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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 01 04. 2020 14:59 #66902

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Muß das Universum so groß sein wie es ist damit es uns geben kann oder wäre es kleiner auch möglich gewesen? Wenn z.B. am Beginn n nur 50% der Energie vorhanden wäre, würde es ähnlich, nur eben kleiner aussehen?

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 01 04. 2020 16:25 #66903

Wir wissen nicht, wie groß das Universum ist, ob es endlich oder unendlich groß ist.

Wenn es endlich ist, dann wäre es vermutlich geschlossen, das heißt beispielsweise als 3 dimensionalen Oberfläche einer 4-dimensionalen Kugel. Unsere Naturkonstanten sind extrem feinabgestimmt sind und müssen dies auch sein.

Wenn das Universum endlich ist und mit gleicher Größe gestartet wäre, würde eine andere Größe eine andere Ausbreitungsgeschwindigkeit bedeuten. Dies hätte dann Auswirkungen auf die Galaxienbildung und weiterer Prozesse. Daher sehe ich Veränderungen hier "gefährlich" für die Existenz von Leben.

Wenn das Universum unendlich ist, dann geht es nicht kleiner.

PS: Es gibt Spitzenphysiker, die glauben, dass die Gesamtenergie des Universums 0 ist. Seine Größe muss also nichts mit Energie zu tun haben.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 03 04. 2020 00:48 #66921

KWA,

das Universum hatte einen Anfang. Das stärkste Indiz dafür ist Hintergrundstrahlung.
Falls du nicht weißt, was die ist, bitte googeln!

Man nimmt an, dass das Universum am Anfang sehr klein und sehr heiß war.

Man nimmt weiter an, dass es eine heftige Expansionsphase gegeben haben muss, der man den Namen Inflationsphase gab. Bitte auch googeln!

Und nun zu deiner Frage:

Da Raum und Zeit in der Allgemeinen Relativitätstheorie miteinander verschmolzen zur Raumzeit, und diese Raumzeit nicht mehr zu trennen ist, sie sind quasi ein untrennbares Ding, kann man davon ausgehen, dass der Raum, genauso wie die Zeit endlich ist.

Die Raumzeit ist nich nur endlich, sie ist auch geometrisch flach, soll heißen, auf große Distanzen misst man eine Winkelsumme eines Dreiecks von 180 *.

Und die Raumzeit expandiert!
Klar, muss sie auch. Ein statisches Universum würde bei der kleinsten Energieverdichtung letztendlich instabil werden.

Thomas

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 03 04. 2020 08:26 #66923

Thomas,

diesen Ausführungen kann ich nicht wirklich zustimmen...

Eigentlich gehen die meisten Kosmologen gerade nicht davon aus, dass der Raum endlich ist. Dass Raum und Zeit zur Raumzeit zusammengefasst werden, ist zudem kein Argument für eine endlicge (oder auch unendliche) Ausdehnung des Raums.

„Die Raumzeit ist nich nur endlich, sie ist auch geometrisch flach“, ist zudem ein Widerspruch in sich selbst.

Arrakai

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 03 04. 2020 21:16 #66926

Arrakai,

wie Einstein schon bemerkte, indem er sagte, das Universum ist endlich, aber unbegrenzt, kann ich nirgendwo erkennen, dass das Universum unendlich groß sein sollte.

In der Steady State Hypothese wurde dieser Gedanke heftig von Fritz Zwicky verfochten.
Auch Einstein hat versucht, durch die Einführung seines Lambda Gliedes ein statisches und damit möglicherweise unendliches Universum darzustellen.

Aber als dann Edwin Hubble der Nachweis der Expansion gelang, war auch für ihn klar, dass das Universum expandiert.

D.h., dass es früher kleiner war und früher noch kleiner....
Nach 10 hoch - 34 s nach dem Beginn, hatte es sich um 20 Größenordnungen ausgedehnt und hatte etwa die Größe eines Fussballs.

Es war damals schon endlich aber unbegrenzt.
Gegen was sollte es sich auch abgrenzen?

Wenn ich es recht erinnere, hat es heute einen Radius von etwa 42 Mrd. Lichtjahren. Und das ist ein endlicher Wert.

Und wieso widerspricht die Flachheit der Endlichkeit?
Die Inflation hat alle Krümmungen quasi herausgebügelt.
Die Flachheit der Raumzeit ist von der Planckmission eindrucksvoll bestätigt worden.
Flach, flacher geht es nicht, kann man dazu nur sagen.

