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THEMA: Frage zu den Eigenschaften des Nichts

Urknall Hypothese Stand 2015 24 Jul 2015 22:57 #558

Ich hätte da einige Fragen zum Film: Urknall Hypothese Stand 2015
Wenn man bei einem Zylinder das Vakuum vergrößern will, muss man Kraft anwenden. Ich gehe davon aus, dass sie nicht gemeint haben, um den Luftdruck zwischen außen und dem Vakuum innen zu überwinden, auch nicht, um den Reibungswiderstand des Kolbens zu überwinden.
Um sicher zu gehen folgende Frage:

Ein Zylinder, zur Hälfte Vakuum, Kolben zeigt nach unten, Reibungswiderstand zwischen Kolben und Zylinder absolut Null, am Kolben hängt ein Gewicht, dass exakt dem Luftdruck entgegenwirkt, der den Kolben nach oben drücken würde.
Was geschieht:
Geht der Kolben nach unten, oben oder bleibt er gleich? Also, wird das Vakuum größer, kleiner oder bleibt es gleich?

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Urknall Hypothese Stand 2015 25 Jul 2015 13:42 #565

Lieber Herr Badhofer,
bei der Erstellung der Widmung ist mir aufgefallen, dass Sie unser Buch bestellt haben. Darin finden Sie den Urknall wesentlich detaillierter beschrieben als im Video. Ich schlage vor, dass Sie erst das Kapitel 2 "Urknall" lesen, vermutlich werden sich viele Fragen dabei erledigen und womöglich neue Fragen entstehen, die wir anschließend hier im Forum behandeln....

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Urknall Hypothese Stand 2015 28 Jul 2015 20:15 #593

Ich möchte das Bild vom Blick auf die Meeresoberfläche strapazieren: Wenn man, über der Oberfläche stehend, versucht, mittels eines Brettes am Seil, die Wellenhöhe und die genaue Entfernung der Oberfläche zu ermitteln, wird jedes Auftreffen des Bretts das Messergebnis verfälschen und vor allem die tatsächliche Maße, die Realität, verändern. Die Wellenhöhe wird gemindert, die Entfernung verändert. Was immer ich auch mache, den tatsächlichen Zustand werde ich nicht exakt in Erfahrung bringen können. Das stelle ich mir, mit meinen bescheidenen Mitteln, unter einer Beobachtungsunschärfe vor. Und diese Ungewissheit über den genauen Wert dann die Unschärfe allgemein. Die Oberfläche ist da, doch in welcher Entfernung, in welcher Verfassung???

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Urknall Hypothese Stand 2015 29 Jul 2015 08:18 #596

Bitte Vorsicht - ich warne vor diesen Bildern, weil sie den Eindruck erwecken, die Unbestimmtheit in der Quantenmechanik würde dadurch bedingt, dass wir nicht in der Lage wären, geeignet zu messen, d.h. unser Meßprozess würde die Dinge entsprechend verändern und damit die Unschärfe auslösen.
Dieser scheinbare Zusammenhang wird leider immer wieder publiziert. Die Unbestimmtheit ist allerdings intrinsisch und damit unabhängig vom Meßverfahen. In jeder quantisierten Theorie schleppt man sich dieses Problem ein, weil eine Theorie, die von Zustand A zum Zustand B springt, naturgemäß über das Dazwischen nichts aussagen kann. Zu Ende gedacht steckt hier die Unbestimmtheit - mathematisch zeigt sie sich durch das Nichtvertauschen der Kommutatoren.

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Urknall Hypothese Stand 2015 29 Jul 2015 10:43 #597

Gibt es einen Unterschied zwischen Unbestimmtheit“ und Unschärfe?
In ihrem Film „Urknall-Hypothese - Stand 2015“ nennen sie das Beispiel mit der Regentonne, bei der man nicht weiß, wo sich der Arm gerade befindet, der die Pumpe aus und einschaltet. Sie nennen das Unbestimmtheit. Ist diese Unbestimmtheit die Unschärfe oder ist da etwas anderes gemeint? Ist Unbestimmtheit gleichzusetzen mit Unschärfe?

