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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 13:29 #71070

badhofer schrieb: Es gibt patentierte Schönheits-Creme. Wie funktioniert Schönheit? :ohmy:

:lol:

Schönheit ist Symmetrie... ;-)

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 14:11 #71080

.
Nach allem, was ich da jetzt gehört habe, finde ich noch immer keinen plausiblen Grund, warum sich die Masse eines Schwarzes Loch bei seiner Entstehung bis zu einer Singularität verdichtet.

1.) Druck und Widerstand wachsen nicht linear. Während sich der Radius verkleinert und somit der Druck erhöht wird, verkleinert sich das Volumen umso mehr und somit wächst der Widerstand umso mehr.

2.) Relativistische Effekte aufgrund relativistischer Geschwindigkeiten kann man ausschließen, denn ein SL entsteht nicht in einem Bruchteil einer Sekunde.

3.) Relativistische Effekte aufgrund eines wachsenden Gravitationspotentials betreffen sowohl Druck als auch Widerstand. Verkürzt sich der Radius aufgrund einer relativistischen Verkürzung von Raum und Zeit, verkleinert sich damit auch das Volumen aufgrund einer Verkürzung von Raum und Zeit, und somit erhöht sich auch der Widerstand (sogar schneller und mehr, als sich der Druck erhöht).

4.) Die Annahme, dass der Widerstand irgendwann zusammenbricht, kann ich nicht nachvollziehen. Der Widerstand hat Energie als Fundament. Energie strebt nach Erhaltung und nicht nach Zusammenbruch. Selbst wenn die Energie das SL verlassen könnte, würde sie das Gravitationspotential nach Außen mitnehmen und das SL würde sich auflösen.

Ist da irgendein Punkt falsch oder fehlt da noch einer oder mehrere?
.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 14:12 #71081

Falsifikator schrieb:

badhofer schrieb: Es gibt patentierte Schönheits-Creme. Wie funktioniert Schönheit? :ohmy:

:lol:

Schönheit ist Symmetrie... ;-)

Meinst du?
Ich finde perfekte Symmetrie langweilig.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 14:16 #71082

badhofer schrieb: Es gibt patentierte Schönheits-Creme. Wie funktioniert Schönheit? :

Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Wie das funktioniert, spielt keine Rolle, die Schönheit ist nicht der Zweck (Absicht) sondern das Ziel (Motiv).
Die Funktionsweise liegt in der technischen Herstellung, darauf geht das Patent, und nicht auf den (fragwürdigen) Effekt.

Die Herstellungsmethode von Aluhüten wäre auch schutzfähig.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 14:24 #71086

badhofer schrieb: 1.) Druck und Widerstand wachsen nicht linear. Während sich der Radius verkleinert und somit der Druck erhöht wird, verkleinert sich das Volumen umso mehr und somit wächst der Widerstand umso mehr.

4.) Die Annahme, dass der Widerstand irgendwann zusammenbricht, kann ich nicht nachvollziehen. Der Widerstand hat Energie als Fundament. Energie strebt nach Erhaltung und nicht nach Zusammenbruch. Selbst wenn die Energie das SL verlassen könnte, würde sie das Gravitationspotential nach Außen mitnehmen und das SL würde sich auflösen.

1 und 4:
Der Druck kann sich nur erhöhen wenn da etwas ist was einen gleich großen Gegendruck aufbauen kann. Andernfalls passiert das Gegenteil: Der Druck bricht völlig zusammen... Kleines Beispiel Luftpumpe: hälst du das Loch zu kannst du den Druck mit dem Kolben immer weiter erhöhen. Sobald du das Loch freigibst sinkt sofort der Druck weil der Gegendruck durch die eingesperrten Luftmoleküle fehlt.

