 2019 19:13 #58521

@ Heinz Jürgen
Ich kann den Beschreibungen Deines postings voll zustimmen, ab er ziehe andere Schlussfolgerungen daraus, weil ich ein anderes „Theorierahmenkonzept“ habe.
Wovon reden wir:
Wenn es bei Seele/Geist/Entelechie … (oder kurz: Seele) um einen Gegenstand ginge, dann gäbe es das nicht, wovon ich rede.
Dass man keinen Gegenstand gefunden hat, der dem entspricht, bestätigt also genau meine Sicht der Dinge. So kann sich jeder vom gleichen Sachverhalt bestätigt fühlen.

Auf der wissenschaftstheoretischen Ebene:
Wenn Seele en Ding wäre oder eine Naturkraft, könnte man herausfinden, ob es das gibt. Es ist aber kein Element der Menge der zu analysierbaren Dinge, fällt also aus dem heraus, was Wissenschaft erfassen kann. Deshalb gibt es auch keine allgemeingültigen wissenschaftlichen Aussagen darüber. Wir bewegen und in einem nicht abgesicherten Feld.
Trotzdem macht jeder und jede Aussagen dazu. Denn alle Menschen leben in einem gewissen Selbstverständnis ihrer Selbst und bewerten das eigene man-selbst-sein bzw. ordnen es irgendwie ein.
Dies gilt auch für die, die es als Illusion ansehen wie in einigen asiatischen Religionen und bei Materialisten.
Hier weiß niemand etwas im Sine von wissenschaftlichen Ergebnissen, sondern hier hat jeder bestimmte Überzeugungen – oder zumindest lebt er entsprechend.

Aus dem ergibt sich, dass es nicht darum geht, einen Gegenstand „Seele“ hinzuzufügen, sondern wie man sich als Mensch versteht.
Ich setze voraus, dass wir uns alle als ein jemand empfinden und erleben, jemand, der wahrnimmt, denkt usw.
Dies ist uns vorgegeben genauso wie die Sinneswahrnehmungen. Wir haben diese beiden Bereiche und jeder ordnet sie anders zu.
Es gibt diejenigen, die das eigene Bewusstsein als das Fundament von allem ansehen (cogito, ergo sum) und die in die Nähe des Solipsismus geraten (wie bei der KrV von Kant, wo Raum und Zeit nur transzendentale Kategorien sind und das Ding an sich zu empirischen Dass verschwindet, zu dem man gar nichts sagen kann und erst die Verstandeskategorien zaubern daraus eine gestaltetet Welt.)
Dies ist der Idealismus mit diversen Spielarten.
Dann gibt es diejenigen, die umgekehrt allein die Welt der Sinneswahrnehmungen als real ansehen und das Eigene Ich-Erleben darin aufgehen lassen.
Dies ist der Materialismus. Da gibt es nicht so eine große Bandbreite.
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Zwischen diesen beiden Extremen gibt es viele Versuche, beides miteinander zu verbinden, dies kann mit einem Dualismus geschehen, aber es gibt viele Ansätze jenseits von (materialistischem oder idealistischem) Monismus und Dualismus.
Die beiden monistischen Positionen haben den Nachteil, dass sie einen Teil von dem, was uns vorgegeben ist, nicht ernst nehmen. Sie haben den Vorteil. alles vereinheitlichen zu können, der ewige Traum einer Antwort wie 42 in einer TOE.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 08 Okt 2019 12:19 #58564

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Ich will nochmal auf Heinz Jürgens Ansatz zurückkommen. Er schlägt (sinngemäß) vor, zwischen Menschen und Maschinen keinen Unterschied zu machen, insbesondere also Maschinen gleiche Rechte einzuräumen. By the way: von gleichen Pflichten war dabei nicht die Rede :-).

Möglicherweise wird jetzt die Antwort kommen: aber nein, doch nicht alle Maschinen, selbstverständlich nur die intelligenten!

Heinz Jürgen sprach sogar von Mord, wenn man diesen mit KI gefütterten Geräten den Stecker zieht. Abgesehen davon, dass ich diesen Ansatz grundsätzlich nicht teile, stelle ich doch die Frage nach dem Übergang. Darf ich heute Abend meinen PC ausschalten oder ist das bereits Mord ? Unfug, wird man sagen, schalte deinen PC ab, der hat noch nicht die notwendige Intelligenz. Aber, so frage ich, wo ist die Grenze ? Ab welchem Stadium ihrer Entwicklung können Maschinen Anspruch auf Artenschutz und menschenwürdige Behandlung einklagen ? Müssen die Maschinen einen Aufnahmetest bestehen, ähnlich wie ein Asylbewerber, um in die Eliteklasse aufzusteigen ? Klingt fast schon nach einer Erweiterung der Diskussionen um den §218.