Noch eine zweite Frage zu dem Film:
Das Beispiel mit dem Sombrero: Das Vakuum bleibt mangels Entscheidungskriterien eine Zeitlang am falschen Ort. Den Phasenübergang nennen sie dann einen Symmetriebruch. Bedeutet das, dass der vorhergehende Zustand absolut symmetrisch war oder war er auch unsymmetrisch, jedoch innerhalb einer gewissen Toleranz, also, die Asymmetrie war vorhanden, jedoch zu klein, um etwas zu bewirken?

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Urknall Hypothese Stand 2015 29 Jul 2015 16:52 #598

1.) Unschärferelation ist lediglich ein unglücklich gewählter, synonymer Begriff für Unbestimmtheitsrelation.

2.) Zum Mexican Hat: Vor dem Symmetriebruch stellen wir uns den Zustand symmetrisch vor. Könnten wir dem System genug Energie zuführen, müsste es die Symmetrie wieder ausbilden - deshalb spricht man von einem sog. "spontanen" Symmetriebruch.

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Urknall Hypothese Stand 2015 29 Jul 2015 21:30 #599

Wenn man sich einen symmetrischen Zustand vorstellt, würde das bedeuten, dass man ohne einer externen Störung Wasser bis zu – 272 Grad abkühlen kann, ohne das es gefriert. Ohne externer Störung würde es zu keinem Symmetriebruch kommen. Wenn man das jetzt auf den Urknall anwendet, hätte der Symmetriebruch beim Urknall ausschließlich durch eine externe Störung hervorgerufen werden können. Nun ist es jedoch so, dass es beim Urknall kein extern gegeben hat. Man kann ja nicht annehmen, dass nur ein Teil „urgeknallt“ hat sondern alles (wenige) zu dem Zeitpunkt vorhandene. Das bedeutet, es kann schon vor dem Urknall keine Symmetrie gegeben haben, da es keine externe Störung gegeben hatte können, die einen Symmetriebruch verursacht hätten.

Wenn es schon vor dem Urknall keine Symmetrie gegeben hat, kann man annehmen, dass es grundsätzlich keine Symmetrie gibt, denn dass aus einer Asymmetrie Symmetrie entsteht, ist schon sehr unwahrscheinlich. Was auch den Erfahrungen aus unserem wahrnehmbaren Bereich entspricht. Es gibt wahrscheinlich mehr Schneeflocken als Sterne am Himmel und doch gleicht keine einer anderen. Das selbe gilt für Sandkörner.

Auf das Beispiel mit dem Sombrero, oder auch auf das Wasserfeld bezogen, würde das nun bedeuten, es gibt keine Symmetrie, die Asymmetrie ist jedoch zu klein, um wahrgenommen zu werden. Erst wenn sich die Asymmetrie summiert, wird sie groß genug, um wahrgenommen zu werden.
Z.B. die Asymmetrie beim Wasserfeld hat bei Null Grad den Faktor x, bei -1 Grad 2x, bei -2 Grad 3x usw. Irgendwann wird der Faktor groß genug, um wahrgenommen zu werden, dann gefriert das Wasser ohne externer Störung.

Einen spontanen Symmetriebruch dürfte es eigentlich gar nicht geben, was auch den Erfahrungen in unserem wahrnehmbaren Bereich entspricht. Um eine Bombe zu zünden, benötigt man einen Zünder, um eine Patrone zu zünden, eine Zündkapsel, damit ein Motor läuft, einen Starter. Selbst in den Gedanken ist das so (Reaktionszeit)

Was spricht dagegen?
Was spricht eigentlich dafür, dass man annimmt, es gebe Symmetrie?

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Urknall Hypothese Stand 2015 30 Jul 2015 09:49 #600

In einer quantenmechanischen Welt gibt es immer kleinste Störungen, weil "alles schwankt".

Haben Sie das Buch schon erhalten? Ich schlage vor, dass wir die Fragen zur Symmetrie verschieben, bis Sie das Kapitel zu Eichsymmetrien und deren Bedeutung in der modernen theoretischen Physik gelesen haben.

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Urknall Hypothese Stand 2015 30 Okt 2015 23:51 #1060

Die "Quantilisierung" der Materie ist durch die "Unfähigkeit" (vielleicht ein schlechter Begriff) des Universums unendliche Algorithmen zu "berechnen" (falls die Materie ein gigantischer Quantencomputer ist) oder auszuführen (falls die Materie selbstorganisierend ist) bedingt.
Ganz wie ein Taschenrechner, der zwar unglaublich viele Nullen als Nachkommenstellen hat, aber eben nicht unendlich und somit irgendwann abbrechen muss.
Z.B. 10^ -50 ,dann ist 10^ -51 z.B. nicht mehr darstellbar.
Auf 10^ -50 folgt 2*10^ -50 und unendlich viele Zahlen dazwischen fallen heraus.