So wie ich das verstehe ist keine Kraft bekannt die die Materie nach dem Zusammenbrechen des Fermidrucks der Neutronen noch stabilisieren könnte -- sprich einen Gegendruck aufbauen könnte. Wenn es da noch etwas gibt muss es erst gefunden werden.
badhofer schrieb: Der Widerstand hat Energie als Fundament.

Um mal bei diesem wie ich meine nicht korrekten Bild zu bleiben...
Die Energie die sich im Gegendruck aufbaut entspricht wohl der Energie mit der von außen gedrückt wird mit umgedrehten Vorzeichen.
Aber wie gesagt, das ist so nicht korrekt. Tatsächlich wird die Energie beim Zusammenbruch der stabilisierenden Bindung als Bindungsenergie frei und nach außen abgegeben -- oder warum explodiert eine Supernova mit einem derartigen Energieausbruch?

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 14:39 #71089

Merilix schrieb: Andernfalls passiert das Gegenteil: Der Druck bricht völlig zusammen...

Gut dass Du das erwähnst, das ist nämlich auch bei Flüssigkeiten und Festkörpern so. Ich hatte es zwar bereits als Grafik #70367 erwähnt, aber bin nicht weiter darauf eingegangen.

Im Hooke-Bereich ist alles sehr linear, aber wenn ein Grenzdruck überschritten wird, gibt der Widerstand so stark nach, dass bereits ein niedrigerer Druck für weitere Kompression ausreicht: In der Grafik (y=f.(x)) verringert sich nicht nur die Steigung d²y/dx² = m' < 0 sondern die Kurve sinkt sogar absolut dy/dx = m < 0.

Das könnte man mit einer Kiste vergleichen, die erst nachgibt, wenn die Kiste zerbricht, dann kann man die Bruchstücke ganz leicht und sehr stark komprimieren, bis die Bruchstücke und der Inhalt dem Druck wieder stärker widerstehen.

Oder ein ähnlicher Effekt:
bei Treibsand ist bekannt, dass er zuerst recht stabil ist und bei Überschreiten eines Drucks flüssig wird.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 15:07 #71092

ra-raisch schrieb: Gut dass Du das erwähnst, das ist nämlich auch bei Flüssigkeiten und Festkörpern so.

Ich wollte es erwähnen habs aber der Übersicht wegen unterlassen: Stichwort: Prüfung von Druckbehältern auf Dichtheit oder Ermittlung der Belastungsgrenzen.
Man pumpt den Behälter voller Flüssigkeit (ein Gas wäre blöd, das entspannt sich nämlich explosionsartig) und erhöht den Druck bis zur Prüfgrenze, bleibt er konstant ist alles Ok.
Bei der Ermittlung der Belastungsgrenze erhöht man den Druck weiter bis er wieder sinkt und weis: jetzt ist der Behälter irgendwo undicht/geborsten...

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 15:17 #71100

Merilix schrieb: Bei der Ermittlung der Belastungsgrenze erhöht man den Druck weiter bis er wieder sinkt und weis: jetzt ist der Behälter irgendwo undicht/geborsten...

Interessant, aber auch eher das Beispiel der Luftpumpe. Es entweicht etwas. Das haben wir bei der Kiste oder beim Stern nicht, es entweicht nichts. Lediglich die Struktur bricht zusammen.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 15:22 #71102

ra-raisch schrieb:

Merilix schrieb: Bei der Ermittlung der Belastungsgrenze erhöht man den Druck weiter bis er wieder sinkt und weis: jetzt ist der Behälter irgendwo undicht/geborsten...

Interessant, aber auch eher das Beispiel der Luftpumpe. Es entweicht etwas. Das haben wir bei der Kiste oder beim Stern nicht, es entweicht nichts. Lediglich die Struktur bricht zusammen.

Beim Neutronenstern ist es wohl wie vermutet die Umwandlung der Neutronenmaterie in ein Bose-Einstein Kondensat. Das kann als bosonische Materieform dem weiteren Kollaps nur noch wenig bis nichts entgegensetzen.

