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quantenradierer 06 10. 2020 19:56 #77398

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ra-raisch schrieb:

DonDok schrieb: stellt sich die Frage wieso bei dem Doppelspaltexperiment dann nicht auch ein einspalt-Muster erzeugt wird in dem wieder die überlagerten Bilder D3 und D4 mit D1 und D2 zu dem einspalt-Muster führen.... also schon eine Interferenz, aber eben auch zusätzlich die Photon-Weg-A-Einspalt- und Photon-Weg-B-Einspalt-Muster

Es liegt an dem Kristall. Er verursacht die zufällige Polarisation sowie einen Phasensprung. Wenn man den Phasensprung verdoppelt bzw bei den unveränderten Photonen hinzufügt, müßte es ein normales Doppelspaltexperiment werden, nebst zufälliger Polarisierung, also nur teilweiser Interferenz.

Das denke ich nicht. Ein bloßes Herumspielen an der Phase sollte nicht genügen (Aufhebung der Verschränkung ist schon notwenig).

Obwohl ...
... verschiedene Polarisierung mit PS wäre ja eine Messung d.h. eine Aufhebung der Verschränkung ... und diese verschiedene Polarisation könnte man dann ja wieder 'ausradieren' ...

Das könnte ;-) Unsinn gewesen sein.

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quantenradierer 06 10. 2020 20:03 #77399

DonDok schrieb: Gibts eine Möglichkeit die Phase wieder in Einklang zu bringen, sodass man resultierend einen Phasensprung hat der einem "kein Phasensprung" gleich kommt? Also so, dass jedes Photon wieder stets mit sich selbst interferiert und dauerhaft nur das interferenzmuster ensteht bei D1 und D2.

Wie sollte das Idler-Photon mit sich selbst interferrieren können? Es kann ja jeweils nur einen Weg nehmen, nicht zwei wie dafür notwendig wären.

(davon ausgehend das immer entweder Spalt A oder Spalt B ein Paar erzeugt aber niemals beide gleichzeitig -- was ja eine Verletzung der Energieerhaltung wäre).

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quantenradierer 06 10. 2020 20:19 #77401

DonDok schrieb: Es gibt ja nur die drei Möglichkeiten: 1. Spalt A, 2. Spalt B oder 3. Spalt A&B=Interferenz

Es gäbe auch noch die Möglichkeit das das Idler Photon bereits die Information mit sich trägt wie es sich an den Beamsplittern verhalten wird.
Was wir sehen ist ja eine Korrelation des Ortes (Winkel und Weglänge) des Signal-Photons mit der Detektion D1 oder D2...
(ich muss dabei ständig an die drehenden Pfeile von Josef denken...)

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quantenradierer 06 10. 2020 22:06 #77409

Also gut, ich denke die Tatsache dass wir uns alle den Kopf darüber zerbrechen was wirklich passieren müsste und keiner sich so absolut sicher zu sein scheint bei den Details spricht dafür dass man den Quantum Choice Eraser nochmal genauer untersuchen sollte... Wie wär's, ich habs ja schon angesprochen, wir sammeln hier alle möglichen Optionen die man sich mal anschauen sollte (was wir ja grade eh schon machen) und ich such mir einen Doktorvater und untersuch das alles dann in den kommenden Jahren experimentell. Wenn jemand von euch jemanden kennt der jemanden kennt der jemanden kennt der Professor in Physik ist und der sich bereit erklären würde mir den Doktorvater für die Sache zu machen, wär ich dankbar wenn mir dieser jemand den Kontakt aufbauen würde :) Ansonsten geh ich ans KIT, da wollt ich eh hin und die haben einen Delayed Quantum Choice Eraser als Aufbau soweit mir das bekannt ist, vielleicht findet sich spätestens dort ein Professor der mir den Doktorvater für die Sache macht.
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quantenradierer 06 10. 2020 22:46 #77411

Vor der Doktorarbeit kommt die umfassende Recherche, ich denke schon, dass das irgendwo besser beschrieben ist.

Aber diese Experimentreihe würde mich auch reizen....da gibt es so viele Fragen....

Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗

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quantenradierer 06 10. 2020 22:57 #77413

Naja Recherche... ich recherchier dazu schon ein paar Jahre (insbesondere bezüglich der Frage was passiert wenn man die Spiegel BSa und BSb rausnimmt aus dem Experiment) und hab dazu noch nichts gefunden. Deshalb bin ich ja überhaupt erst hier in das Forum gekommen, weil ich mir erhofft hatte wenigstens hier die Antworten dazu zu finden - um ehrlich zu sein kann ich mir ja immer noch nicht vorstellen dass dieses Experiment noch "so wenig" untersucht ist und immer noch so viele Fragen offen sind - wo es doch so ein elementares und interessantes Experiment ist und es allerhand "falsche" populärwissenschaftliche Veröffentlichungen dazu gibt - das Experiment dürfte allein deshalb ja wohl schon den meisten Physikern und Physikprofessoren bekannt sein und so dachte ich es müsste schon längst so tiefgreifend erforscht worden sein dass ich bloß hier in dem Forum mal nachfragen müsste und irgendwer von euch haut mir dann die Experimente um die Ohren nach denen ich suche... hat... leider nicht so geklappt wie ich mir das erhofft hatte.
Natürlich werd ich aber dann vorher noch weiter Recherchieren - ich hab ja noch ca. ein Jahr bis ich mich auf irgendeinen Doktor festlegen müsste (entweder Quantenphysik oder Astrophysik, das sind die Themen die mich echt am meisten interessieren). In dem Zug werd ich sicher Vorgespräche mit Professoren oder Studiengangsleitern haben und da werd ich dann auch mal diese Thematik ansprechen, vielleicht hat ja jemand der direkt mit dem Experiment zu tun hat da noch weitere Informationen die im Internet nicht so leicht zugänglich sind oder gar nicht erst dort veröffentlicht wurden. Mal sehn.

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quantenradierer 06 10. 2020 23:23 #77414

Hast Du sowas versucht
arxiv.org/search/?query=quantum+eraser&s...pe=all&source=header
287 results for all: quantum eraser

Und schon ein interessanter Fund
arxiv.org/pdf/1905.03137 Authors: R. E. Kastner
Abstract: It is demonstrated that 'quantum eraser' (QE) experiments do not erase any information. Nor do they demonstrate retrocausation or 'temporal nonlocality' in their 'delayed choice' form, beyond standard EPR correlations. It is shown that the erroneous erasur… ▽ More

arxiv.org/pdf/2010.00049
The Vienna Delayed-Choice Quantum Eraser Leaves No Choice
Authors: Tabish Qureshi

Das hatte ich ja schon
arxiv.org/pdf/1908.03920.pdf
Demystifying the Delayed-Choice Quantum Eraser
Authors: Tabish Qureshi

arxiv.org/pdf/1907.05990
Authors: Dominik Šafránek
Abstract: …one-particle interference and correlations are complementary. Better visible interference pattern leads to worse correlations and vice versa. Then, using knowledge gained from Quantum Eraser and Delayed Choice experiments we prove there is not an objective reality in a sense of Einstein, Podolsky and Rosen. Furthermore… ▽ More

arxiv.org/ftp/quant-ph/papers/0303/0303036.pdf
A logical interpretation of a delayed-choice, quantum eraser experiment
Authors: William Sellers
The experiment is set up so that if the detection is at:
D1: it could have been triggered by either photon 2A or photon 2B
D2: it could have been triggered by either photon 2A or photon 2B
D3: it could only have been triggered by photon 2B
D4: it could only have been triggered by photon 2A

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quantenradierer 07 10. 2020 07:16 #77427

ra-raisch schrieb: arxiv.org/pdf/1907.05990
Authors: Dominik Šafránek
Abstract: …one-particle interference and correlations are complementary. Better visible interference pattern leads to worse correlations and vice versa. Then, using knowledge gained from Quantum Eraser and Delayed Choice experiments we prove there is not an objective reality in a sense of Einstein, Podolsky and Rosen. Furthermore… ▽ More


Das Paper ist wirklich gut, das Free-Will-Experiment ist ja im Prinzip das was ich vorgeschlagen hatte mit den Spiegeln weg nehmen.
Die andren Papers hab ich mir jetzt noch nicht so genau durchgelesen, dafür hatte ich noch keine Zeit und das Paper mit dem Free-Will-Experiment hatte einfach den Vorteil das Experiment als Schaubild dargestellt zu haben wodurch es gleich ins Auge gesprungen ist.