Das Leben ist kein Problem, dass man lösen muss, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

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Das Leben ist kein Problem, dass man lösen muss, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt.

Urknall Hypothese Stand 2015 18 Jan 2016 20:54 #2204

Ich hab eine Frage zur Expansion des Weltalls.
Im Buch steht, daß sich die Galaxien nicht wirklich voneinander bewegen, daß sie ihre Größe beibehalten, lediglich zwischen ihnen entspringt neuer Raum.
Demnach entsteht neuer Raum nur zwischen den Galaxien und nicht innerhalb von Galaxien. Weshalb ist das so? Hat es einen Grund?
Danke für die Aufklärung
Robbie

Q: Why is the universe here?
A: Where else would it be?

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Q: Why is the universe here?
A: Where else would it be?

Urknall Hypothese Stand 2015 18 Jan 2016 21:14 #2205

Soviel bekannt ist, wird, wie Herr Professor Gassner leert, der Raum zwischen den Galaxien geschaffen. Er entsteht. Und mit ihm, nicht zu vergessen, die Zeit. Innerhalb der Galaxien regiert die Gravitation. Sie verhindert, das Auseinandertreiben derselben zum Beispiel und unter anderem durch die Fliehkraft. Da die Wirkung der Gravitation bei den Galaxien aber nicht allein durch die Menge der sichtbaren, der barionischen, Materie erklärbar, besser rechenbar ist, muss es noch eine Art Materie geben, die wir nicht sehen. Die dunkle Materie. Ob nun auch innerhalb der Galaxien Raum generiert wird, kann man nicht sagen, nicht beweisen. Ist dem so, dann muss es, da es dann noch größerer Massen bedarf, um die Gravitation auch noch gegen die Raumzeiterzeugung wirken zu lassen, noch mehr Masse geben. Man sieht sie aber nicht und in kleinerer Konzentration wird auch ihre Existenz nicht so einfach durch Gravitationslinsen erkennbar sein. Fazit: Es ist möglich, dass auch innerhalb der Galaxien Raum generiert wird. Je mehr das ist, vielleicht im Verhältnis zur Größe der Galaxie, je mehr Masse muss die Galaxie haben.

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Urknall Hypothese Stand 2015 18 Jan 2016 22:35 #2207

Ich schiebe noch eine Frage nach. Wenn man die Rotationskurven von Galaxien anschaut, dann fällt auf, dass die Sterne in den äußeren Bereichen schneller rotieren, als es nach den Keplergesetzen sein dürfte. Wir nehmen an, dass es eine dunkle Materiekomponente geben muss, die dafür verantwortlich ist. Befindet sich nun die dunkle Materie eher im Inneren der Galaxie oder eher außerhalb.??
Grüße
Thomas

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Urknall Hypothese Stand 2015 18 Jan 2016 22:43 #2208

Diese Frage habe ich hier im Forum auch schon gestellt. Man müsste doch ausrechnen können, wie diese dunkle Materie verteilt sein muss und wo sie sich befindet. Ledier habe ich keine Antwort. Ich vermute, da sie sich rings um die Galaxie auswirkt, liegt der Schluß nahe, dass sie sich im Inneren befindet, damit eine relative Symmetrie erreicht wird. Außerdem, wir befinden uns ja auch in einem dieser Spiralarme. Wenn diese dunkle Materia sich also dort befände, würden wie sie ja ...ja, was eigentlich. Aber ich vermute, sie ist im Inneren. Dort sind die Massen, welche die Galaxie regieren. Dann sollte die dunkle Materie, die ja das Gleiche tut, auch dort sein.