... wobei, Mit dem Begriff "bosonisch" muss man bei Vielteilchensystemen vorsichtig sein. Bosonisch sind Helium-4-Atome auch.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 15:27 #71105

.
Ein pdf von der Uni Wien beschreibt alles sehr gut und leicht verständlich.
Wo die Energie der Materie hinkommt, wenn sich Materie entartet und dadurch ihren Widerstand verliert oder verringert, ist jedoch auch nicht beschrieben. Flüchten kann sie ja nicht, und wenn schon, dann würde sie die Gravitation mitnehmen.

homepage.univie.ac.at/franz.embacher/Rel...dNeutronensterne.pdf

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 15:29 #71106

Ja richtig, das ergibt sich eben daraus, dass Quarks durch die Farbe mehr Unterscheidungen bieten. Das hatte ich schon früher ausgeführt.

Badhofer ging es aber eher um den Beginn der Kompression, also ein Gesteinsplanet, der zu einer Sonne heranwächst, nicht gerade das übliche Sonnenmodell aber auch zu lösen.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 15:36 #71107

badhofer schrieb: Wo die Energie der Materie hinkommt, wenn sich Materie entartet und dadurch ihren Widerstand verliert oder verringert, ist jedoch auch nicht beschrieben. Flüchten kann sie ja nicht, und wenn schon, dann würde sie die Gravitation mitnehmen.

Es wird zwar tatsächlich etwas abgestrahlt, aber der Großteil wird in Temperatur verwandelt, also Beschleunigung der Einzelteile, das ist hierbei dasselbe wie Druck.

T = p/(n·kB) = vT²mM/3kB
p = vT²ρ/3 = vT²n·mM/3 = ρ·kB·T/mM = n·kB·T
mit
kB Boltzmannkonstante
mM Teilchenmasse
vT mittlere (QMW) Temperaturbewegung, Teilchen-Geschwindigkeit

Druck ist immer eine Erhöhung der Geschwindikgeit, nicht wie "Festhalten". Durch Druck wird ja freie Energie hinzugefügt. Durch Volumenverrignerung sinkt das Potential und noch mehr Energie wird freigesetzt. Die Gesamtenergie ändert sich zwar nicht, aber die potentielle Energie wird frei "verfügbar", sie heitzt den Stern auf.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 15:58 #71112

Äußere Schönheit liegt ganz sicher im Auge des Betrachters. Für die Allgemeinheit gilt, daß starke Symmetrien gerne als Schön angesehen werden. Die Creme glättet ein Gesicht. Das gilt ebenfalls als ein Schönheitsmerkmal.

Ich möchte badhofer einmal zur Seite springen. Ich verstehe seine Bedenken. Ich habe für mich einen anderen Ansatz um Druck und Gegendruck zu beschreiben.
Mit einfachen Worten. Der Druck auf Materie muss jeweils Barrieren überwinden. Wir fangen bei der Barriere die sich aus den Atomen selbst ergibt an. Die Elektronen auf ihren Bahnen müssen näher an den Atomkern "gedrück" werden. Dazu ist eine Kraft notwendig. Wenn diese Barriere überwunden ist, entsteht ein Neutronenstern, in dem sich alle Elektronen im Kern befinden. Hier bedarf es keines weiteren Druckes mehr. Die Elektronen sind mit den Protonen eine Verbindung eingegangen.
Die nächste Barriere wäre die der Kernbausteine selber. Hier muss eine Kraft diese Barriere überwinden, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Ob man das nun Quark-Gluon-Plasma oder anders tituliert, ist eigentlich nebensächlich.
Aber auch hier ist noch anzunehmen, daß weitere Barrieren existent sind. Hier herrscht weiterhin ein Druck, den es zu überwinden gilt um den nächsten möglichen stabilen Zustand zu erreichen.
Die einfache Überlegung hieraus ergibt sich daraus, daß die Körnung von Raum und Zeit ebenso für Materie gelten muss. Da die Plancklänge noch nicht erreicht ist, muss es noch kleinere Strukturen als die Quarks geben. Darauf zielt ja zum Beispiel die Stringtheorie ab... Und somit sollte es auch weitere Barrieren geben, die ein vollständiges Zusammenfallen von SLs verhindern sollte.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 16:02 #71113