Alles für mich vorstellbar, aber nicht wünschenswert.

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 08 Okt 2019 12:26 #58568

Hallo Cim Borazzo,

Aber, so frage ich, wo ist die Grenze ?


Beim Leben. Eine Maschine kann ich wieder einschalten und verlorengegangene Informationen relativ unkompliziert wieder hochladen. Ein Gehirn in einem toten Körper kann ich nicht wieder reaktivieren, indem ich z.B. die Blutzirkulation und die Sauerstoffversorgung wieder anwerfe, aber damit erst eine Viertelstunde nach dem Ableben beginne.

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 08 Okt 2019 12:43 #58572

Cim Borazzo schrieb:
Aber, so frage ich, wo ist die Grenze ? Ab welchem Stadium ihrer Entwicklung können Maschinen Anspruch auf Artenschutz und menschenwürdige Behandlung einklagen ?

Ab welchem Stadium der jetzigen Entwicklung können eigentlich die Menschen in der 3. Welt Anspruch auf Artenschutz und menschenwürdige Behandlung einklagen? Vielleicht sollte man zuerst in diesem Bereich eine Grenze festlegen, bevor man sie bei KI festlegt.

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 08 Okt 2019 12:50 #58576

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Diagnostiker schrieb: Hallo Cim Borazzo,

Aber, so frage ich, wo ist die Grenze ?

Beim Leben. Eine Maschine kann ich wieder einschalten und verlorengegangene Informationen relativ unkompliziert wieder hochladen. Ein Gehirn in einem toten Körper kann ich nicht wieder reaktivieren, indem ich z.B. die Blutzirkulation und die Sauerstoffversorgung wieder anwerfe, aber damit erst eine Viertelstunde nach dem Ableben beginne.


Dann habe ich mich offensichtlich nicht klar genug ausgedrückt. Ich würde gerne hören, wie Heinz Jürgen dazu steht.

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 08 Okt 2019 12:54 #58578

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badhofer schrieb: Ab welchem Stadium der jetzigen Entwicklung können eigentlich die Menschen in der 3. Welt Anspruch auf Artenschutz und menschenwürdige Behandlung einklagen? Vielleicht sollte man zuerst in diesem Bereich eine Grenze festlegen, bevor man sie bei KI festlegt.

Meine Frage bezog sich einzig auf die Thesen von Heinz Jürgen, die ich massiv infrage stelle.

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 08 Okt 2019 13:14 #58583

Ich möchte die Frage ergänzen:
Wie ist das, wenn eine Maschine nicht mehr gefällt, eine bessere bereit steh? Darf ich dann die alte verschrotten? Ich bin ja aus Klimagründen dagegen, aber hier geht es um die ethische Frage, ob man das aus Lebensrechtsgründen darf.

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 08 Okt 2019 14:27 #58609

Also ist in diesem Fall das Empfinden relativ. Mit dem selben Ausgangspunkt und erscheint eine andere Sichtweise des gleichen Geschehens-. Dann lömnnte man in diesem Sinne auch eine Art Relativitätstherorie aufstellen.

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 08 Okt 2019 18:07 #58629

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Heinz Jürgen schrieb: Hier geht es um die Frage, ob das Gehirn nichts anderes ist, als ein komplexer Computer oder es neben der materiellen Ebene eine zusätzliche gibt (Seele, Geist, Qualia, göttlicher Funke, wie auch immer man es nennen will).
Im zweiten Fall, wäre die nächste Frage, ob ein technischer Computer bei genügender Komplexität auch diese geistige Ebene entwickeln oder empfangen könnte.
Wer meint, beide Fragen sicher beantworten zu können, tut dies wohl aus weltanschaulichen Gründen, nicht aus logischen Überlegungen heraus.


