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Rotation im Universum 19 09. 2020 17:49 #76529

Mich quält schon lange eine große Frage: Wie kam die Rotation ins Universum? Wenn man annimmt, dass es vor 13,8 Milliarden Jahren mit einem Punkt mit dem Durchmesser Null angefangen und sich seitdem immer weiter aufgebläht hat, dann müssten doch eigentlich alle Objekte geradlinig auseinander fliegen. Tun sie aber nicht. Alle Galaxien rotieren, jeder einzelne Stern rotiert, die Planeten um diese und auch (meistens) um sich selbst, um diese wiederum die Monde usw., bis herab zu den kleinsten Elementarteilchen und Quarks, die alle einen Spin haben. Wie kann das sein? Wo kommt die überall zu beobachtende Rotation her?
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Rotation im Universum 19 09. 2020 19:28 #76534

Aristarchos schrieb: Alle Galaxien rotieren, jeder einzelne Stern rotiert, die Planeten um diese und auch (meistens) um sich selbst, um diese wiederum die Monde usw., bis herab zu den kleinsten Elementarteilchen und Quarks, die alle einen Spin haben. Wie kann das sein? Wo kommt die überall zu beobachtende Rotation her?

Die Rotation ist eine ganz natürliche Sache. Jede Geradlinige Bewegung ist aus der Sicht eines Objektes, das nicht genau in der Schusslinie liegt, eine Rotation.

ℓ = v·b = v¹×r¹

b ist der Stoßparameter, also der Abstand zur Trajektorie.

Es kommt hinzu, dass die Orbitale (stabile Bahn) stabil sind, weil bei einer Verringerung des Flugwinkels zum Zentrum, also bei einem Absturz, mehr Energie frei wird, als die kinetische Energie automatisch ansteigen kann. Dies wirkt beschleunigend und somit selbststabilisierend. Erst bei extrem kleinen Radien der Bahn kehrt sich dieser Effekt um und die Bahnen werden instabil. Dann wird der Drehimpuls beim Absturz aber auf das Zentralobjekt übertragen, wie bei jedem Zusammenstoß.

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Rotation im Universum 19 09. 2020 21:21 #76536

Da denke ich an den Pirouetten-Effekt. Wenn viele Teilchen in Summe auch nur einen minimalen Drehimpuls haben, dann rotiert ein aus diesen Teilchen gebildeter Planet oder Stern ordendlich.

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Rotation im Universum 19 09. 2020 23:04 #76538

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Aristarchos schrieb: „bis herab zu den kleinsten Elementarteilchen und Quarks, die alle einen Spin haben. Wie kann das sein? Wo kommt die überall zu beobachtende Rotation her?“

Das ist eine sehr gute Frage und um ehrlich zu sein, weiß man das nicht ganz genau, wenn gleich es viele Hypothesen und Erklärungsversuche hierzu gibt. Vielleicht hilft folgendes Video weiter…

Why Does Everything In The Universe Spin?

…wie genau das Proton seinen Spin erhält, ist Gegenstand aktueller Forschung.

phys.org/news/2017-03-proton.html

“…and isn't faith believing all power can't be seen”

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Rotation im Universum 24 09. 2020 23:38 #76730

Die Teile kollabierender Gaswolken erhalten durch dauernde Stöße eine gemeinsame Geschwindigkeit. Wenn die Summe der Bewegungen aller Atome und Moleküle der Wolke einen von Null verschiedenen Drehimpuls ergibt, ergibt sich eine gemeinsame Rotation. Da die Rotation in Richtung des Drehimpulsvektors keine Kräfte erzeugt, fallen die Teile durch Gravitaion in dieser Richtung nach unten und vereinigen sich durch Stöße untereinander in einer sich drehenden Scheibe.

Es wäre ein seltener Zufall, wenn die Summe aller Teile der Wolke keinen Drehimpuls ergeben würde. So etwas würden wir auch nicht beobachten, da in so einem Fall alle Teile der Wolke in einem Punkt zusammenfallen würden und ein schwarzes Loch bilden würden. Das könnte natürlich etwas dauern.

Die interessante Frage ist natürlich, ob die Summe aller Drehimpulse im Universum von Null verschieden ist.

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Rotation im Universum 25 09. 2020 06:47 #76736

Der große Unterschied ist: Jede Wolke hat einen Mittelpunkt (Gravitationszentrum), um den Teile rotieren können.