Ich sehe keinen Widerspruch.

Thomas

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 03 04. 2020 21:49 #66927

Ist das Universum wirklich endlich, aber unbegrenzt?

Wenn es gleichzeitig völlig flach ist (komplette euklidische Geometrie), hat es dann einen Rand (was eigentlich nicht sein kann)?

Oder ist es nur annähernd flach und in Wirklichkeit die Oberfläche einer 4-dimensionalen Kugel? Dann muss es aber auch schon bei Entstehung der ersten Galaxien sehr groß gewesen sein, denn sonst würde man Effekte dort wohl beobachten können.

Oder hat es eine ganz andere Topologie?

Oder ist es komplett flach und seit dem Urknall unendlich ausgedehnt?

Da wir nur einen kleinen Teil sehen können, der flach ist, können wir das experimentell nicht entscheiden (zumindest derzeit nicht).

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 03 04. 2020 22:43 #66929

Naja, das Universum ist euklidisch flach, siehe Plankmission.

Das Universum ist endlich alt. Es hatte einen Anfang.

Die Expansionsrate hält sich nicht an die Lichtgeschwindigkeit.
Hinter der Hubblesphäre entfernen sich die Objekte schneller als mit c.

Das kosmologische Prinzip sagt, dass die Eigenschaften des Universums in alle Richtungen homogen und isotrop sind. Wenn man dieses Prinzip auf die Zonen hinter der Hubblesphäre auch gelten lässt, dann gibt es keinen Grund, anzunehmen, dass die Krümmungseigenschaften sich dort ändern sollten.

Man kann, glaube ich, die Krümmungseigenschaft, die wir innerhalb der Hubblesphäre feststellen, getrost darüber hinaus extrapolieren.

Beweisen kann man das nicht. Das stimmt!

Thomas

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 04 04. 2020 00:51 #66931

Ein flaches Universum ist unendlich groß, zumindest sagt uns das die Geometrie. Es kann natürlich eine Doppelnatur haben, die uns vorerst unbegreiflich ist, also flach und doch endlich. Das ist schwer vorstellbar, aber hängt womöglich an der Definition von "flach". Ein endliches Universum sollte irgendwie zu in sich geschlossenen Geodäten führen, sonst wäre es begrenzt. Das nennt man wohl gekrümmt.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 04 04. 2020 00:57 #66932

Thomas schrieb: wie Einstein schon bemerkte, indem er sagte, das Universum ist endlich, aber unbegrenzt, kann ich nirgendwo erkennen, dass das Universum unendlich groß sein sollte.


Man kann nicht unbedingt sagen, dass Einstein damals den heutigen Wissensstand zur Kosmologie hatte... Auf diese Aussage würde ich daher in diesem Kontexf nichts geben. Die Diskussion gab es wohl schom häufiger:

urknall-weltall-leben.de/forum/aktuell/t....html?start=30#47042

Aber als dann Edwin Hubble der Nachweis der Expansion gelang, war auch für ihn klar, dass das Universum expandiert.

D.h., dass es früher kleiner war und früher noch kleiner....


Und wo soll jetzt der Widerspruch liegen? Das Universum fliegt nicht auseinander, es dehnt sich in sich selbst hinein aus. Die Abstände vergrößern sich ja gerade nicht durch eine Bewegung durch den Raum, sondern durch die Entstehung von neuem Raum. Und eine Expansion in sich selbst hinein ist natürlich auch bei einem unendlich großen Universum möglich.

Nach 10 hoch - 34 s nach dem Beginn, hatte es sich um 20 Größenordnungen ausgedehnt und hatte etwa die Größe eines Fussballs.

Es war damals schon endlich aber unbegrenzt.
Gegen was sollte es sich auch abgrenzen?

Wenn ich es recht erinnere, hat es heute einen Radius von etwa 42 Mrd. Lichtjahren. Und das ist ein endlicher Wert.


Der endliche Radius bezieht sich auf das sichtbare Universum. Das ist natürlich nur endlich groß, wie solite es auch anders sein? Sollte das Universum nicht unendlich groß sein, dann müsste es trotzdem noch immer ein Vielfaches davon größer sein. Das spricht weder für die eine noch für due andere Alternative.

Und wieso widerspricht die Flachheit der Endlichkeit?
Die Inflation hat alle Krümmungen quasi herausgebügelt.
Die Flachheit der Raumzeit ist von der Planckmission eindrucksvoll bestätigt worden.
Flach, flacher geht es nicht, kann man dazu nur sagen.