1. Versuch: weltanschaulich:
Das Gehirn ist sicher kein Computer, sondern ein extrem komplexer autopoietischer Organismus und ich meine, man sollte diese Begrifflichkeiten klar auseinanderhalten. Man muss auch nicht neben der materiellen Ebene eine zusätzliche Ebene annehmen, um die Begriffe Seele und Geist in die Diskussion einzuführen, denn es ergeben sich die prinzipiellen Unterschiede dann, wenn ich Seele als den empfindungsfähigen, selbstreflexiven, autopoietischen und selbstreferentiellen Teil des Gehirns, besser: des Gesamtorganismus Mensch (und auch der Tiere, aber das ist ein separates Problem) und Geist als den erkenntnisfähigen algorithmisch-rationalen Teil definiere. Und solange ein technischer Computer lediglich dem rationalen Teil des Menschen gleichkommt und einfach nur rechnen kann - egal wie elegant - ist und bleibt er eine bewegliche Sache! Auch wenn er so weit entwickelt ist wie Arni Schwarzenegger alias Terminator und ich mich mit ihm unterhalten kann, darf ich sogar während der Unterhaltung den Stecker ziehen, denke ich.
Nun ist aber – wir kennen die menschliche Hybris – durchaus die Möglichkeit gegeben, dass wir einen, sagen wir mal Bio-Quantencomputer mit empfindungsfähigen und selbstreflexiven, ….s.o. … Fähigkeiten entwickeln, der sich nur noch dadurch vom Menschen unterscheidet, dass er ein Artefakt ist, tja, dann haben wir ein Problem mit dem Begriff Menschenrecht - würde ich meinen.

PS: Der Begriff "Computer" müsste dann auch noch klar definiert werden, um die Begrifflichkeiten klar zu trennen

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 08 Okt 2019 23:31 #58656

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Cosma schrieb: Nun ist aber – wir kennen die menschliche Hybris – durchaus die Möglichkeit gegeben, dass wir einen, sagen wir mal Bio-Quantencomputer mit empfindungsfähigen und selbstreflexiven, ….s.o. … Fähigkeiten entwickeln, der sich nur noch dadurch vom Menschen unterscheidet, dass er ein Artefakt ist, tja, dann haben wir ein Problem mit dem Begriff Menschenrecht - würde ich meinen.

Dann hat die CDU ein neues Problem. Sie wird dann entscheiden müssen, ob sie eine Heirat zwischen dem traditionellen Vollbioprimaten und dem Bioplastosilikat aus der Fabrik als vollgültige Ehe anerkennt oder nur als eheähnliche Gemeinschaft. Wie machen die eigentlich Kinder ?

Leute, lest Euch nochmal in aller Ruhe das Märchen der Gebrüder Grimm vom Fischer und seiner Frau durch.

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 09 Okt 2019 01:43 #58659

Cim Borazzo schrieb:
Aber, so frage ich, wo ist die Grenze ? Ab welchem Stadium ihrer Entwicklung können Maschinen Anspruch auf Artenschutz und menschenwürdige Behandlung einklagen ?


Mal zur Auflockerung,
Ab dem Moment, ab dem sie über einen spontan erzählten Witz lachen können, auf jeden Fall. ;)

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 09 Okt 2019 03:48 #58662

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Hier geht es um die Frage, ob das Gehirn nichts anderes ist, als ein komplexer Computer oder es neben der materiellen Ebene eine zusätzliche gibt (Seele, Geist, Qualia, göttlicher Funke, wie auch immer man es nennen will).
Im zweiten Fall, wäre die nächste Frage, ob ein technischer Computer bei genügender Komplexität auch diese geistige Ebene entwickeln oder empfangen könnte.
Wer meint, beide Fragen sicher beantworten zu können, tut dies wohl aus weltanschaulichen Gründen, nicht aus logischen Überlegungen heraus.


2. Versuch: Logik:
Wenn man die o.a. Aussagen in folgende logische Form bringt (der technische Computer sitzt im Schädel eines Androiden)

A)
Das menschliche Gehirn ist ein komplexer Computer
Das Android Gehirn ist ein komplexer Computer
Menschliches Gehirn und Android Gehirn sind nicht unterscheidbar

B)
Das menschliche Gehirn ist ein komplexer Computer + Seele
Das Android Gehirn ist ein hinreichend komplexer Computer: + Seele
Menschliches Gehirn und Android Gehirn sind nicht unterscheidbar

C)
Das menschliche Gehirn ist ein komplexer Computer + Seele
Das Android Gehirn ist kein hinreichend komplexer Computer: - Seele
Menschliches Gehirn und Android Gehirn unterscheiden sich durch die Seele