Nach allem was wir wissen, ist unser Universum aber homogen und hat keinen Mittelpunkt. Worum sollte es rotieren?

Zudem frage ich mich, ob man eine Rotation auch aus dem Spektrum der Hintergrundstrahlung ablesen können müsste.

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Rotation im Universum 25 09. 2020 09:45 #76738

ClausS schrieb: Nach allem was wir wissen, ist unser Universum aber homogen und hat keinen Mittelpunkt. Worum sollte es rotieren?

Manfred S hat wohl auf die Drehimpulserhaltung angespielt, und die Rotation eines Körpers kann als die Summe der Rotationen seiner Einzelteile aufgefasst werden.

Es ist mir nicht ganz klar, ob sich ein Körper makroskopisch als Ganzes dreht, wenn sich seine Bestandteile per Saldo in eine Richtung drehen. Ich meine, dass der Gesamtdrehimpuls eines Atoms als die Summe der Impulse seiner Bestandteile zuzüglich makroskopischen Drehimpuls aufgefasst wrid, demnach könnte dieser von der Summe der Bestandteile abweichen und einen eigenen Beitrag liefern.

Prinzipiell sollte man davon ausgehen, dass am "Anfang" kein Drehimpuls des "Ganzen" vorhanden war. Die Rotation des Universums als Ganzes ist schon möglich, wenn auch nicht um ein Zentrum im Raum aber insgesamt, was dann wie eine transversale Bewegung wahrgenommen werden müßte. Die Erdkugel dreht sich als Ganzes um den Mittelpunkt, die Oberfläche dreht sich daher ebenfalls um diesen Mittelpunkt, am Äquator fühlt sich dies wie eine transversale Bewegung an. Das Universum hat keinen Äquator, also auch keine Rotation als Ganzes.

Auch eine Rotation der Einzelteile sollte am Anfang nicht anzunehmen sein. Die Rotation im Universum ist damit insgesamt neutral, sowohl makroskopisch wie mikroskopisch.

Yukterez hat mich vor längerer Zeit darauf hingewiesen, dass das Goedeluniversum rotieren kann. Ich denke, dass es dabei um eine Rotation in der Zeit geht (zirkular geschlossene Zeitachse). Das Goedeluniversum ist zwar eine gültige Lösung der Einsteingleichung aber nicht realistisch.

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Rotation im Universum 25 09. 2020 11:46 #76747

ClausS schrieb: Zudem frage ich mich, ob man eine Rotation auch aus dem Spektrum der Hintergrundstrahlung ablesen können müsste.

Wahrscheinlich nicht, weil wir mitrotieren.

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Rotation im Universum 25 09. 2020 11:56 #76748

Ich hatte mal gelesen, dass es Hinweise gibt, dass das Universum nicht richtungsneutral ist. Das könnte Auswirkungen auf die Drehimpulserhaltung haben. Leider weiß ich die Fundstelle nicht mehr.

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Rotation im Universum 25 09. 2020 15:48 #76754

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Ist die Allgemeine Relativitätstheorie so zu verstehen, dass auch rotierende Bezugssysteme gleichberechtigt sind?
Ist die Frage, ob das Universum einen Drehimpuls besitzt, eine Frage der Wahl des Bezugssystems?
Lassen sich die Trägheitskräfte in einem rotierenden Bezugssystem dadurch erklären, dass die Raumzeit mit den umgebenden Körpern mitrotiert?

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Rotation im Universum 25 09. 2020 20:20 #76756

MN schrieb: Ist die Allgemeine Relativitätstheorie so zu verstehen, dass auch rotierende Bezugssysteme gleichberechtigt sind?

Nein, Rotation ist nicht relativ.

Für das gesamte Universum würde das aber womöglich nicht gelten, wenn es eine Rotation um ein Zentrum wäre, das (vierdimensional) außerhalb des 3D-Raumes liegt.

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Rotation im Universum 25 09. 2020 20:51 #76758

ra-raisch schrieb: Prinzipiell sollte man davon ausgehen, dass am "Anfang" kein Drehimpuls des "Ganzen" vorhanden war.