Soweit ich das bis jetzt verstanden habe, kann man anhand des Patterns von D0 nicht erkennen, ob der Experimenter drücken wird oder nicht, weil in beiden Fällen das selbe einspalt-Muster an D0 entstehen würde und man nur anhand der Information ob er gedrückt hatte oder nicht dann das interference-Pattern rausfiltern kann falls er gedrückt hatte.
Das heißt also man kann die Zukunft nicht anhand von D0 vorhersagen, weil man den Unterschied aus dem Einspalt-Muster nicht extrahieren kann.
Was ich mich jetzt frage ist: Man kann zwar den Unterschied nicht extrahieren ohne die Zusatzinformation des Experimenters, aber die Variante wie das Pattern an D0 entsteht könnte doch trotzdem davon abhängig sein was der Experimenter später macht, oder nicht? Wir könnten das zwar nicht messen dass es davon abhängig war, aber es könnte doch trotzdem davon abhängig sein auch wenn wir das nicht messen können? Sprich es könnte doch trotzdem für das Photon die Kausalität rückwärts in der Zeit führen, bloß wir können es nicht messen.

Ich werd mir das Paper wohl mehrfach durchlesen müssen wenn ich mal Zeit hab, vielleicht find ich an anderer Stelle im Paper noch die Antwort auf diese gerade gestellten Fragen in einem der anderen etwas abgewandelten Experimente die da drin beschrieben werden.

Danke für deine Bemühungen :)

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quantenradierer 07 10. 2020 10:04 #77435

DonDok schrieb: davon abhängig sein was der Experimenter später macht, oder nicht

Das ist reine Interpretationsfrage, aber man kann sowieso nur dann von "vorher" sprechen, wenn die Ereignisse zeitartig sind, also nah genug beieinander.

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob mich die Bellsche Ungleichung überzeugt, denn die Sinusform der Wahrscheinlichkeit ist eine Frage der Messmethode und nicht der Eigenschaft, und die wiederholte Messung zeigt die Veränderung der Eigenschaft durch die Messung. Auch beim Spin der Elektronen habe ich nie verstanden, was am Ergebnis (Stern-Gerlach) erstaunlich sein soll, da sich die Achsen natürlich im Feld sofort ausrichten wie Kompassnadeln. Je schwerer die Teilchen sind, desto länglicher wird nur der Fleck sein, entsprechend der Trägheit sich auszurichten.

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quantenradierer 07 10. 2020 10:22 #77436

ra-raisch schrieb:

DonDok schrieb: davon abhängig sein was der Experimenter später macht, oder nicht

Das ist reine Interpretationsfrage, aber man kann sowieso nur dann von "vorher" sprechen, wenn die Ereignisse zeitartig sind, also nah genug beieinander.

Ich bin mir nicht mehr sicher, ob mich die Bellsche Ungleichung überzeugt, denn die Sinusform der Wahrscheinlichkeit ist eine Frage der Messmethode und nicht der Eigenschaft, und die wiederholte Messung zeigt die Veränderung der Eigenschaft durch die Messung. Auch beim Spin der Elektronen habe ich nie verstanden, was am Ergebnis (Stern-Gerlach) erstaunlich sein soll, da sich die Achsen natürlich im Feld sofort ausrichten wie Kompassnadeln. Je schwerer die Teilchen sind, desto länglicher wird nur der Fleck sein, entsprechend der Trägheit sich auszurichten.


Die Bellsche Ungleichung da steht auf Wikipedia: "Stattdessen versucht man, den Zeitpunkt, zu dem diese Vorherbestimmung stattgefunden haben müsste, immer weiter hinauszuschieben. Die bisher erreichte Grenze liegt bei 7,8 Milliarden Jahren"
Na das is interessant, heißt das also dass es sein kann dass alles vorherbestimmt ist und deswegen - übertragen auf den Quantenradierer - die Photonen wissen könnten was später passieren wird? Weil es längst vorherbestimmt war? Wie kommt diese Grenze zustande, das klingt als wäre diese Vorherbestimmung tatsächlich real?

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quantenradierer 07 10. 2020 10:34 #77437

DonDok schrieb: das klingt als wäre diese Vorherbestimmung tatsächlich real?

Das klingt so, aber:
Wenn zwei Messungen stattfinden und eine die andere festlegt, welche legt dann wohl die andere fest, wenn sie nacheinander erfolgen?
Ist es denn nicht ganz egal, welche die andere festlegt? Das Ergebnis ist so oder so rein zufällig (ohne Info unvorhersehbar).