Falsifikator schrieb: Die nächste Barriere wäre die der Kernbausteine selber. Hier muss eine Kraft diese Barriere überwinden, um wieder ein Gleichgewicht herzustellen. Ob man das nun Quark-Gluon-Plasma oder anders tituliert, ist eigentlich nebensächlich.
Aber auch hier ist noch anzunehmen, daß weitere Barrieren existent sind. Hier herrscht weiterhin ein Druck, den es zu überwinden gilt um den nächsten möglichen stabilen Zustand zu erreichen.
Die einfache Überlegung hieraus ergibt sich daraus, daß die Körnung von Raum und Zeit ebenso für Materie gelten muss. Da die Plancklänge noch nicht erreicht ist, muss es noch kleinere Strukturen als die Quarks geben.

Das mit den Barrieren hast Du ganz gut erkannt.
Wenn man vom Quarkplasma ausgeht, dann läßt sich dieses stärker als rs zusammendrücken. Es wäre schon seltsam, wenn dies durch sehr viel kleinere Strukturen verhindert würde.

Es geht dabei eben nicht darum, die einzelnen Quarks zu komprimieren, sondern nur das Quarkplasma. Allerdings muss ich zugeben, dass die starke Kernkraft durchaus auch abstoßend wirken kann.......

wiki:
Auf sehr kurze Abstände wirkt die Kernkraft abstoßend, entsprechend einem harten Kern (Hard Core) von 0,4 bis 0,5 fm.
Aaaaaaber das ist nur die Restkernkraft zwischen Nukleonen, nicht die zwischen Quarks.......

wiki:
Bei kleinem Abstand können die Quarks wie freie Teilchen betrachtet werden (asymptotische Freiheit).
Nein, keine Abstoßung, nur die Anziehung entfällt.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 18:46 #71125

Soweit kann ich folgen. Ich frage mich nur ob die Quarks die letzt Matroschka Puppe ist. Oder ob nicht anzunehmen ist, daß sich noch unentdeckte, kleinere Teilchen in Quarks befinden...
Aber unabhängig von dieser Frage, stellt sich noch die Frage der letzten Barriere, der der kleinsten Teilchen bzw. Energieeinheiten.
Auch diese haben noch ein bestreben, also Gegendruck, einen eigenen Raum einnehmen zu wollen. Insofern verstehe ich Badhofers Einwand. Hier muss diese letzte Bastion erkannt und berechnet werden, ab wann sich diese Energien zu einer Singularität zusammendrücken lassen.
Betrachtet man dies in der Zusammenschau, bleibt nur die mathematische Annahme, es müsse sich um eine Singularität handeln. Die wird aber nicht durch schlüssige Beweisführung oder Beobachtung gedeckt.
Vielmehr lässt die Kerr-Lösung auch einen anderen Interpretationsspielraum zu. Die "Ringsingularität" ließe den Schluss zu, daß diese gefüllt sein könnte, und somit einen realen Kreisdurchmesser innehat. Der Ereignishorizont wäre davon nicht berührt. Er wäre immer noch die Grenze, an dem das Licht nicht der Metrik, bzw. der Gravitation entkommen kann. Und trotzdem hätten wir keine Punktsingularität!
Ich hoffe ich habe mich verständlich ausgedrückt. Hier ist glaube ich das letzte Wort noch nicht gesprochen.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 19:05 #71127

Falsifikator schrieb: Soweit kann ich folgen. Ich frage mich nur ob die Quarks die letzt Matroschka Puppe ist. Oder ob nicht anzunehmen ist, daß sich noch unentdeckte, kleinere Teilchen in Quarks befinden...