Wenn am Anfang alle Teile gradlinig vom ersten Ursprung wegstreben würden, gäbe es keinen Drehimpuls. Da wir aber am Anfang es auch mit quantenmechanischen Unsicherheiten zu tun haben, können wir eine gradlinige Bewegung generell nicht annehmen. Quantenmechanisch gesehen, könnte am Anfang durchaus ein Drehimpuls des gesamten Universums entstanden sein, der sich in der Inflationsphase entsprechend aufbläht. Wir nehmen doch auch an, dass zu Anfang quasi aus dem Nichts eine Bewegungsenergie entstanden ist. Warum sollte so nicht auch ein Rotationsenergie entstanden sein?

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Letzte Änderung: von Manfred S. Begründung: Rechtschreibung (Notfallmeldung) an den Administrator

Rotation im Universum 25 09. 2020 21:36 #76765

Manfred S schrieb: Quantenmechanisch gesehen, könnte am Anfang durchaus ein Drehimpuls des gesamten Universums entstanden sein,

Eigentlich nicht. Bei jeder Entstehung von Elementarteilchen sind Drehimpuls und Ladung etc ausgeglichen.

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Rotation im Universum 25 09. 2020 21:45 #76768

ra-raisch schrieb:

Manfred S schrieb: Quantenmechanisch gesehen, könnte am Anfang durchaus ein Drehimpuls des gesamten Universums entstanden sein,

Eigentlich nicht. Bei jeder Entstehung von Elementarteilchen sind Drehimpuls und Ladung etc ausgeglichen.

Ich meine auch nicht den Drehimpuls der Teilchen, sondern den Gesamtdrehimpuls, der durch die Bewegung der Teilchen entsteht.

Edit: Folgendes Szenario: Am Anfang enstehen aus einem Gammablitz ein Elektron und ein Positron, die sich entgegengesetzt entfernen. Nun entschließt sich das Elektron im Rahmen der Unbestimmheit die Richtung seiner Geschwindigkeit etwas schief zur ursprünglichen Richtung zu setzen. -- Schon bekommt das ganze Universum einen Drehimpuls.

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Rotation im Universum 26 09. 2020 00:56 #76773

Manfred S schrieb: Nun entschließt sich das Elektron im Rahmen der Unbestimmheit die Richtung seiner Geschwindigkeit etwas schief zur ursprünglichen Richtung zu setzen. -- Schon bekommt das ganze Universum einen Drehimpuls.

So einfach geht das nicht. Die Unbestimmtheit der Richtung ändert sich nicht so einfach, und die beiden Teilchen sind insoweit ohnehin verschränkt.

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Rotation im Universum 26 09. 2020 06:35 #76775

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ra-raisch schrieb:

MN schrieb: Ist die Allgemeine Relativitätstheorie so zu verstehen, dass auch rotierende Bezugssysteme gleichberechtigt sind?

Nein, Rotation ist nicht relativ.

Für das gesamte Universum würde das aber womöglich nicht gelten, wenn es eine Rotation um ein Zentrum wäre, das (vierdimensional) außerhalb des 3D-Raumes liegt.



Wie ist in diesem Zusammenhang der Wikipedia-Eintrag über das Relativitätsprinzip zu verstehen?

"Obwohl es möglich ist, den Kosmos aus der Sicht eines rotierenden Beobachters korrekt zu beschreiben, sind die Gleichungen eines Bezugssystems, in dem die meisten Objekte ruhen oder sich nur langsam bewegen, meist einfacher. Die Bedingung eines nichtrotierenden Koordinatensystems für Inertialsysteme und die Unterscheidung in ihrer Betrachtung, die von der klassischen Physik gefordert wird, entfällt aber prinzipiell.

Im Fall eines Mehrkörpersystems auf engem Raum ist die Raumzeit maßgeblich gekrümmt und diese Krümmung in jedem Koordinatensystem auch zeitlich veränderlich. Daher ist von vornherein kein Kandidat für ein ausgezeichnetes Koordinatensystem erkennbar, das sich zur Beschreibung aller Phänomene eignet. Das Relativitätsprinzip besagt für diesen allgemeinen Fall, dass es auch nicht nötig ist, danach zu suchen, weil alle Koordinatensysteme gleichberechtigt sind. Man kann also je nachdem, welches Phänomen man beschreiben will, verschiedene Koordinatensysteme vergleichen und das rechentechnisch einfachste Modell auswählen.

Daher kann die ART auch auf den klassischen astronomischen Begriff der Scheinbarkeit von Bewegungen verzichten, den das noch in der newtonschen Anschauung verhaftete heliozentrische Weltbild erforderte."