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Urknall Hypothese Stand 2015 18 Jan 2016 23:04 #2209

Naja, wenn die Keplergesetze überall gelten sollen, dann gilt auch für eine Galaxie und deren Komponenten die Gleichheit von Zentripetalkraft zu Zentrifugalkraft. D.h. Sind die Sterne in den äußeren Spiralarmen schneller, als sie eigentlich sein dürften, dann befindet sich die dunkle Materie vornehmlich im Innenbereichen. Sie vertieft damit den Gravitationspotentialtopf und veranlasst damit die äußeren Galaxienkomponenten zu einer schnelleren Rotation. Damit ist aber noch nicht erklärt, warum die äußeren Komponenten gebunden rotieren, also mit zunehmendem Abstand vom Zentrum mit konstanter Winkelgeschwindigkeit. Das kann man wahrscheinlich nur verstehen, wenn man annimmt, dass die Dichte der dunklen Materie keinen zunehmenden Dichtegradienten in Richtung Zentrum kennt, sondern anders verteilt sein muss. Aber wie ist sie dann tatsächlich verteilt?
Grüße
Thomas

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Urknall Hypothese Stand 2015 19 Jan 2016 01:18 #2210

Danke, Klaus. Dass dabei auch Zeit entsteht, daran hab ich nicht gedacht. Aber ist eigentlich klar, weil wir in die Vergangenheit schauen, wenn wir entfernte Galaxien betrachten. Na, wenn das kein magisches Universum ist!

Ich möchte noch einen Buchtitel mitteilen, das Buch ist hinreißend!
"Der Heimatplanet" Da sind 150 Bilder von Erde und Mond drin aus sowjetischen und amerikanischen Archivbeständen. Die Kurzen Begleittexte sind aus Interviews, Artikeln oder aufgezeichneten Funkgesprächen der Astronauten.

Q: Why is the universe here?
A: Where else would it be?

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Q: Why is the universe here?
A: Where else would it be?

Urknall Hypothese Stand 2015 19 Jan 2016 22:04 #2214

Nochmal zur dunklen Materie im Halo einer Galaxie. Wenn Dunkle Materie gravitatv wechselwirkt, dann sollte sie doch im Laufe der vielen Milliarden Jahren sich der Dynamik der sichtbaren Galaxie zumindest in ihren Außen- und Innenbereichen angepasst haben. D.h. Auch die dunkle Materie sollte eine Scheibe ausgebildet haben, sollte mit den Aussenbereichen der Galaxie mitrotieren. Aus dem Halo sollte sie sich in der Galaxienscheibe ebenfalls verdichtet haben. Kennt jemand Simulationen zu diesem Bild?
Grüße
Thomas

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Urknall Hypothese Stand 2015 19 Jan 2016 22:37 #2215

Entscheidend für eine Simulation dürfte sein, ob und welche Wechselwirkungen die Teilchen der Dunklen Materie außer der gravitativen Wechselwirkung eingehen (z.B. Stoß- und Streu-Wechselwirkungen) - und zwar mit sichtbaren Teilchen und mit anderen DM-Teilchen.

Bei rein gravitativer Wechselwirkung müssten sich die DM-Teilchen auf Keplerbahnen um das galaktische Zentrum fliegen. Damit müsste die DM kugelförmig um das Galaktische Zentrum verteilt sein.

Je stärker die Wechselwirkungen, desto schneller sollten sich die Teilchen der Dunklen Materie zu einer Scheibe verdichtet haben.

Hier stellt sich mir die Frage: Haben wir die Chance, mithilfe des Gravitationslinsen-Effekts zu messen, ob die Verteilung der Dunklen Materie in einer Galaxie kugel- oder scheibenförmig ist?

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Urknall Hypothese Stand 2015 19 Jan 2016 22:43 #2216

Thomas schrieb: Kennt jemand Simulationen zu diesem Bild?
Grüße
Thomas


Kaum. Da bis jetzt noch niemand weiß, was diese ominöse "Dunkle Materie" eigentlich ist, aus was sie besteht, ob es sie überhaupt gibt und falls ja, warum sie mit der sichtbaren (baryonischen) Materie nur bezüglich der Gravitation auf eine geheimnisvolle Weise interagiert ................ muss die Antwort auf diese deine Frage offen bleiben.

Die "Dunkle Materie" ist bislang, ebenso wie die "Dunkle Energie" nur eine Hypothese allein aus dem Grunde, "dass sowas da sein muss, weil man sich sonst die Welt nicht erklären kann" ............. eine sehr dünne Basis, um damit weiter zu arbeiten und Modelle zu erstellen.

Jeder Versuch einer Antwort wäre pures Rätselraten.