Ich sehe keinen Widerspruch.


Wie Claus schon geschrieben hat. Wenn es flach aber nicht unendlich groß wäre, damn müsste es einen Rand haben.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 04 04. 2020 12:30 #66936

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Wie brächte man eigentlich einen Urknall einerseits und ein unendliches Universum andererseits sozusagen unter einen Hut?

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 04 04. 2020 12:58 #66938

Naja.....wie bringt man denn die Wellennatur des Photons mit den Teilcheneigenschaften unter einen Hut? (Und das gilt ja auch für die Elektronenwolke in der Atomhülle und sogar für Fullerene C60 aus 60 Atomen am Doppelspalt...)

Letztlich entscheidet in der Physik immer das Experiment bzw die Beobachtung, und wir können nur das beobachtbare Universum beobachten und daraus Rückschlüsse ziehen. Bei einem flachen Universum liegt die Unendlichkeit zum Greifen nahe. Und bei einer minimalen Krümmung liegt ein endliches Universum nahe. Beides ist bzw wäre nicht zwingend, meine ich, auch wenn dies die Geometrie fordert.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 04 04. 2020 13:29 #66940

wm schrieb: Wie brächte man eigentlich einen Urknall einerseits und ein unendliches Universum andererseits sozusagen unter einen Hut?


Wir wissen nicht, wie der Urknall eines räumlich endlichen Universums zustandegekommen ist.

Somit können wir auch nicht viel weniger sagen, wie ein Urknall eines räumlich unendlichen Universums zustandegekommen wäre.

Beides ist jenseits unserer gesicherten Physik.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 04 04. 2020 13:43 #66942

Hierzu habe ich von Yukterez die folgende PN bekommen (vielen Dank dafür):

Einstein hat nie behauptet dass das fix so wäre sondern nur die Möglichkeit dass es auch in sich geschlossene Räume geben kann erkannt, ohne damit eine Aussage über das tatsächlich Universum zu machen. Das wurde auch schon auf
urknall-weltall-leben.de/forum/aktuell/t....html?start=30#47042
gezeigt

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 04 04. 2020 14:49 #66945

Hatte ich auch schon verlinkt, s. oben. Der Hinweis kam natürlich ebenfalls vom Meiater höchst persönlich. :)

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 04 04. 2020 16:48 #66947

wm schrieb: Wie brächte man eigentlich einen Urknall einerseits und ein unendliches Universum andererseits sozusagen unter einen Hut?


Was man sagen kann: Der Urknall war überall, weshalb ja auch die Hintergrundstrahlung überall ist. Es spielt keine Rolle, ob er übersll in einem endlichen oder unendlichen Universum war. Sollte das Universum heute unendlich groß sein, dann war es das damals ebenfalls schon. Und seither dehnt es sich unabhängig davon in sich selbst aus.

Ach ja, fast vergessen: Wenn du liest, dass das Universum damals so und so klein war, dann bezieht sich das auf den heute beobachtbaren Teil des Universums.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 04 04. 2020 20:10 #66952

WM schrieb:

Wie brächte man eigentlich einen Urknall einerseits und ein unendliches Universum andererseits sozusagen unter einen Hut?


Der Denkfehler ist der Analogie des Luftballon als Vorbild:
Wenn wir unsere Welt 2-dimensional denken, dann ist die Haut des Luftballons unser Universum. Er dehnt sich aus und alle Punkte entfernen sich voneinander.
Das Problem ist, dass alle Menschen den Luftballon als 3-dimensionales Gebilde sehen. Wir dürfen aber nur die umhüllende Haut als vorhanden betrachten. Also nur die Oberfläche. => Versuche doch bitte mal an der Oberfläche (und nur auf dieser) einen Mittelpunkt zu finden. Der Mittelpunkt ist überall auf der Ballonhaut. Genau so ist der Mittelpunkt unseres Universums überall. Direkt for Jedermanns Nasenspitze.

Damit ist es einem Objekt in der gleichen Dimension nur über die erkennbare Raumkrümmung möglich, zu erkennen, ob das Universum in der nächst höheren Dimension begrenzt ist. In der eigenen Dimension ist das Universum immer unbegrenzt. Wenn ein Objekt des Universums an einen "Rand" kommen würde, wird damit automatisch der "Rand" neu definiert. Aus der inneren Sicht des Universums ist die Frage so nicht wirklich zu beantworten. Ich glaube schon die Frage ist nicht richtig.
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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 04 04. 2020 22:36 #66954

Cossy schrieb: ob das Universum in der nächst höheren Dimension begrenzt ist. In der eigenen Dimension ist das Universum immer unbegrenzt.