( Allgemeine Relativitätstheorie )

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Rotation im Universum 26 09. 2020 10:19 #76781

Da geht es um die ART und nicht um die SRT.

Bei der ART wird die Rotation dann "einfach" in die Metrik gepackt.... das geht auch bei der SRT, die Rotation geht dadurch aber auch subjektiv nicht verloren.

wiki:
Allerdings lässt sich auch die spezielle Relativitätstheorie bereits allgemein kovariant formulieren. So kann beispielsweise selbst ein Beobachter auf einem rotierenden Drehstuhl den Standpunkt vertreten, er selbst sei in Ruhe und der Kosmos rotiere um ihn herum. Dabei entsteht das Paradoxon, dass sich die Sterne und das von ihnen ausgesandte Licht im Koordinatensystem des rotierenden Beobachters rechnerisch mit Überlichtgeschwindigkeit bewegen, was scheinbar der speziellen Relativitätstheorie widerspricht. Die Auflösung dieses Paradoxons ist, dass die allgemein kovariante Beschreibung per Definition lokal ist.

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Rotation im Universum 26 09. 2020 11:06 #76789

Wegen des Lense Thirring Effektes ( Frame-dragging) wird aus einem anfänglichen kleinen Rotationsimpuls beim Stoß ein größerer (vornehmlich der gleichen Richtung). Der Drehimpuls ist also selbst verstärkend.
Könnte man Evolution des Drehimpulses nennen.

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Rotation im Universum 26 09. 2020 12:12 #76799

heini schrieb: Wegen des Lense Thirring Effektes ( Frame-dragging) wird aus einem anfänglichen kleinen Rotationsimpuls beim Stoß ein größerer (vornehmlich der gleichen Richtung). Der Drehimpuls ist also selbst verstärkend.
Könnte man Evolution des Drehimpulses nennen.

Nein, der Drehimpuls bleibt gleich, es geht zu Lasten der Rotation des Zentrums.

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Rotation im Universum 26 09. 2020 12:32 #76803

Aber ein rotierendes Zentrum wird doch vermehrt von "hinten" getroffen weil es das koordinatensystem ausserhalb verdreht , also übernimmt es dann auch einen teil des von ihm gravitativ beschleunigten impulses eines kleineren teilchens in die drehrichtung als drehimpuls.
oder bin ich da auf dem Holzweg.

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Rotation im Universum 26 09. 2020 14:13 #76808

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ra-raisch schrieb: Da geht es um die ART und nicht um die SRT.

Bei der ART wird die Rotation dann "einfach" in die Metrik gepackt.... das geht auch bei der SRT, die Rotation geht dadurch aber auch subjektiv nicht verloren.[/i]



Was bedeutet dies für den Drehimpuls, wenn die Rotation in die Metrik gepackt wird?

Inwiefern geht die Rotation subjektiv nicht verloren? Weil sich dann die Umgebung dreht und Trägheitskräfte wirken, obwohl man im rotierenden Bezugssystem in Ruhe ist?

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Rotation im Universum 26 09. 2020 17:46 #76816

Manfred S schrieb: Am Anfang enstehen aus einem Gammablitz ein Elektron und ein Positron, die sich entgegengesetzt entfernen. Nun entschließt sich das Elektron im Rahmen der Unbestimmheit die Richtung seiner Geschwindigkeit etwas schief zur ursprünglichen Richtung zu setzen. -- Schon bekommt das ganze Universum einen Drehimpuls.


Zum einen mitteln sich bei einer Vielzahl von Objekten Zufälligkeiten statistisch sehr gut heraus.

Zum anderen (aus de.wikipedia.org/wiki/Drehimpuls ):

Der Drehimpuls (in der Mechanik auch Drall oder veraltet Schwung oder Impulsmoment, in der Quantenmechanik in manchen Fällen auch Spin) ist eine physikalische Erhaltungsgröße. Ein System hat beispielsweise dann einen Drehimpuls, wenn es sich um seinen Massenschwerpunkt dreht, wie bspw. ein Kreisel, ein Sportler bei einer Pirouette oder ein Planetensystem.


Wo hast du im Universum deinen Massenschwerpunkt oder dein Rotationszentrum?

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Rotation im Universum 26 09. 2020 18:02 #76819

ClausS schrieb:

Manfred S schrieb: Am Anfang enstehen aus einem Gammablitz ein Elektron und ein Positron, die sich entgegengesetzt entfernen. Nun entschließt sich das Elektron im Rahmen der Unbestimmheit die Richtung seiner Geschwindigkeit etwas schief zur ursprünglichen Richtung zu setzen. -- Schon bekommt das ganze Universum einen Drehimpuls.