Grüße
Udo

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert

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Urknall Hypothese Stand 2015 20 Jan 2016 07:34 #2217

Messungen mit dem Gravitationslinsen-Effekt an zwei kollidierten Galaxienhaufen haben schon einen sehr deutlichen Hinweis auf viel unsichtbare nur gravitativ wechselwirkende Masse gegeben. Daher erscheint mir die Annahme Dunkle Materie durchaus angemessen.

Die entscheidende Frage ist, was für nicht gravitative Wechselwirkungen die DM Teilchen eingehen. Und die können wir derzeit wohl nicht beantworten.

Spannend ist, ob wir mit Hilfe des Gravitationslinsen-Effekts etwas über die Verteilung der DM in anderen Galaxien erfahren können (scheiben- oder kugelförmig). Daraus könnte man dann wieder auf ihre Wechselwirkungen zurückschließen.

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Urknall Hypothese Stand 2015 20 Jan 2016 09:23 #2218

ClausS schrieb: Spannend ist, ob wir mit Hilfe des Gravitationslinsen-Effekts etwas über die Verteilung der DM in anderen Galaxien erfahren können (scheiben- oder kugelförmig). Daraus könnte man dann wieder auf ihre Wechselwirkungen zurückschließen.


Nach allem, was man bisher über diese Dunkle Materie weiß, wechselwirkt sie mit der normalen, sichtbaren Materie überhaupt nicht, gar nicht.

Das ist ja das Problem, das eine direkte Erfassung dieser ominösen Materie (die keine in diesem Sinne ist) unmöglich ist: Man sieht sie nicht, kein bisschen, sie ist unsichtbar, vollkommen unsichtbar, sie beeinflusst "in unserer Welt" nichts, gar nichts ............ außer dass deren vermutetes Vorhandensein gravitativ wirkt.

Vielleicht ist diese ominöse Dunkle Materie auch hier, im Inneren von Galaxien, vielleicht sogar bei uns, vorhanden, vielleicht werden wir alle durchdrungen von eben dieser Dunklen Materie ohne dass wir davon in irgendeiner Weise Kenntnis nehmen könnten.

Wie jagt man einem unsichtbaren, unfassbaren Phantom nach? Wie kann man es fangen? Dazu müssten wir mehr über seine Natur wissen.

Eventuell gibt es ja auch gar keine Dunkle Materie, sondern die gravitativen Phänomene, die man beobachtet und die man sich zur Zeit am ehesten durch das Vorhandensein dieser ominösen Dunklen Materie erklären kann, haben eine ganz andere Ursache? Gibt es Forschungen in dieser Richtung?


Grüße
Udo

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Urknall Hypothese Stand 2015 20 Jan 2016 11:34 #2220

Ja, die gibt es! Googelt euch doch mal den Geschosshaufen oder auf Englisch : Bullet Cluster genannt. Da fallen zwei Galaxienhaufen ineinander. Man hat hier 2006 mit zwei Satelliten beobachtet, zum einen mit dem Röntgenteleskop Chandra und zum anderen mit dem HST. Das HST hat schwach linsende Hintergrundobjekte gesehen und an Hand derer konnte man auf die beteiligten Massen schließen. Es ist grob 10 mal mehr Masse da, als man sehen kann. Chandra fand heißes Gas, das nicht einfach ineinander fiel, sondern elektromagnetisch wechselwirkt und dadurch sehr heiß wurde. Man kann zwei Stoßfronten erkennen, die sich gegenüber liegen. Die eine stammt von dem einen Haufen und die andere vom anderen. Das heiße Gas sendet Röntgenstrahlung aus. Es sieht also so aus, dass das Gas durch die Wechselwirkung gebremst wird, während der dunkle Materieanteil ineinander durchfällt, völlig unbeeindruckt, so wie Sterne zweier kollidierender Galaxien ineinander fallen. Das ist schon ein starker Hinweis auf die Existenz einer dunklen Materiekomponente.

viele Grüße
Thomas

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Urknall Hypothese Stand 2015 20 Jan 2016 11:53 #2221

Der Bullet-Cluster wird auch in der neuen Auflage behandelt - inklusive Farbabbildung 5.13 (Seite 347).
Ein weiteres Beispiel wäre der Galaxienhaufen Abell 520 - hier ist die Situation allerdings etwas komplizierter.

