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THEMA: Vergeht weit draussen die Zeit schneller?

Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 18 Jan 2018 20:41 #26196

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@Thomas
Ich weiß nicht, wie sich Protonen in Bewegung verhalten, ich weiß nur, dass, wenn ich einen Scheinwerfer verkürze, ändert sich der Lichtkegel. Die Umgebung wird großflächiger beleuchtet. Sehen tut das jedoch nur der ruhende Beobachter, für den mit dem Scheinwerfer mitbewegten Beobachter bleibt die Umgebung finster. Also, das ist schon sehr gewöhnungsbedürftig und entspricht so gar nicht unserem gewohnten Bild.

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 18 Jan 2018 21:12 #26197

Mal dir mal in Paint einen Scheinwerfer auf den Bildschirm, und konstruiere dir deinen Lichtkegel. Und dann gehst du auf "Größe ändern" und nimmst dort den Haken aus dem Kästchen "Seitenverhältnis beibehalten". Und dann trägst du 0,8c bei horizontale ein - das entspricht 60%.

Und wenn dir dann immer noch nicht klar ist, wie das gehen soll, dann mach die Größenänderung schnell rückgängig, male dir einen Baum, ein Haus oder was du willst, so halb in den Lichtkegel, und nimm dann die Größenänderung noch einmal vor. Dann müsste klar werden, was passiert. :-)
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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 18 Jan 2018 22:56 #26202

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@LeseSalamander
Vielen Dank. Das ist eine gute Idee. Kann es jetzt am Smartphones nicht machen, aber morgen Abend. Und du bist dir sicher, dass der Einfallswinkel und der Ausfallswinkel gleich bleiben? Kann ich mir nicht vorstellen, aber Morgen werde ich wahrscheinlich eines Besseren belehrt. :(

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 19 Jan 2018 23:57 #26262

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Lesesalamander schrieb: Mal dir mal in Paint einen Scheinwerfer auf den Bildschirm, und konstruiere dir deinen Lichtkegel. Und dann gehst du auf "Größe ändern" und nimmst dort den Haken aus dem Kästchen "Seitenverhältnis beibehalten". Und dann trägst du 0,8c bei horizontale ein - das entspricht 60%.

Paint ist unbestechlich. Das Verhältnis Einfallswinkel - Ausfallwinkel des Lichtes beim Spiegel verändert sich. Während der bewegte Scheinwerfer nur den Baum beleuchtet, sieht der ruhende Beobachter auch den Adler, der über den Baum kreist im Lichte des Scheinwerfers. Was immer das auch bedeutet? Kannst du das Ergebnis auswerten?
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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 20 Jan 2018 00:21 #26263

Ich habe das anders vor Augen, als du (wobei sich auch in meiner Anschauung der Winkel verändert). Hast du auch den Baum und den Adler mit eingezeichnet? Das wäre wichtig. :-)
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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 20 Jan 2018 00:29 #26264

Ich habe den Baum und den Adler eingezeichnet. Hast du den Winkel korrigiert, das macht Paint nämlich nicht, die Realität aber schon. In der Realität ist Einfallwinkel = Ausfallwinkel.

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 20 Jan 2018 08:34 #26266

Kannst du das Originalbild und das modifizierte mal posten? Dann wären wir auf dem selben Stand. Soweit ich weiß braucht es nach dem Verzerren keine manuelle Korrektur mehr. Es wird tatsächlich alles mit verzerrt, was muss, und alles andere unangetastet gelassen. Daher bin ich nicht ganz sicher, was du mit Einfallswinkel = Ausfallswinkel meinst. Die sind beide gleichermaßen von der Transformation betroffen.

Der nächste Schritt im Verständnis - so wir uns darauf einigen könnten, dass sich nichts verändert und sowohl Vogel als auch Baum sowohl mit als auch ohne Transformation Teil des Lichtkegels wären, soweit sie es vorher waren, oder eben nicht, soweit nicht - wäre dann dieser
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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 20 Jan 2018 23:06 #26297

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Abbildung 1 = 100%


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Abbildung 2 =60%


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Abbildung 3 = 60% mit korrigiertem Winkel. Der Winkel, mit dem das Licht von der Quelle auf den Spiegel trifft muss der gleiche Winkel sein, mit dem das Licht den Spiegel verläßt.


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Abbildung 4 = oben 100%, unten 50% symbolisiert, um den Unterschied zwischen dem ursprünglichen Winkel und dem korrigierten Winkel besser zu erkennen.


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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 21 Jan 2018 01:41 #26303

Okay, ich hab mir das genauer angesehen, und für den Moment muss ich sagen, dass ich das Ergebnis nicht verstehe.