Völlig korrekt, und die Oberfläche in der höheren Dimension ist ja nicht innerhalb des Universums sondern setzt eben die höhere Dimension voraus.

Ich bin dennoch nicht restlos überzeugt, dass das Universum in einem modifizierten Ballonmodell zwangsläufig endlich ist, es könnte ja dreidimensional aufgerollt sein, wie eindimensional (eingebettet in zwei Dimensionen) eine Spirale statt eines Kreises. Schon zweidimensional versagt ein Bild dafür. Man benötigt dafür wohl jeweils die doppelte Dimensionenzahl zur Realisierung. Das einzige, was es von einem unendlichen flachen Universum unterscheidet, wäre die Krümmung.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 05 04. 2020 00:22 #66960

Mich beschleicht zunehmend der Verdacht, dass hier zwei Fachgebiete gerade kollidieren.

In der Mathematik wird die Unendlichkeit geradezu inflationär gebraucht. Man schaue sich nur die Symbolsprache an.

In der Physik vermeidet man, wo es nur geht, jegliche Unendlichkeit.
Eine Unendlichkeit wäre in der Physik fast gleichbedeutend mit etwas Übernatürlichem.

Unendlichkeit kann man physikalisch nicht erklären!

Deshalb versucht man mit s.g. Renormierungsverfahren bspw. In der Quantenphysik jegliche mathematische Unendlichkeiten wieder einzufangen. Sonst würde ja keine physikalisch sinnvolle Aussage mehr möglich sein.

Also nochmal: in der Physik, also in der Beschreibung dieser Welt sollte man darauf achten, Unendlichkeiten zu vermeiden, da man sonst ins Unerklärbare rutscht.

Das gilt auch für die Kosmologie!

Thomas

PS: ein schönes Beispiel sei hier angefügt:

Die Dichte in einem SL.

Da heißt es immer so schön, die Dichte in einem SL sei unendlich.

Woher komm diese Behauptung?

Naja, ganz einfach: die Masse scheint ja endlich zu sein. Wieso ist dann die Dichte unendlich?

Wenn gilt: Dichte = Masse/Volumen, dann kann die Dichte nur unendlich werden, wenn das Volumen gegen Null geht , sprich zu einem mathematischen Punkt mit Ausdehnung Null wird.

Mathematisch denkbar, aber physikalisch, hm!

Thomas

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 05 04. 2020 00:49 #66963

Thomas,

echte Singularitäten sind unphysiklaisch, die Unendlichkeit per se aber nicht. Die meisten Kosmologen gehen von einem unendlich großen Universum aus. Platt gesagt: Google hilft (oder direkt bei bspw. den ScienceBlogs, den Physics Forums oder Stackexchange Physics suchen).

Beispiele:

scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/20...sum-unendlich-gross/
physics.stackexchange.com/questions/2401...e-finite-or-infinite

Oder der Standard:

Observations, including the Cosmic Background Explorer (COBE), Wilkinson Microwave Anisotropy Probe (WMAP), and Planck maps of the CMB, suggest that the universe is infinite in extent with a finite age, as described by the Friedmann–Lemaître–Robertson–Walker (FLRW) models. These FLRW models thus support inflationary models and the standard model of cosmology, describing a flat, homogeneous universe presently dominated by dark matter and dark energy.


en.wikipedia.org/wiki/Universe

Die Krümmung könnte aber tatsächlich null sein oder sie könnte einen Wert zwischen null und der maximalen denkbaren Krümmung annehmen. Im ersten Fall wäre das Universum unendlich groß, im letzteren wäre es größer als 78 Milliarden Lichtjahre.