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Urknall Hypothese Stand 2015 20 Jan 2016 12:26 #2222

danke, stimmt!! Beim Blättern fiel mir die Abb. 5.11 auf Seite 344 ins Auge. Darauf sieht man einen Verklumpungseffekt der DM in Abhängigkeit von der Zeit (z-Achse).
Man hat den Eindruck, zwar einen Verklumpungseffekt zu erkennen aber bei weitem nicht so ausgeprägt, wie das die Materie getan hat. Wenn dem so sein sollte, kann man dann auf eine sehr leichte dunkle Materie schließen? Viel zwar, aber sehr leichte Bestandteile. Also keine WIMPS sondern LIMPS?
Grüße
Thomas

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Urknall Hypothese Stand 2015 20 Jan 2016 18:41 #2223

Thomas schrieb: Man hat den Eindruck, zwar einen Verklumpungseffekt zu erkennen aber bei weitem nicht so ausgeprägt, wie das die Materie getan hat. Wenn dem so sein sollte, kann man dann auf eine sehr leichte dunkle Materie schließen? Viel zwar, aber sehr leichte Bestandteile. Also keine WIMPS sondern LIMPS?


Was sorgt denn für die Verklumpung der sichtbaren Materie? Nach meinen Kenntnissen geschieht dies hauptsächlich durch nicht-gravitatitive Wechselwirkungen wie Stöße, Streuungen, Molekülbildungen und so weiter.

Wieso ist daher die Masse der DM Teilchen verantwortlich für die Stärke der Verklumpung?

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Urknall Hypothese Stand 2015 20 Jan 2016 19:48 #2224

Hallo ClausS,
Die Strukturbildung im Universum haben wir der Gravitation, oder richtiger der Raumzeitkrümmungen, die durch Materieansammlungen verursacht wird, zu verdanken. Ist schon Materie vorhanden, sammelt diese weitere Materie auf. Auf großen Skalen sieht deshalb das Universum aus wie ein Schwamm. Die dafür verantwortliche Kraft ist ausschließlich die Gravitation. Die dunklen Materieanteile sollten, so die These, diesen Prozess eigentlich unterstützt haben. Wenn das stimmt, sollte die dunkle Materie also eine ähnliche raumzeitliche Struktur haben, wie die Materie. Eine Simulation von HST - Daten, gestützt auf Gravitationslinsenbeobachtungen, zeigt auch eine zeitabhängige Verklumpungstendenz, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf Gravitation zurückzuführen ist. Ich habe also lediglich die grossteiligen Materiesrukturen mit der dreidimensionalen Darstellung der HST Daten verglichen. Naja, da finde ich auf den ersten Blick keine rechte Übereinstimmung. Die universalen Materiestrukturen und die Verteilung der DM ähneln sich nicht. Jedenfalls nicht auf den ersten Blick.
Grüße
Thomas

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Urknall Hypothese Stand 2015 20 Jan 2016 20:41 #2226

In Galaxien muss die Materieverteilung der DM anders sein als die der sichtbaren Materie. Die DM muss sich weniger im Kern konzentrieren und somit homogener in der Galaxie verteilen als die sichtbare Materie. Sonst wären die gemessenen Rotationsgeschwindigkeiten nicht zu erklären.

Zur Verklumpung: Angenommen, die DM Teilchen wechselwirken rein gravitativ, dann stelle ich mir das folgendermaßen vor. Zunächst bilden sich kleine Verdichtungen. Die DM Teilchen werden hiervon schwach angezogen und beschreiben weite Bahnen um das Massezentrum. Hierdurch wird die anziehende Masse langsam größer und dadurch die umlaufenden Bahnen langsam enger.

Bei sichtbarer Materie dagegen kommt zumindest ab einer gewissen Dichte Stoßwechselwirkungen, Erhitzung bei Kontraktion von Gaswolken usw. dazu.

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Urknall Hypothese Stand 2015 20 Jan 2016 23:11 #2230

ClausS schrieb: In Galaxien muss die Materieverteilung der DM anders sein als die der sichtbaren Materie. Die DM muss sich weniger im Kern konzentrieren und somit homogener in der Galaxie verteilen als die sichtbare Materie.


Die Beobachtungen führen wohl zu dieser Schlussfolgerung.

Das wäre dann allerdings seltsam, denn wenn die Dunkle Materie gravitativ wirkt, sollten dafür dann nicht die gleichen Grundsätze wie bei der sichtbaren Materie anwendbar sein, in gravitativer Hinsicht?