Nachdem dies erst innerhalb von rs zur Eröffnung käme werden wir es wohl nie erfahren oder anders gesagt: Das ist wohl keine Realität unseres Universums. Aber das ist jetzt nur meine Meinung.

Und um es nochmals zusammenzufassen:
Die Singularität im Zentrum ist die naive Schlussfolgerung (Extrapolation), die somit die größte Tradition hat und für alle praktischen Zwecke ausreicht. Sie verstößt nicht gegen ART und ist deshalb auch die gängige Sichtweise. Wie man dies mit dem Coulombfeld und der Raumzeitkrümmung oder dem Gravitationsfeld vereinbart, wenn die Quelle hinter einem Ereignishorizont verborgen ist, ist fast schon Geschmacksfrage. Ob man nur die Eigenschaften in die holografische Oberfläche verlagert, ein Memory der Felder annimmt, oder wie auch immer, keiner zweifelt daran, dass die Eigenschaften von Trägheit, Schwere, Drehimpuls und Ladung erhalten bleiben.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 20:20 #71130

Ich bin überzeugt das es die Singularität nicht gibt sondern das es sich ähnlich verhält wie mit der Urknallsingularität:
Wir können extrapolieren bis zur Größenordnung der Plankeinheiten.
Hier kollidiert das Unbestimmtheitsprinzip aus der QM mit der Relativitätstheorie.
Ein Photon benötigt für eine Plancklänge eine Planckzeit. Um das zeitlich aufzulösen müsste das Photon eine Energie äquivalent zur Plankmasse haben deren Schwarzschildradius wiederum der Plancklänge entspricht.
"This is the most extreme example possible of the uncertainty principle, and explains why only a quantum gravity theory reconciling general relativity with quantum mechanics will allow us to understand the dynamics of space-time at this scale. "
en.wikipedia.org/wiki/Planck_units#Other_uses

T=0 (Urknall) oder R=0 (Schwarzes Loch) liegt also schon rein rechnerisch außerhalb unserer Theorien.

assume good faith

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assume good faith

Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 21:55 #71133

Die Planckeinheiten sind mathematische Größen, deren Werte sich aus einer geeigneten Kombination von Naturkonstanten ergeben.
Das Problem ist die Planckmasse! Sie liegt bei ...x 10 hoch -4! Viel zu groß, um in der Astrophysik etwas sinnvolles beschreiben, geschweige denn begründen zu wollen.

Die einzigen Kenngrößen, die ein SL charakterisieren, sind die Masse, der Drehimpuls und eventuell die Ladung, falls es bei letzterer einen Überschuss geben sollte.

Wenn man die Urknallsingularität betrachtet, dann geht man davon aus, dass am Anfang nur Energie vorhanden war. Von Materie keine Spur.
Materie kondensierte später aus, als die Temperaturen dies zuließen.

Übertragen auf SL könnte man fragen, welche Temperaturen, sprich welche Energiedichten denn im Innersten Bereich eines SL herrschen.
Wenn die entsprechend hoch sind, wird dann nicht jede fermionische Materieform in bosonische umgewandelt?
Und gehorcht dann nicht diese bosonische Energie jetzt nur noch dem Drehimpuls. ( Stichwort: Kerr - Metrik) ?

Eine Planckmasse kommt da nicht vor! Geschweige denn eine Planckmassendichte!
Die wird da aber so was von locker überschritten, dass es nur so kracht!

Haha, freu mich über meine eigene Formulierung, dass es nur so kracht.