de.wikipedia.org/wiki/Universum

Aber wir wiederholen uns:

urknall-weltall-leben.de/forum/aktuell/n....html?start=60#55212

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 05 04. 2020 01:13 #66964

Arrakai schrieb: echte Singularitäten sind unphysiklaisch,

Ich stimme zu, allerdings ist in der Regel die Fragestellung dabei falsch. Die "Dichte" der Zentralsingularität ist eine sinnlose Vorstellung, solange man ihr kein Volumen zubilligt. Genauso wäre es unsinnig, die Dichte ρ einer Oberfläche (zB Oberflächenladungsdichte σ) berechnen zu wollen. Dabei dann von Singularität zu sprechen, ist wohl die falsche Herangehensweise. Definiere ich ein Elementarteilchen als Punkt, dann verliert die Dichte ebenfalls ihre Bedeutung, dafür muss ich dem Teilchen erst ein Volumen zubilligen oder zumindest auf ein fiktives Volumen beziehen. Wie hoch ist die Energiedichte eines Photons? Die Frage läßt sich nur beantworten, wenn ich dem Photon räumliche Abmessungen zuschreibe.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 05 04. 2020 01:25 #66965

Das ist doch in sich nicht logisch!

Die geometrische Flachheit der Raumzeit ist der Expansionsgeschwindigkeit während der Inflationsphase und danach geschuldet.

Wenn du einen Luftballon innerhalb von 10 hoch - 43 sec von null Radius auf Fussballgrösse vergrößerst, um dann noch weiter in längeren Zeitabständen vergrößerst, dann erscheint dir die Raumzeit an jedem Ort des Universums als flach.

Das ist doch das Wesen der Inflationshypothese.

Und das sagen auch die Kosmologen so und nicht anders!

Thomas

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 05 04. 2020 11:11 #66969

Thomas schrieb: Die geometrische Flachheit der Raumzeit ist der Expansionsgeschwindigkeit während der Inflationsphase und danach geschuldet.

Wenn du einen Luftballon innerhalb von 10 hoch - 43 sec von null Radius auf Fussballgrösse vergrößerst, um dann noch weiter in längeren Zeitabständen vergrößerst, dann erscheint dir die Raumzeit an jedem Ort des Universums als flach.

Das ist doch das Wesen der Inflationshypothese.

Und das sagen auch die Kosmologen so und nicht anders!


Ggf. verstehe ich dich falsch. Sollte ich dich richtig verstehen, dann ist das kein korrektes Bild der Inflation. Damit würdest du kein Problem lösen, auch nicht das Flachheitsproblem. Der Trick ist nicht absolute „Expansionsgeschwindigkeit“ (eigentlich ja -rate), sondern deren Entwicklung. Es handelte sich um eine beschleunigte Expansion, die um viele Größenordnungen höher war als das was wir heute beobachten.

So oder so: Es geht um die Konsequenzen der Flachheit, nicht um deren Entstehung.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 05 04. 2020 11:24 #66972

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Arrakai schrieb: Was man sagen kann: Der Urknall war überall, weshalb ja auch die Hintergrundstrahlung überall ist. Es spielt keine Rolle, ob er übersll in einem endlichen oder unendlichen Universum war. Sollte das Universum heute unendlich groß sein, dann war es das damals ebenfalls schon. Und seither dehnt es sich unabhängig davon in sich selbst aus.

Ach ja, fast vergessen: Wenn du liest, dass das Universum damals so und so klein war, dann bezieht sich das auf den heute beobachtbaren Teil des Universums.

Dass der Urknall 'überall' war, ist schon klar.
Gerade deshalb können doch alle Beobachter von 'überall' aus (ob vom für uns sichtbaren oder nicht sichtbaren Universum) mehr oder weniger bis an diesen Urknall heran in die Vergangenheit 'blicken' ... und wenn der eine Beobachter sagt, zu dem und dem Zeitpunkt war das Universum so und so groß (z.B. so groß wie eine Orange ;-)) wird doch jeder andere Beobachter (von wo aus innerhalb unseres Universums auch immer) haargenau dasselbe sagen können/müssen.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 05 04. 2020 12:20 #66975

Thomas schrieb: Die geometrische Flachheit der Raumzeit ist der Expansionsgeschwindigkeit während der Inflationsphase und danach geschuldet.

Die Inflationsphase soll (ua) die lokale Flachheit erklären, also die (sonst viel zu) geringen statistischen Dichte-Fluktuationen, oder anders gesagt die kleine Skala der Dichtefluktuationen.
Das hat aber nichts mit der Krümmung des Universums zu tun.