Das heißt, dass sich die Dunkle Materie auch gegenseitig anziehen müsste, dann müsste sie aber ebenso wie die normale Materie in Galaxien zur Mitte hin streben, müsste von der Normalmaterie angezogen werden und sich schön im Zentrum der Galaxien massieren.

Wie kann es dann sein, dass sich die Dunkle Materie vorwiegend um die Galaxien herum zu massieren scheint?

Die Dunkle Materie muss ein ganz seltsamer Stoff sein, wobei "Stoff" nicht wörtlich zu nehmen ist, sondern metaphorisch.

Kann es denn sein, dass DM zwar gravitativ auf Normalmaterie wirkt, jedoch nicht gegenseitig? Und auch nicht von Normalmaterie angezogen werden kann?


Grüße
Udo

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Urknall Hypothese Stand 2015 20 Jan 2016 23:40 #2232

Hallo Udo,
Super, genau richtig überlegt. Diese Seltsamkeiten sollten wir mal näher beleuchten, soweit das möglich ist.
Grüße
Thomas

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Urknall Hypothese Stand 2015 21 Jan 2016 07:52 #2233

udogigahertz schrieb: Das wäre dann allerdings seltsam, denn wenn die Dunkle Materie gravitativ wirkt, sollten dafür dann nicht die gleichen Grundsätze wie bei der sichtbaren Materie anwendbar sein, in gravitativer Hinsicht?

Das heißt, dass sich die Dunkle Materie auch gegenseitig anziehen müsste, dann müsste sie aber ebenso wie die normale Materie in Galaxien zur Mitte hin streben, müsste von der Normalmaterie angezogen werden und sich schön im Zentrum der Galaxien massieren.

Wie kann es dann sein, dass sich die Dunkle Materie vorwiegend um die Galaxien herum zu massieren scheint?


Wenn die DM nur rein gravitativ wechselt, gibt es im Gegensatz zur sichtbaren Materie keinen Mechanismus zur Abgabe von kinetischer Energie. Daher bewegen sich die DM Teilchen ungebremst um Massezentren. Wenn die kinetischen Energien so hoch wären, dass die Rotationskurven um das galaktische Zentrum galaktische Größenordnungen erreichen, könnte man so eine Massenverteilung doch ganz gut erklären.

udogigahertz schrieb: Kann es denn sein, dass DM zwar gravitativ auf Normalmaterie wirkt, jedoch nicht gegenseitig? Und auch nicht von Normalmaterie angezogen werden kann?


Das kann eigentlich nicht sein. Die kosmische Hintergrundstrahlung zeigt, dass es zur Zeit der Entkopplung bereits Gravitationsunterschiede gegeben hat. Diese kann nur von der DM stammen und dies setzt voraus, dass die DM auch untereinander gravitativ wechselwirkt.

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Urknall Hypothese Stand 2015 21 Jan 2016 12:44 #2239

ClausS schrieb: Das kann eigentlich nicht sein. Die kosmische Hintergrundstrahlung zeigt, dass es zur Zeit der Entkopplung bereits Gravitationsunterschiede gegeben hat. Diese kann nur von der DM stammen und dies setzt voraus, dass die DM auch untereinander gravitativ wechselwirkt.


Also wenn sie untereinander gravitativ wechselwirkt, dann sollte es aber doch so sein, dass sie gravitativ nur "in einer Richtung wirkt", also schon Einfluss auf Normalmaterie hat (das erklärt das sonst nicht erklärbare Rotationsverhalten von Galaxien), jedoch ihrerseits keineswegs gravitativ von der Normalmaterie beeinflussbar sein kann, sonst wäre die DM nicht "Außen rum" um die Galaxien verteilt, sondern eher im Inneren von Galaxien zu finden.

Demnach sollte es möglich sein, einen Apparat zu bauen, der die Schwerkraft aufhebt bzw. in irgendeiner Weise manipulieren kann, wenn man denn mal die DM finden und handhaben könnte. Ich sach mal so: Wer das Geheimnis der DM löst, könnte dieser heute noch Science-Fiction-Sache mit der künstlichen Schwerkraft oder der Aufhebung derselben, ein Stück näher kommen ............... vielleicht aber auch nicht, wer weiß?


Grüße
Udo

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