Thomas

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 22:21 #71135

Ich bin mir nicht sicher ob wir da nicht einen Fehler machen, ein SL mit dem Urknall gleichzusetzen. Der Urknall hat um sich herum überhaupt keine Raumzeit mehr. Denn die ist ja der Grund dafür, daß sich das Universum danach ausgedehnt hat.
Das ist beim SL komplett anders. Hier ist überall drumherum Raumzeit und sogar Materie wenn es der Kern von Galaxien ist.
Daher sollten wir das nicht vermischen, auch wenn die Ähnlichkeit dazu verleitet. Meine Meinung dazu.
Die Planckmaße sind für mich ebenfalls nicht schlüßig, guckt man die unterschiedlichen Größenordnungen an. Die Masse sprengt die Skala. Aber hier ist es einfacher von einer Körnung auszugehen, daher würde ich das jetzt auch nicht anzweifeln wollen.
Instinktiv würde ich eben sagen, daß die Schwerkraft alleine nicht auslangt um eine Punktsingularität zu erzeugen. Hier fehlen mir aber die schlagenden Argumente. Bestenfalls können hier die Barrieren des Materieaufbaus es anschaulich begründen.
Da aber die wichtigsten Eigenschaften auch hier übrig bleiben, sind die realen Maße der Kernmasse eigentlich unwichtig.
Maße und Masse, rettet das ß!

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 23:15 #71138

Thomas schrieb: Wenn die entsprechend hoch sind, wird dann nicht jede fermionische Materieform in bosonische umgewandelt?.

Das war auch immer meine Idee, wobei ich schon bei rs daran denken muss. Aber Yukterez hat mich immer zurechtgestaucht, und Materie kann ja nur mit Hilfe von Antimaterie annihilieren. Aber am Ende ist diese geliehene Antimaterie womoglich der Partner für die Hawkingstrahlung.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 14 06. 2020 23:21 #71139

Falsifikator,

die ART liefert zwei Singularitäten. Die eine ist die Urknallsingularität, die andere Sorte sind SL er Singularitäten.

Prinzipiell unterscheiden sich beide nicht. Nur ein Unterscheid fällt sofort auf: aus der Urknallsingularität entsteht Raum, Zeit und Energie. Aus einem SL entstehen diese Eigenschaften nicht. Im Gegenteil, in einem SL verschwinden diese Eigenschaften, gleichsam wie in einem Abflussrohr.

Es hat fast den Anschein, dass zwar beide Erscheinungen Lösungen der ART sind, dass sie sich aber in ihrer Wirkung diametral gegenüberstehen.

Die eine erschafft sich die Raumzeit selbst, die andere vernichtet sie quasi und kehrt zu den Ursprungseigenschaften der Urknallsingularität zurück.

Jetzt sag ich mal etwas sehr intuitives: die Kinder - Schwarzen - Löcher bleiben hinter der Mächtigkeit der Mutter weit zurück. Wie wenn sie zurück möchten in den Schoß der Ursprungssingularität.

Aber Mutter und Kinder sind in der Regel verwandt!

Man könnte auch so formulieren: die SL in unserem Universum sind nichts anderes als Tochterzustände des Mutterzustandes, mit dem Unterschied, dass die Tochterzustände nur mehr Sternsysteme mit massiven SL im Zentrum hervorbringen können und es dann nur noch den massereichen Sternen vergönnt ist, noch kleinere SL auszubilden.

SL gehören in ihrer Vielzahl zur Raumzeit dazu und schnüren sich quasi von derselben ab. Nur ihre Wirkung bleibt spürbar.

Ein Vergleich zwischen der Ursprungsingularität und den Tochtersingularitäten erscheint unter diesem Blickwinkel ja zwingend notwendig.

Thomas

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Gravitation und Fallbeschleunigung 15 06. 2020 00:13 #71142

Thomas schrieb: Die Planckeinheiten sind mathematische Größen, deren Werte sich aus einer geeigneten Kombination von Naturkonstanten ergeben.
Das Problem ist die Planckmasse! Sie liegt bei ...x 10 hoch -4! Viel zu groß, um in der Astrophysik etwas sinnvolles beschreiben, geschweige denn begründen zu wollen.