Zum einen mitteln sich bei einer Vielzahl von Objekten Zufälligkeiten statistisch sehr gut heraus.

Zum anderen (aus de.wikipedia.org/wiki/Drehimpuls ):

Der Drehimpuls (in der Mechanik auch Drall oder veraltet Schwung oder Impulsmoment, in der Quantenmechanik in manchen Fällen auch Spin) ist eine physikalische Erhaltungsgröße. Ein System hat beispielsweise dann einen Drehimpuls, wenn es sich um seinen Massenschwerpunkt dreht, wie bspw. ein Kreisel, ein Sportler bei einer Pirouette oder ein Planetensystem.


Wo hast du im Universum deinen Massenschwerpunkt oder dein Rotationszentrum?

Das Szenario ging von nur einem Gammablitz am Anfang des Universums aus und daher auch nur einem Elektron und einem Positron. Da mittelt sich also nicht weg. Der Massenschwerpunkt ist dann genau diie Mitte zwischen beiden Teilchen.

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Rotation im Universum 26 09. 2020 18:10 #76822

ra-raisch schrieb:

Manfred S schrieb: Nun entschließt sich das Elektron im Rahmen der Unbestimmheit die Richtung seiner Geschwindigkeit etwas schief zur ursprünglichen Richtung zu setzen. -- Schon bekommt das ganze Universum einen Drehimpuls.

So einfach geht das nicht. Die Unbestimmtheit der Richtung ändert sich nicht so einfach, und die beiden Teilchen sind insoweit ohnehin verschränkt.

Die Unschärfe der Geschwindigkeit bezieht sich auch auf den Vektor senkrecht zur aktuellen Geschwindigkeit. Ergibt sich da ein ein von Null verschiedener Anteil ergibt sich eine Drehung. Die Verschränkung verdoppelt den Effekt nur, da sie an beiden Teilchen zur einem senkrechten Geschwindigkeitsvektor führen würde.

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Rotation im Universum 26 09. 2020 18:58 #76827

heini schrieb: Aber ein rotierendes Zentrum wird doch vermehrt von "hinten" getroffen weil es das koordinatensystem ausserhalb verdreht , also übernimmt es dann auch einen teil des von ihm gravitativ beschleunigten impulses eines kleineren teilchens in die drehrichtung als drehimpuls.
oder bin ich da auf dem Holzweg.

Wenn das Zentrum getroffen wird, fließt der Drehimpuls wieder hinein. Ich sprach von Lense-Thirring, hierbei wird Drehimpuls von innen nach außen übertragen. Er wird nicht hierdurch vermehrt.

MN schrieb: Inwiefern geht die Rotation subjektiv nicht verloren? Weil sich dann die Umgebung dreht und Trägheitskräfte wirken, obwohl man im rotierenden Bezugssystem in Ruhe ist?

Ja genau....wobei ich das nicht vorrechnen könnte. Derartige Metriken gaukeln Symmetrie vor, wo sie gar nicht existiert. Sie sind in der Regel auf einen bestimmten Ursprung oder zumindest Bezugspunkt zugeschneidert, also definitionsgemäß nicht symmetrisch.

Hier zB für den FFO:

ds² = -c²dt²+(dr+v·dt)²+r²dΩ²

Rotation

ds² = -c²dt²/γ²+(dr²+dz²+r²dφ²+2r²ω·dt·dφ)

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Rotation im Universum 26 09. 2020 19:03 #76828

Manfred S schrieb: Die Unschärfe der Geschwindigkeit bezieht sich auch auf den Vektor senkrecht zur aktuellen Geschwindigkeit. Ergibt sich da ein ein von Null verschiedener Anteil ergibt sich eine Drehung. Die Verschränkung verdoppelt den Effekt nur, da sie an beiden Teilchen zur einem senkrechten Geschwindigkeitsvektor führen würde.

Verschränkung wirkt immer entgegen, ob das nun symmetrisch oder spiegelbildlich ist, kommt auf die fragliche Eigenschaft an.
Aber im Prinzip hat die Idee mit der UR schon "etwas", ich glaube nur nicht "viel".