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quantenradierer 07 10. 2020 11:48 #77441

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ra-raisch schrieb: Wenn zwei Messungen stattfinden und eine die andere festlegt, welche legt dann wohl die andere fest, wenn sie nacheinander erfolgen?
Ist es denn nicht ganz egal, welche die andere festlegt? Das Ergebnis ist so oder so rein zufällig (ohne Info unvorhersehbar).

Zusammen damit, dass die korrelierten Zustände der jeweiligen verschränkten Teilchen erst (und eben nicht irgendwie schon vorher) mit einer Messung definiert sind (und somit die verschränkten Teilchen sich eigentlich würden 'absprechen' müssen), ist das schon 'geheimnisvoll' ... eben DAS Geheimnisvolle der Verschränkung, wenn nicht gar der gesamten QM).

Diese Kröte muss man entweder schlucken ... oder sich den Nobelpreis holen (und diese 7,8 Milliarden Jahre sind nichts weiter als versuchte experimentelle Überzeugungsarbeit für diejenigen, denen letzteres nicht gelingt und ersteres dennoch nicht wollen).

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quantenradierer 07 10. 2020 12:04 #77444

Zur Gleichzeitigkeit und rückwärts in der Zeit.-
Basis des Experiments ist ja gerade der Koinzidenzschalter - und wenn der erklärt,diese beiden Ereignisse sind gleichzeitig,
gibt es keinen Sinn mehr,darüber zu sinnen,ob einer in der Zeit rückläufig war.-
Ab wann würde die Laufzeitdifferenz so groß,daß der Schalter nicht anspricht?
Nur dann kann man damit nix mehr anfangen.

Spaßeshalber könnte man ja mal 1 Minute verstreichen lassen,und dann bei D0 als gleichzeitig andienen.-

Einige sind verwundert,wie wenig erklärt das Experiment ist -
noch mehr verwundert war ich,als ich feststellte,daß es faktisch keine Untersuchung über den triple-Spalt gibt,was sich doch wirklich anbietet.Man google mal..

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quantenradierer 07 10. 2020 12:05 #77445

wm schrieb: Diese Kröte muss man entweder schlucken ... oder sich den Nobelpreis holen

Es ist dasselbe Problem wie bei einer einzigen Welle. Wieso weiß die Welle in großer Entfernung, dass das Teilchen bereits woanders gefunden wurde?
Aber die Welle weiß gar nichts, sie gibt nur die Wahrscheinlichkeit an. Das Teilchen sucht sich den Ort selber aus, allerdings nur einen Ort, an dem eine (mögliche) Wechselwirkung (Messung) lauert.

Vielleicht ist es ja doch eher eine Zeitfrage. Das Teilchen materialisiert am wahrscheinlichsten Ort der Messungen. Die Zeitdauer bestimmt sich dabei nach dem erzeugenden Ursprungssystem. Man muss nur nahe genug am Ursprung oft genug messen, dann fängt man das Photon am besten. Also einen gechlossenen Schirm anbringen und siehe da, alle Photonen werden schnell gemessen, nichts entkommt in die Weiten des Universums.

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quantenradierer 07 10. 2020 13:11 #77448

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schlobies schrieb: Zur Gleichzeitigkeit und rückwärts in der Zeit.-
Basis des Experiments ist ja gerade der Koinzidenzschalter - und wenn der erklärt,diese beiden Ereignisse sind gleichzeitig,
gibt es keinen Sinn mehr,darüber zu sinnen,ob einer in der Zeit rückläufig war.

Der Witz des Experiments ist ja gerade, dass die Messungen eben NICHT gleichzeitig (delayed!) erfolgen. Und die Notwendigkeit einer Koinzidenzmessung (sozusagen die Messung der Zugehörigkeit von signal- und idler-Photon - unter Berücksichtigung der verschiedenen Laufzeiten) ist praktischer und nicht theoretischer Natur.

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quantenradierer 07 10. 2020 19:39 #77464

arxiv.org/pdf/1907.05990.pdf verlinkt auf arxiv.org/ftp/arxiv/papers/1203/1203.4834.pdf "Experimental delayed -choice entanglement swapping"

Wer meint das delayed choice experiment sei ne harte nuss sollte sich letzteres ansehen.