Ich kann von deinen letzten beiden Zeichnungen sagen, dass du den Winkel im bewegten Fall falsch einzeichnest. Du tust nämlich so, als würde sich der Spiegel gar nicht bewegen und trotzdem einer Längenkontraktion unterliegen. Tatsächlich aber bewegt er sich ein Stück nach links, während der Lichtstrahl nach oben wandert. Und das bewirkt, dass der Einfallswinkel spitzer wird, egal, ob wir den Lichtstrahl weiter folgen, und feststellen, dass er den Spiegel weiter entfernt vom Zentrum trifft, oder ob wir den Spiegel in genau diesem Abstand vom Zentrum treffen wollen, und daher von Anfang an den Lichtstrahl weiter neigen müssen. Das sieht so aus, als würden sich die Effekte dan rausheben.

Problem: Wenn sich der Spiegel in die andere Richtung (also nach Rechts) bewegt, dann ... addieren sich die Effekte, statt sich herauszuheben. Und das darf einfach nicht sein, dass der Ausfallswinkel deines Spiegels davon abhängt, in welche Richtung er sich bewegt. Ich hab im Moment leider keine Ahnung, wo ich da den Fehler mache. :-(

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 21 Jan 2018 03:29 #26304

LeseSalamander schrieb: Tatsächlich aber bewegt er sich ein Stück nach links, während der Lichtstrahl nach oben wandert.

Das tut der Lichtstrahl aber auch. Im Bezugssystem Lampe Spiegel hat sich nichts geändert.

PS:
Bei dem Gedankenexperiment zur Herleitung der Lorentztransformation (Lichtpendel) wird ja auch davon ausgegangen das der Lichtimpuls die Bewegung mitmacht...

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 21 Jan 2018 10:22 #26308

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Merilix schrieb: Das tut der Lichtstrahl aber auch. Im Bezugssystem Lampe Spiegel hat sich nichts geändert.

Das trifft nicht den Punkt. Während sich der Spiegel in eine Richtung bewegt (Länge), bewegt sich der Lichtstrahl in 2 Richtungen (Länge + Bewegungsrichtung des Lichtes) In diesem Fall tritt die Zeitdilatation voll in Erscheinung. Da hat da LeseSalamander schon recht. Es kann jedoch nicht sein, dass der Lichtstrahl aus der Sicht des ruhenden Beobachters am Spiegel auf Punkt a auftrifft und aus der Sicht des bewegten Beobachters auf Punkt b. Denn wenn an beiden Punkten ein Sensor wäre, bei dem auf Punkt a ein rotes Licht aufleuchtet und auf Punkt b ein blaues Licht aufleuchtet, denn würden beide Beobachter ein verschiedenes Licht leuchten sehen. Das ist nicht möglich. Wenn meine grundsätzliche Vermutung falsch ist, dann muss die Lösung wahrscheinlich doch in der Zeitdilatation des Lichtstrahles liegen. Das kann ich jedoch beim besten Willen nicht erdenken. Nur eines ist vermutlich doch so; an zwei verschiedene Punkte wird der Lichtstrahl nicht auftreffen können. Das kann nicht die Lösung sein.
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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 21 Jan 2018 14:26 #26324

Ja genau, da hat badhofer den Nagel getroffen. Es geht darum, dass die SRT natürlich nur konsistent ist, wenn in beiden Bezugsszstemen das selbe passiert. Was bedeutet, dass die selben Ereignisse eintreten. Da kann es manchmal noch Spielraum geben, was ein Ereignis ist und was nicht, aber wenn der Vogel im Ruheszstem des Spiegels von dessen Lichtstrahl getroffen wird, und im bewegten System nicht, dann haben wir ein Problem.

Wir müssen also erklären, warum in allen 3 Fällen - Bewegung nach Links/ Stillstand / Bewegung nach Rechts - jeweils in allen Bezugssystemen das selbe herauskommt. Und wir müssten gegebenenfalls klären, warum sich diese 3 Fälle voneinander unterscheiden, falls sie das tun. (Ich gehe natürlich nicht davon aus, dass hier die SRT fehlschlägt, sondern das ich es nicht gebacken bekomme. :-D)

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 21 Jan 2018 16:52 #26332

Ich gebe zu das Gedankenexperiment mach einen erstmal stutzig.
Dennoch bleibe ich dabei, die Physik (Reflektion) findet im Ruhesystem des Spiegels statt denn das ist völlig unbeeindruckt vom Bewegungszustand verschiedener Beobachter.

LeseSalamander schrieb: Es geht darum, dass die SRT natürlich nur konsistent ist, wenn in beiden Bezugsszstemen das selbe passiert. Was bedeutet, dass die selben Ereignisse eintreten.

Passiert denn etwas anderes? Angenommen die Lampe wäre im Brennpunkt des Spiegels. Es ändert sich nichts daran das die Lichtstrahlen parallel reflektiert werden weil sich lokal, also dort wo die Reflektion passiert nichts an der Geometrie des Spiegels geändert hat. Das in allen Bezugssystemen die gleiche Physik gelten muss bedeutet doch nicht das Beobachtungen nicht von der Relativbewegung abhängen dürften.
Wenn in beiden Bezugssystemen das selbe passieren müsste könnte man auch auch keine Zeitdilatation oder Längenkontraktion beobachten, dann wäre die ganze SRT hinfällig.