Ein Nebeneffekt der Inflation ist allerdings, dass die Strahlung durch die Inflation keiner Rotverschiebung wie bei der Expansion unterworfen wurde, die Energie also unverändert erhalten wurde, man könnte je nach Sichtweise auch sagen vermehrt wurde (im Vergleich dazu, wenn man es langsam wieder komprimiert). Die Dichte der Strahlungsenergie verringerte sich hierbei also nur mit 1/r³ und nicht mit 1/r⁴.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 05 04. 2020 12:58 #66979

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ra-raisch schrieb: Die Inflationsphase soll (ua) die lokale Flachheit erklären, also die (sonst viel zu) geringen statistischen Dichte-Fluktuationen, oder anders gesagt die kleine Skala der Dichtefluktuationen.
Das hat aber nichts mit der Krümmung des Universums zu tun.

Ich denke, das hat schon auch mit der Krümmung zu tun.
Denn dafür, dass, was immer da im Universum kreucht und fleucht weder aus diesem herausfallen noch sich an irgendeiner Grenze eine blutige Nase holen kann, hat die Topologie des Raumes zu sorgen. Und ohne diese Inflationsphase hätten wir 'heute' nicht nur keinen (m.E. nur annähernd) flachen Raum sondern zudem ein gewaltiges Spiegelkabinett.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 05 04. 2020 13:15 #66982

wm schrieb: weder aus diesem herausfallen noch sich an irgendeiner Grenze eine blutige Nase holen kann, hat die Topologie des Raumes zu sorgen.

Natürlich: grenzenlos, fertig. Gekrümmt oder nicht gekrümmt ist egal und erfordert unterschiedliche Lösungen.
Aber mit Inflation hat das gar nichts zu tun.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 05 04. 2020 13:16 #66984

Auch bei der Inflationsphase sollten wir eine leichte Vorsicht walten lassen.

Wir haben keine direkte Beobachtung von ihr und auch keine Messung, welcher Phasenübergang sie ausgelöst haben könnte. Wir haben "nur" Simulationsergebnisse, die ihre Existenz nahelegen.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 05 04. 2020 13:19 #66985

ClausS schrieb: Auch bei der Inflationsphase sollten wir eine leichte Vorsicht walten lassen.

Völlig richtig, sie ist kein "given" bzw belegt durch erfüllte Vorhersagen, sondern nur eine mögliche Erklärung für ein paar Phänomene.

Der Unterschied zwischen bekannten Phänomenen und erfüllten Vorhersagen ist für die Beurteilung von Theorien immer ein wichtiges Kriterium, weil es relativ einfach ist, eine Theorie den Phänomenen anzupassen, während eine erfüllte Vorhersage eben nicht durch Anpassung erreicht wird.

Dennoch kann es nach Ockham genügen, mehrere Probleme durch ein neues Problem zu erklären, um ein sparsameres Modell zu entwickeln.

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 05 04. 2020 14:58 #66988

wm schrieb: Gerade deshalb können doch alle Beobachter von 'überall' aus (ob vom für uns sichtbaren oder nicht sichtbaren Universum) mehr oder weniger bis an diesen Urknall heran in die Vergangenheit 'blicken' ... und wenn der eine Beobachter sagt, zu dem und dem Zeitpunkt war das Universum so und so groß (z.B. so groß wie eine Orange ;-)) wird doch jeder andere Beobachter (von wo aus innerhalb unseres Universums auch immer) haargenau dasselbe sagen können/müssen.


Klaro, alle Beobachter können von ihrem Standort aus die Hintergrundstrahlung beobachten. Und gesetzt den (wahrscheinlichen) Fall, dass überall im Universum dieselben Naturgesetze gelten, wird jeder Beobachter zu denselben Ergebnissen kommen (Alter des Universums, Größe des für ihn beobachtbaren Universums, Homogenität und Isotropie des Universums).

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Muß das Universum so groß sein wie es ist? 05 04. 2020 16:38 #66991

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Arrakai schrieb:
Klaro, alle Beobachter können von ihrem Standort aus die Hintergrundstrahlung beobachten. Und gesetzt den (wahrscheinlichen) Fall, dass überall im Universum dieselben Naturgesetze gelten, wird jeder Beobachter zu denselben Ergebnissen kommen (Alter des Universums, Größe des für ihn beobachtbaren Universums, Homogenität und Isotropie des Universums).

Aaah, ich glaube jetzt habe ich's verstanden ... vorausgesetzt ich liege richtig mit der Annahme (die ich bisher soo irgendwie nicht im Hinterkopf hatte), dass man für die Größe des Universums am Ende der Inflationsphase keine obere Grenze angeben kann (weil man's schlicht nicht weiß)!?

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