Aus dem Intro:
"Motivated by the question, which kind of physical interactions and processes are needed for the production of quantum entanglement, Peres has put forward the radical idea of delayed -choice entanglement swapping.
There, entanglement can be “produced a posteriori, after the entangled particles have been measured and may no longer exist.”

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quantenradierer 06 01. 2021 05:26 #80522

Hallo wiedermal,

Ich hab mich jetzt mal ein bisschen mehr mit der Bellschen Ungleichung und den dazugehörigen Experimenten befasst und mir ist eine Frage hängen geblieben auf die ich jetz auf die Schnelle keine Antwort ergooglen konnte:
Verliert ein verschränktes Photon beim Durchtreten eines Polarisationsfilters eigentlich die Verschränkung bezüglich Polarisationsrichtung?
Ich stelle mir das so vor: Da sind zwei verschränkte Photonen, das eine geht durch einen vertikalen Polarisationsfilter und das andre etwas später durch einen 60° verdrehten Polarisationsfilter. Ist danach das andre Photon in der Polarisation gedreht, oder wäre es weiterhin vertikal polarisiert? Also wenn man beim zweiten Photon einen weiteren Polarisationsfilter hinten anbringt mit der gleichen Ausrichtung wie der 60° Polarisationsfilter, würde dann das Photon mit der Wahrscheinlichkeit durchgehen die sich durch die vertikale Polarisation ergeben hatte, oder wäre es dann in 60° polarisiert und würde dann beim nächsten Polarisationsfilter mit der Wahrscheinlichkeit 100% durchgehen?

Danke im Vorraus für die Antworten.

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quantenradierer 06 01. 2021 10:37 #80527

Jede Messung erzeugt eine Veränderung. Das hat nichts unmittelbar mit der Verschränkung zu tun.

Wenn die letzte Messung "schräg" war, dann ist das Photon schräg polarisiert, das hindurchgeht.

Aber natürlich wurde die Verschränkung bereits durch die erste Messung beendet. Das erste Photon bleibt vertikal polarisiert, egal wie man das zweite behandelt.

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quantenradierer 07 01. 2021 14:01 #80589

Merilix schrieb: arxiv.org/pdf/1907.05990.pdf verlinkt auf arxiv.org/ftp/arxiv/papers/1203/1203.4834.pdf "Experimental delayed -choice entanglement swapping"

Wer meint das delayed choice experiment sei ne harte nuss sollte sich letzteres ansehen.

Aus dem Intro:
"Motivated by the question, which kind of physical interactions and processes are needed for the production of quantum entanglement, Peres has put forward the radical idea of delayed -choice entanglement swapping.
There, entanglement can be “produced a posteriori, after the entangled particles have been measured and may no longer exist.”

Wow, starkes Stück. Solche Delayed-Choice-Experimente zeigen, dass die Zeit in der QM keine Dimension ist wie in der ART. Sie ist schlicht unnötig für die Quantentheorie und in sofern vielleicht gar nicht real :silly:.

Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

quantenradierer 11 01. 2021 01:22 #80675

also Leute ich hab jetzt nochmal eine Frage und zwar weil ich vermute dass ich das in der Vorlesung über Quantenverschränkung und bezüglich Experimente zur Bell-Ungleichung wohl zwangsläufig falsch verstanden haben muss:
a) Das Experiment: Ein Beamsplitter erzeugt zwei verschränkte Photonen, das eine geht nach links und nach 10 cm durch einen vertikalen Polarisationsfilter und das andre geht nach rechts und nach 1m durch einen Polarisationsfilter der um den Winkel Theta zu dem ersten Filter verdreht ist.
Die Wahrscheinlichkeit für ein Photon durch den linken Filter zu gehen ist 50/50 soweit ich das verstanden hab - sagen wir es kommen 100 Photonen durch.
Die Wahrscheinlichkeit für die Photonen durch den rechten Filter ebenfalls zu gehen ist anschließend cos²(Theta) wenn ich das richtig verstanden hab. Also würden beim rechten Filter weniger Photonen durchkommen, richtig?
b) Würde man beide Polarisationsfilter auf den gleichen Winkel stellen, so würden alle 100 Photonen durch den linken gehen und da sie ja so polarisiert sind auch ebenso 100 Photonen durch den rechten und somit würde der Coincidenz-Counter auch 100 anzeigen, wobei bei a) würde der Coincidenz-Counter weniger anzeigen.
c) Würde man den Filter beim linken Pfad komplett weg nehmen, so würden die Photonen nicht die 50/50 Entscheidung links durchlaufen und somit auch nicht die Entscheidung rechts mit cos²(Theta) haben, sondern die 50/50 Entscheidung würde erst beim zweiten Filter geschehen - mit anderen Worten es würden 100 Photonen beim rechten Filter hinten dran detektiert werden (in dem Fall macht eine Messung mit Coincidenz-Counter ja eh keinen Sinn, das ist klar.)