Das sehe ich ganz anders. Erwartest du etwa eine winzige oder große Zahl die an den Grenzen des vorstellbaren liegt?
Ich würde sagen ein Gebilde von der Größe einer Plancklänge das 21µg Masse hat ist unvorstellbar viel.
Vieleicht ist die Planckmasse auch die maximal denkbare Masse eines Elementarteilchens -- eine schier unvorstellbar große Zahl.
Das ergibt sogar Sinn... Ein Teichen mit Planckmasse das unmittelbar zum SL wird ist sicher eine theoretische Grenze.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 15 06. 2020 00:21 #71143

Merilix schrieb: Ein Teichen mit Planckmasse das unmittelbar zum SL wird ist sicher eine theoretische Grenze.

Das ist korrekt. Nach der UR ist die Planckmasse die kleinste Masse, die einen rs=2rP=2G·mP/c² von 2 Plancklängen hat.
Ein kleineres SL wäre zu unscharf, man könnte es gar nicht innerhalb des dann noch kleineren rs definieren.

Aber beim SL kann man ja sowieso nicht nachmessen, und beim Anleuchten würde das SL sofort wachsen, wobei die Wellenlänge aber auch nicht größer sein dürfte, denn sonst trifft man es gar nicht, und wenn es nicht nach Hawking ohnehin unmittelbar verdampfen würde....
τ = M³/3ΛsH = 8.67e-40 s = 16085 tP
ΛsH = ℏc⁴/15360G²π = 3,962839e+15 kg³/s

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Gravitation und Fallbeschleunigung 15 06. 2020 11:30 #71148

Dann wäre das ja jetzt geklärt.
Dann nochmal meine Frage, wie lautet die Formel, bzw. der Term, der die Rotverschiebung aufgrund der Raumexpansion beschreibt?
Also die Rotverschiebung, die hauptsächlich auf eine große Entfernung und lange Reisedauer zurückzuführen ist.

Danke

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Gravitation und Fallbeschleunigung 15 06. 2020 12:40 #71155

kosmische Rotverschiebung

z = 1/a-1 = ²(c+v)/²(c-v)-1
da v = H·D Rezessionsgeschwindigkeit
z = ²(1+H·D/c)/²(1-H·D/c)-1 = ²(1+D/rH)/²(1-D/rH)-1
rH = H/c Hubbleradius Hubblesphäre derzeit H°/c = 14,4 Mrd ly

Da sich H im Laufe der Zeit und somit mit der Entfernung ändert, ist das nur eine Näherung für kleine Rotverschiebungen.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 15 06. 2020 19:03 #71179

Es gibt einige Online-Rechner dazu.
Gutes Beispiel
www.astro.ucla.edu/~wright/CosmoCalc.html für die Berechnung verschiedener kosmologischer Distanzen bei gegebener Rotverschiebung z
www.astro.ucla.edu/~wright/DlttCalc.html das gleiche bei gegebener Lichtlaufzeitentfernung Dltt.

Auch die dort verlinkten Tutorialseiten mit den theoretischen Hintergründen sind meiner Meinung nach recht anschaulich.

Mit etwas Javascript-Kenntnis lassen sich die Formeln auch "leicht" extrahieren ;)

PS:
Link zu den verwendeten Formeln:
www.astro.ucla.edu/~wright/Distances_details.gif

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Gravitation und Fallbeschleunigung 16 06. 2020 09:19 #71226

E = mc2

Nach allem, was ich bis jetzt herausgelesen habe, ist:

Die Voraussetzung für die Entstehung einer Singularität im Inneren eines SL ist der Zusammenbruch des Widerstandes. Aber wie kann der Widerstand zusammenbrechen? Das Fundament des Widerstandes ist Energie und Energie strebt nach Erhaltung. Flüchten kann sie auch nicht und wenn schon, würde sie ihre Gravitation mitnehmen. Was immer auch mit der Masse bei Verdichtung geschieht, die Energie lässt sich davon nicht beeindrucken. Wie auch immer die Materie sich entartet, das Streben nach Erhaltung seiner Energie wird sich wohl kaum entarten. Energie strebt immer einen energetisch günstigeren Zustand an. Auf eine Singularität verdichtet wäre der denkbar ungünstigste energetische Zustand, folglich wehrt sich die Energie dagegen. Zu Hilfe gegen ihre eigene Gravitation kommt ihr dabei, dass bei einer Halbierung des Volumens sich der Radius nicht auch halbiert, sondern weniger verkürzt. Auch würden relativistische Effekte sowohl Volumen als auch den Radius gleich betreffen und somit wegkürzen.

Also, ich sehe nach wie vor keinen Hinweis, wie es zu einer Singularität kommen kann.

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Gravitation und Fallbeschleunigung 16 06. 2020 14:59 #71235

badhofer schrieb: Also, ich sehe nach wie vor keinen Hinweis, wie es zu einer Singularität kommen kann.

Naja das Bild der Singularität ergibt sich aus der nach innen fallenden Materie, der Endzustand dieser Linie ist die Zentralsingularität.

Nimmst Du nur noch Energie an, dann ist die Kompression noch viel einfacher, weil Energie ohne Masse E=ℏω=h·f also Photonen keinen eigenen Platz benötigen, sie können beliebig dicht überlagert werden. Sie benötigen lediglich einen ausreichenden (gemeinsamen) Raum. Allerdings ist dieser reziprok zur Energie λ=c·h/E. Je höher die Frequenz, desto kleiner der benötigte Raum. Natürlich erhöht sich der Druck mit der Frequenz......hmmm

p = n·f·h = E/V ~ E/r³
g = E·G/r²c²

....ich bin mir nicht sicher, wie man nun Druck und Gravitation abwägen könnte

F = p·A = 3E/r ... da SK/VK = 1/LK = 3/r
-a = F/m = 3E/(r·m)
g = -a ⇒ 3r²c² = G·r·m, also r = m·G/3c² = E·G/3c⁴

Damit wäre die innere Kugel (maximal als Hohlkugel) rs/6, für eine bessere Berechnung müßte man Druck und Dichte von innen aufbauen.
ergibt das irgend einen Sinn...wenigstens nach Newton ;) ?
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Gravitation und Fallbeschleunigung 18 06. 2020 11:57 #71363

Falsifikator schrieb: (in einem anderen Thread)
Durch enormen Druck und Temperatur werden die Teilchen in Energieformen gewandelt, die keinen Platz mehr benötigen.

Ist das experimentell bewiesen, dass es eine Energieform gibt, die keinen Platzt benötigt?

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Gravitation und Fallbeschleunigung 18 06. 2020 13:14 #71369

badhofer schrieb:

Falsifikator schrieb: (in einem anderen Thread)
Durch enormen Druck und Temperatur werden die Teilchen in Energieformen gewandelt, die keinen Platz mehr benötigen.

Ist das experimentell bewiesen, dass es eine Energieform gibt, die keinen Platzt benötigt?

Alle Teilchen mit geradem Spin = Bosonen benötigen zwar Platz aber keinen eigenen Platz, sie unterliegen nicht dem Pauliprinzip.

Helium⁴ ist ein Boson, allerdings sind seine Bestandteile (p,n,e) keine Bosonen, aber das ist dann erst die nächste Skala. Helium bietet daher keinen Fermidruck, sondern erst seine Elektronen. Aber von Fermidruck in Atomgröße ist mir auch anders nichts bekannt, das spielt wohl keine große Rolle, weil die Elektronenbindungen bzw -abstoßungen im Vordergrund stehen werden.

Ich sehe gerade, für flüssiges Helium³ spielt der Fermidruck die wichtigste Rolle.

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