Im Unterschied zum Versuch 1, der inhaltliche Aussagen macht und möglw. in ein juristisches Dilemma führt, mind, aber zu einer Entscheidungssituation, ist dies Ergebnis ein rein formales Ergebnis ohne inhaltliche Aussagen oder Konsequenzen, weil weder definiert ist, was die „Seele“ ist, noch was genau „hinreichend“ bedeuten soll, außer, dass es mit Seele in Verbindung gebracht wird. Für "Seele" ließe sich genauso gut "Brötchen" o.a. einsetzen Das bestätigt die Tatsache, dass die Logik kein Erkenntnis-Instrument ist, sondern nur ein Denk-Instrument ist, maW: es ist also genau umgekehrt: die Sicherheit der Antwort liegt nicht, wie H.J. meint, in der Logik, sondern gerade in der "Weltanschauung".

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 09 Okt 2019 10:38 #58667

Hallo Cosma,

Für "Seele" ließe sich genauso gut "Brötchen" o.a. einsetzen ...


Für "Seele" ließe sich aber auch "subjektives inneres Erleben" einsetzen, und dann passt es inhaltlich zu einem "hinreichend komplexen" Gehirn, ohne deshalb zugleich quantitativ angeben zu können, was man unter "hinreichend" versteht. Qualitativ ist dieses "hinreichend" so zu verstehen, dass die vorhandene Komplexität des Gehirns so beschaffen ist, dass daraus subjektives inneres Erleben emergieren kann, welches eine weitere Ebene darstellt, die aus der materiellen Ebene hervorgeht, aber nicht mit dieser identisch ist.

Menschliches Gehirn und Android Gehirn unterscheiden sich durch die Seele ...


Wenn ich für "Seele" wieder "subjektives inneres Erleben" einsetze, ergibt sich:

Menschliches Gehirn und Android Gehirn unterscheiden sich durch das Vorhandensein von subjektivem inneren Erleben.

Fraglich ist dann, wie man aus dem erkennbaren Verhalten des Androiden auf das Vorhandensein von subjektivem inneren Erleben schließen kann. Ebensogut könnten die Algorithmen im künstlichen Gehirn so programmiert sein, dass sich daraus lediglich eine Simulation entsprechend angepassten Verhaltens ergibt, ohne dass zugleich subjektives inneres Erleben vorliegen müsse.

Wir könnten also in eine Situation geraten, wo wir menschenähnliches Verhalten einer Maschine nicht mehr von menschlichem Verhalten unterscheiden können (sogenannter Turing-Test), uns aber dennoch darin täuschen bzw. irren können, wenn wir aus der Analogie auf eine wesensmäßige Identität schließen würden wie wir es üblicherweise bei zwei Menschen tun würden.

So lange wie man nicht nachweisen kann, dass eine Maschine tatsächlich auch subjektives inneres Erleben aufweist (ich vermute, man kann das nie!), fallen solche Maschinen unter das Sachenrecht und nicht unter das Personenrecht. Das heißt, wenn man so eine Maschine zerstört, kann man allenfalls wegen Sachbeschädigung belangt werden, aber nicht wegen Körperverletzung, Totschlag oder gar Mord.
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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 09 Okt 2019 20:09 #58708

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Hi Diagnostiker,
Du machst deinem Namen alle Ehre. Respekt.

Für "Seele" ließe sich aber auch "subjektives inneres Erleben" einsetzen

Darüber könnte man trefflich diskutieren, ich bin mir aber nicht sicher, ob es dem Thema /Thread gerecht wird.

Ich wollte mit meinen beiden Beiträgen nur darlegen, dass man der Thematik nicht gerecht wird, wenn man als Kriterium nur die Komplexität des Gehirns zugrundelegt und zudem noch metaphysische Begriffe wie Seele, Geist, göttlicher Funke,... die nicht definiert sind.

Deshalb im ersten Beitrag der Versuch, Seele und Geist anthropologisch zu definieren und vor allem den m.e. wichtigen Begriff der Empfindung als Kriterium (den ihr Jungs ja gerne mal vergesst ;) ) reinzubringen.

Deshalb im zweiten Beitrag der Versuch, dasselbe über die reine Logik zu formulieren, um zu zeigen, dass Logik kein Erkenntnis-Instrument ist, mit der man inhaltliche Erörterungen durchführen kann (ich hoffe, dass wird nicht als Bevormundung oder Besserwisserei aufgefasst).