Hab ich das richtig verstanden?
Das würde doch dann bedeuten, dass man beeinflussen kann wie viele Photonen rechts durchgehen indem man links misst? Und genau das ist es weshalb ich denke dass ich da was falsch verstanden haben muss, das würde ja bedeuten dass die Tatsache ob eine Messung durchgeführt wurde mit Überlichtgeschwindigkeit auf das andre Photon rechts übertragen werden würde und überlichtgeschwindigkeitskommunikation geht nicht? Wobei der Prof in der Vorlesung meinte dass "Spooky Action at a Distance" durchaus real zu sein scheint - aber das kann ich mir nicht vorstellen! Ich meine... ich bin immer davon ausgegangen dass es eben aufgrund von Hidden Variables so zustande kommt und jetzt hab ich mir diese Vorlesung angeschaut und zwar die Mathematik dahinter verstanden und auch verstanden wieso man argumentiert dass es eben Quantenmechanik und nicht Hidden Variables sein müsste, aber dennoch kann ich mir nicht vorstellen dass es Spooky Action at a Distance geben soll, sprich die Beeinflussung der Wahrscheinlichkeit des rechten Photons durch den angewinkelten Filter zu gehen durch das Messen des linken Photons.
Klärt mich auf, irgendwas hab ich da falsch verstanden, das geht doch nicht.

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quantenradierer 11 01. 2021 02:22 #80676

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@ DonDok

Wenn Du die Frage sozusagen etwas umformulierst - nämlich, mit welcher Wahrscheinlichkeit bei gegebener Winkeldifferenz der beiden Filter genau beide Photonen 'durchgehen' ... erscheint die (immer noch selbe) Sache weit weniger spooky.

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quantenradierer 11 01. 2021 09:29 #80679

DonDok schrieb: Also würden beim rechten Filter weniger Photonen durchkommen, richtig?

So wie Du es formulierst, ist das nicht richtig. Es kommen auch rechts 100 Photonen durch, es sind nur nicht alle die Partner derselben Photonen, die links durchkamen.

DonDok schrieb: Das würde doch dann bedeuten, dass man beeinflussen kann wie viele Photonen rechts durchgehen indem man links misst?

Deshalb geht eine "Beeinflussung" genau nicht.
Außerdem spielt die Reihenfolge der Messungen keinerlei Rolle. Es kommen immer links 100 Photonen durch und rechts ebenfalls 100 und das Verhältnis der Partner darunter entspricht immer dem Winkel der Stellung der beiden Polfilter.

DonDok schrieb: und nicht Hidden Variables sein müsste

Nach meiner Vorstellung sollte sich das Ergebnis aus dem tatsächlichen Spin ergeben, den wir ja immer nur in einer Komponente messen können.
Solange man den "Zusammenbruch" der Welle nicht erklären kann, braucht man sich allerdings keine komplexeren Gedanken machen.
Das ist und bleibt doch die Kernfrage: wieso taucht immer nur ein Photon auf, obwohl sich die Welle kugelförmig ausbreitet.

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quantenradierer 11 01. 2021 10:34 #80681

ra-raisch schrieb: So wie Du es formulierst, ist das nicht richtig. Es kommen auch rechts 100 Photonen durch, es sind nur nicht alle die Partner derselben Photonen, die links durchkamen.


Ah jetz glaub ich hab ichs:
Da gehen rechts dann mit der Wahrscheinlichkeit sin²(Theta) wieder Photonen durch die links eben nicht durchgegangen sind und somit kommt man wieder auf 100 Photonen rechts, richtig?
Also man hat die Photonen mit cos²(Theta) die durchgegangen sind plus die Photonen die mit sin²(Theta) durchgehn, womit man auf 100 kommt - und der Coincidenz-Counter sagt mir jetzt welche bei beiden durchgegangen sind und so kann man sich die rausrechnen welche mit cos²(Theta) durchgegangen waren.

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quantenradierer 11 01. 2021 11:32 #80682

Exakt.

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