27.02.2014
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Kepler-Mission, schöne neue Welten

Schöne neue Welten... Gestern hat die Kepler-Mission mit einem Paukenschlag ihre neuesten Zahlen veröffentlicht: 715 neue Exoplaneten, etwa hundert davon erdähnlich! Damit liegen wir insgesamt bei 1.690 Planeten um 1.023 Sterne. 659 Kandidaten befinden sich innerhalb der habitablen Zone (180 K < Oberflächentemperatur < 310 K).

Sämtliche Daten sind hier online zugängig. Die Originalpublikation finden Sie hier. Die nachfolgende Graphik soll den Erkenntnisgewinn verdeutlichen:   

Credit: NASA/AMES/SETI/J. Rowe

 

Wohl gemerkt sprechen wir bei der Kepler-Mission von der Transitmethode, also dem glücklichen Umstand, dass die Planeten zwischen uns und dem beobachteten Stern vorbeiziehen und dabei eine Helligkeitsschwankung verursachen. Wenn wir bereits bei der Auswertung dieser unwahrscheinlichen Konstellation eine wahre Inflation an Entdeckungen erleben, legt das nahe, dass es dort draußen Planeten in Hülle und Fülle gibt.

 

Bereits die November-Daten hatten ergeben, dass jeder fünfte sonnenähnliche Stern einen Planeten in der habitablen Zone aufweist. Wenn wir bereits innerhalb der Milchstraße, in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, habitable Planeten in dieser Häufigkeit finden, wie wahrscheinlich ist es dann, dass sich in hundert Milliarden Galaxien kein zweiter bewohnter Planet befindet?   

Vor vier Jahrhunderten haben Simon Marius und Galileo Galilei erstmals die Jupiter-Monde beobachtet und sie erkannten, dass unser Planet wahrscheinlich nicht im Mittelpunkt des Universums steht. Vielleicht wird man in 400 Jahren auf die aktuellen Beobachtungen zurückblicken mit der Einschätzung: Damals wurde den Menschen erstmals bewusst, dass sie wahrscheinlich nicht allein sind in den Weiten des Alls.

(Josef M. Gaßner, 27.02.2014)

Personen in dieser Konversation

  • Natürlich lösen solche Vorstellungen fast immer eigenartige Gefühle aus - positive wie negative.

    Was wir uns dabei doch aber immer vor Augen halten müssen ist doch, dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich dort (abhängig von der Entfernung) in einem Zeitraum Leben entwickelt haben könnte welches wir (hätten wir die technischen Möglichkeiten dazu) auch tatsächlich heute wahrnehmen könnten sehr gering ist. Anders gesagt: Gäbe es anderswo JETZT Leben vergleichbar mit dem unseren könnten wir es (in Abhängigkeit von der Entfernung) erst in millionen Jahre wahrnehmen. Hätte es dort vor millionen Jahren Leben gegeben welches wir heute wahrnehmen könnten bleibt auf jeden Fall die Frage, ob davon bis heute überhaupt etwas hätte überleben können...
    Dann muss man sich noch die Frage stellen: Gäbe es weiteres "intelligentes Leben" in weiter Entfernung und wäre es in der Lage gewesen bis heute zu überleben dann hätte man dort vermutlich auch bereits Mittel und Wege gefunden, uns hier auf der Erde zu besuchen (natürlich vorausgesetzt diese Leben wäre nicht so intelligent, das lieber zu unterlassen ;-)