Das Thema selbst finde ich extrem spannend. Ich glaube, man muss sich nur mal die SiFi-Filme von gestern anschauen um zu erahnen, was morgen auf uns zukommen kann. In Arni's Terminatorkrachern gibt es zwar viel Krawall, aber der Hintergrund ist m.e. von hochbrisanter (philosophischer) Aktualität: dass durch eben diese hohe Komplexität und Selbstorganisation der Maschinen diese durchaus unkontrollierbar werden könnten. Analoges gilt für "Matrix" oder "The 13th Floor"),

Bei dem unglaublich extremen physikalischen, chemischen und biologischen Gefahren- und Zerstörungspotential, dass mittlerweile auf diesem Planeten angehäuft wurde, macht mir das schon manchmal Angst, zumal wir Menschen bei komplexen Vorgängen mit mehr als 3 Variablen schlicht überfordert sind ....

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 12 Okt 2019 21:06 #58888

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Verständnislosigkeit und Motivsuche

Brooder schrieb: Der kleine aber feine Unterschied zwischen gelerntem Wissen und dem Verstehen durch Erfahrung,


Aha, also verstehen die Tiere die Welt an sich. (denn sie haben auch Qualia) Köstlich.

Verstehen kann nur der Verstand, das Denken!
Nur dadurch können Prozesse (es sind alles Prozesse, Dinge gibt es quasi gar nicht, das ist eben eine Konstruktion der Qualia) verstanden werden!
Das andere ist Erleben.
Mary sieht (erlebt) die Farben, ich schmecke (erlebe) den Tee etc, objektiv verstehen kann man dadurch gar nichts, man findet nur heraus ob das Gut oder Schlecht (3D-Beurteilung) für einen ist ... (rein subjektive Erkenntnis)

Die Qualia ist eine evolutionär entstandene 'komprimierte' (quasi X-beliebige -> siehe Fledermaus) Konstruktion einer Realität wobei der Anspruch an die 'Rekonstruktionsgenauigkeit' eben nur die Tauglichkeit zum Überleben in unserem Mesokosmos war! (<- sog. Viabilität) (evolutionäre Erkenntnistheorie)

Bis zur Einschätzung/Beschreibung dieser Qualia (sie ist eben 'irgendwie') ist der Konstruktivismus richtig.

Wird diese Beliebigkeit, wie von den Konstruktivisten, auch auf die physikalistische Beschreibung der Welt angewendet, sind wir bei einer neuen Variante des subjektiven Idealismus.
Das sehe ich jedenfalls so, und bspw. Möller im Philolex sieht das auch so ...

(danach sucht natürlich das opportunistische Individuum immer wieder ! -> Ziel: Legitimation von Willkür durch Leugnung objektiven Wissens, Lebensraumübernutzung ... )

Hinweis:

Zwischen Qualia (3D-Kognition; Dingkognition) und Physikalismus (4D-Kognition; Prozesskognition) besteht eine unüberbrückbare kognitive Differenz.
Metaphern versuchen hier Brücke zu sein, und hinken dabei immer notwendig. (nützlich sind sie trotzdem)

(geht auch bissl in Richtung ontologische Differenz Heidegger , oder Beschreibung von F.Engels zwischen Alltagsbetrachtung (sog. gesunder Menschenverstand) und dialektischer Weltbetrachtung
-> Dialektik versucht Prozessarchetypen zur Prozessbeschreibung heranzuziehen, wie N.d.N; Umschlagen von Quantität in Qualität etc ...)


mvg Philzer

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Es gibt keine richtige Philosophie in der falschen

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 13 Okt 2019 12:28 #58898

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Der eindimensionale Mensch (Marcuse)

Scherz

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Doch ein Gott??Astrophilosophie. 13 Okt 2019 22:44 #58917