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Rotation im Universum 26 09. 2020 19:31 #76829

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ra-raisch schrieb:

MN schrieb: Inwiefern geht die Rotation subjektiv nicht verloren? Weil sich dann die Umgebung dreht und Trägheitskräfte wirken, obwohl man im rotierenden Bezugssystem in Ruhe ist?

Ja genau....wobei ich das nicht vorrechnen könnte. Derartige Metriken gaukeln Symmetrie vor, wo sie gar nicht existiert. Sie sind in der Regel auf einen bestimmten Ursprung oder zumindest Bezugspunkt zugeschneidert, also definitionsgemäß nicht symmetrisch.



Das bedeutet doch, dass alle Bezugssysteme gleichberechtigt sind und sich nur in der Einfachheit voneinander unterscheiden, oder?

Müsste demnach in einem geozentrischen Bezugssystem nicht die Sonne einen Drehimpuls bezogen auf die Erde haben, wohingegen sie im heliozentrischen Bezugssystem keinen Drehimpuls besitzt und die Erde schon?

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Rotation im Universum 26 09. 2020 21:19 #76834

Manfred S schrieb: Das Szenario ging von nur einem Gammablitz am Anfang des Universums aus und daher auch nur einem Elektron und einem Positron. Da mittelt sich also nicht weg. Der Massenschwerpunkt ist dann genau diie Mitte zwischen beiden Teilchen.


Damit ist das ein rein hypothetisches Szenario. Im Universum hat es zu keiner (irgendwie nennenswerter) Zeit nur 1 Elektron-Positron Paar gegeben. Zudem wäre deren Energie gegenüber der ganzen Strahlungsenergie völlig zu vernachlässigen. Von einem Masseschwerpunkt könnte daher nicht die Rede sein.

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Rotation im Universum 26 09. 2020 21:21 #76835

ra-raisch schrieb:

heini schrieb: Aber ein rotierendes Zentrum wird doch vermehrt von "hinten" getroffen weil es das koordinatensystem ausserhalb verdreht , also übernimmt es dann auch einen teil des von ihm gravitativ beschleunigten impulses eines kleineren teilchens in die drehrichtung als drehimpuls.
oder bin ich da auf dem Holzweg.

Wenn das Zentrum getroffen wird, fließt der Drehimpuls wieder hinein. Ich sprach von Lense-Thirring, hierbei wird Drehimpuls von innen nach außen übertragen. Er wird nicht hierdurch vermehrt.

Ja zunächst wird ein Drehimpuls von innen nach aussen auf ein kleineres Teil übertragen, aber dann wird die Geschwindigkeit des kleineren teilchens durch die Gravitation erhöht , und dieser impuls erhöht dann beim Stoß den Drehimpuls.
Der Lens- Thirring -Effekt sorgt also für eine symetriebrechung.
Ich denke : Systeme die aus einer Gleichgewichtslage fallen unterliegen nicht den Erhaltungssätzen. wo käme sonst die ganze Energie her ?

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Rotation im Universum 27 09. 2020 12:56 #76850

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Vielleicht muss man bei der in diesem Thread gestellten Frage, warum sich alles bis zu den kleinsten Elementarteilchen im Universum dreht, gedanklich bis zum Quark-Gluon Plasma (QGP) zurückgehen...

Wenige millionstel Bruchteile einer Sekunden nach dem Urknall war die Energiedichte extrem hoch. Modellrechnungen der starken Wechselwirkung sagen voraus, dass bei diesen hohen Energiedichten ein Quark-Gluon-Plasma (QGP) entsteht. Im Zustand des Quark-Gluon-Plasma sind die Quarks und Gluonen nicht mehr in Quark-Triplets zu Protonen und Neutronen gebunden, sondern können sich frei bewegen.
Der Einsatz von Schwerionenbeschleunigern ermöglicht die Erforschung des Quark-Gluon-Plasmas im Labor. Entsprechende Versuche mit Teilchenbeschleunigern werden beim GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt, am Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf (Large Hadron Collider, LHC) und in den USA am Relativistic Heavy Ion Collider (RHIC) auf Long Island, New York durchgeführt.
Partikelkollisionen, die das Quark-Gluon-Plasma nachbilden, welches das frühe Universum füllte, lassen vermuten, dass Tröpfchen dieser ursprünglichen Quark-Gluon Plasma Suppe viel schneller wirbeln als jede andere Flüssigkeit.
phys.org/news/2017-08-liquid-quark-gluon...-vortical-fluid.html

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