Das Mary-Gedanken-Experiment zeigt, dass reines Wissen nicht alles in der Welt erfasst.
Vernunft kommt von vernehmen. Ohne die Sinneswahrnehmung ist die Vernunft nichts.
Und Wahrnehmung ist ohne Qualia keine Wahrnehmung. Schon allein die Unterscheidung zwischen visueller, haptischer, auditiver, geschmacklicher, olfaktorischer, Gleichgewichts- und anderer Wahrnehmung, was eine Sache der Qualia ist, ist nötig, um von Wahrnehmung zu sprechen.
Schon der Verstand sagt einem, dass der Verstand ohne die Qualia nicht zu haben ist.
Welches Weltverständnis hat ein von Anfang an tauber, blinder, Geruchs- und Geschmacksloser mit empfindungsloser Haut? Da haben vermutlich einige Tiere ein mehr differenziertes Weltverständnis.
Es geht nicht um ein Weltverständnis ohne Verstand vs. ohne Qualia. Sondern um die Frage, ob ein Unterschied besteht, wenn man die Welt der Qualia wegnimmt. Deine Unterstellungen gehen deshalb ins Leere.
Natürlich muss man gegen den irrationalen Gnostizismus der Aufklärung anstinken, die den Menschen als Verstandeswesen ansieht, was voraussetzt, dass man seinen Opportunismus verlässt.
Die Qualia sind auch nicht evolutionär entstanden, sondern umgekehrt setzt die Evolution Wahrnehmung voraus, sie gab es von der ersten lebendigen Zelle an.
Dass dadurch jegliches objektives Wissen geleugnet wird, ist hanebüchener Unsinn.
Erlebt werden immer Prozesse, erst die Vernunft macht daraus sprachlich Dinge. Die Aufteilung von Ding- und Prozesskognition auf Erleben und Verstand ist reine Willkür. Siond Sprachen, die eine Welle als ein Ding erfassen, anders aufgestellt als die, die das grammatisch als Prozess einordnen?
Natürlich gibt es in der Philosophie-Geschichte solche Spinner, zB, wenn die Vernunft als ein reales Ding angesehen wird oder die Instanzen bei Freud. Da werden modellhafte metaphorische Beschreibungen mit der Realität verwechselt.
Dieser Irrationalismus will die Welt nicht wahrnehmen, sondern nur erdenken, erspintisieren.
Ihm geht es nicht um das Leben, sondern um Recht zu haben.
So ist der Umschlag von Quantität in Qualität totaler Nonsens, da Quantität ein Teilbereich der Qualität ist. Das fängt bei der Anzahl der Protonen in einem Atomkern an und hört beim quantitativen Mischverhältnis zweier Farben nicht auf. Wenn man das negiert, negiert man qualitative Unterschiede überhaupt, es bleiben höchstens die vier Grundkräfte übrig, aber da kann man dann auf eine TOE hoffen, die das auch noch eliminiert.
Aber wer Qualia als Epiphänomen abtut, für den verschwindet die Welt in einer 42, bzw. in irgendeinem Modell.
Physikalismus ist eine Weltanschauung. Wieso wird so eine Ideologie mit 4D gleichgesetzt? Dahinter steckt die Mär, dass sonst nirgendwo der Faktor Zeit vorkommt. Wieso eine Anschauung, dass die Welt mit zeitlos gültigen Formeln zu beschreiben ist, als 4D gilt, ist schon witzig.
Meta-Überlegung: ich kann nur mit solchen Ironischen Repliken die Willkürlichkeit so eines geschlossenen Systems aufdecken.
Da ist ja viel Richtiges dabei. Und zum Glück ist niemand so konsequent, dass er reinen Physikalismus durchhält. Denn jeder ist ein Lebewesen in einem sozialen Gefüge, niemand steht außerhalb von Qualia, Erlebnis, Geschichtlichkeit. Niemand hat zeitlose Wahrheiten. Wahrheiten sind unaufhörlich zeitlich.
Es gibt viele Brücken, noch mehr sind zu bauen. Niemand ist 4D, niemand 3D, es gibt keine unüberbrückbare Differenz. Erst recht kann eine bestimmte Weltanschauung 4D für sich reklamieren und allen anderen 3D vorwerfen.
Physik ist ein sehr erfolgreicher methodischer Zugang zur Welt. Das kann man gar nicht hoch genug ansetzen, das erleben wir im Alltag durch die Allgegenwärtigkeit von Maschinen.
Aber dies zu verabsolutieren, als ob es nichts Anders gäbe: Das ist eine Weltanschauung.
Es gibt sicher Gründe, diese Weltanschauung zu haben.
Es gibt auch unvereinbare Positionen. Aber trotzdem gibt es Brücken zueinander. Man kann nicht schwarz weiß in gut und böse, Opportunist und 4D, Weltvernutzer und Wissenschaftler einteilen.
Es gibt immer inhaltliche Überschneidungen. Die kommen nicht in den Fokus, weil man die Unterschiede diskutiert.
Wenn man nicht einer Meinung ist, heißt das nicht, dass man gleich das exakte Gegenteil meint. Manchmal liegt man nur Nuancen auseinander.

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