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 21 Jan 2018 20:01 #26339

Merilix schrieb: Passiert denn etwas anderes? Angenommen die Lampe wäre im Brennpunkt des Spiegels.[..]


Ja, das ist genau der Witz. Beim Rotationsparaboloid macht ja die Form den Brennpunkt. Konkret ist der Brennpunkt da, wo der Spiegel auf 45° steht. Also ist an der Stelle die Ableitung der Spiegelfläche genau 1. Und dieser Punkt liegt nach der Transformation nicht mehr am transformierten Brennpunkt. Also wenn ich den Punkt F als Brennpunkt transformiere, also seinen Abstand zum Spiegelmittelpunkt bei 0,8c mit 0,6 multipliziere, und dann schaue, was auf der Höhe mit der Spiegelfläche passiert, dann ist auf dieser Höhe die Ableitung nicht mehr 1, mithin sind die Wände nicht mehr 45° und daher ist der Brennpunkt gewandert. Und damit natürlich im ersten Moment auch die Lichtstrahlen.

Deine Ausrede, dass man das nur im Ruhesystem des Spiegels betrachten kann, zieht dabei nicht. Natürlich muss man physikalische Vorgänge in jedem Bezugssystem (v < c) betrachten können, und es muss immer das selbe rauskommen. Ansonsten ist das keine Wissenschaft sondern Kaffeesatzleserei. Die Frage, welche Modifikationen man dann machen muss, damit das passt, ist also ganz erheblich.

Und du musst natürlich schauen, was ein Ereignis ist. Die Flügel des Adlers werden entweder vom Licht des Scheinwerfers getroffen oder nicht. Und das muss natürlich in allen Bezugssystemen gleichermaßen passieren. Denk noch mal genau darüber nach was

Merilix schrieb: Wenn in beiden Bezugssystemen das selbe passieren müsste könnte man auch auch keine Zeitdilatation oder Längenkontraktion beobachten, dann wäre die ganze SRT hinfällig.

"passieren" eigentlich bedeutet. Wenn du sagst, das in Bezugssystem A die Zeit schneller vergeht, dann machst du was falsch. Das Maximum ist, das aus A heraus der Zeitverlauf schneller beobachtet wird. Aber das ist ja kein Ereignis. Ein Ereignis ist, "Photon X schlägt Elektron Y aus der Atomhülle".
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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 21 Jan 2018 22:49 #26341

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LeseSalamander schrieb: Ein Ereignis ist, "Photon X schlägt Elektron Y aus der Atomhülle".

Sehr gut. Mit diesem Ereignis kann man es anschaulich auf den Punkt bringen:

Auf einem Zug befindet sich vorne ein Parabolspiegel, hinten eine Lichtquelle und in der Mitte 2 Atome höhenversetzt. Der Zug bewegt sich mit relativistischer Geschwindigkeit an einem ruhenden Beobachter vorbei. Ein Elektron bewegt sich von der Lichtquelle zum Parabolspiegel und wir auf Atom A umgelenkt. Dort schlägt es ein Elektron heraus. Der im Zug befindliche Beobachter beobachtet das. Der ruhende Beobachter jedoch beobachtet, wie aufgrund des transformierten Parabolspiegels das Photon auf Atom B gelenkt wird und dort ein Elektron herausschlägt. Anschließend werden beide Atome untersucht. Wo fehlt ein Elektron? Bei keinem kann es nicht sein, denn beide Beobachter haben beobachtet, dass ein Photon beim jeweiligen Atom ein Elektron herausgeschlagen hat. Bei beiden Atomen kann es auch nicht sein, weil nur ein Photon weggeschickt wurde. Wo fehlt das Elektron, bei Atom A oder bei Atom B?
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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 22 Jan 2018 22:00 #26385

Okay.

Danke zuerst nochmal an dich badhofer. :-)
Das ist ein gaaaaanz tolles Problem. Ich bin jetzt sicher, dass ich das Problem geknackt habe. Habe erst gedacht, ich müsste mit Elementarwellen arbeiten, aber mein Unterbewusstsein hat es irgendwie geschafft, einen relativistischen Effekt auf dem Kieker zu halten, den ich praktisch nicht kenne (weil ich erst vor vielleicht zwei - drei Monaten davon gehört habe). Das war eine prima Gelegenheit, den etwas besser kennen zu lernen. Hab den ganzen Tag über den Spiegel gegrübelt, bin aber ständig abgeschweift auf dieses andere Problem. Dann habe ich festgestellt, dass das der Deckel zum Topf iss... Was hier passiert geht auf einen Irren relativistischen Effekt zurück, den wir in der Regel nicht auf dem Schirm haben, weil er in der Newtonschen Physik einfach total vom Himmel fällt, einfach aus dem Nichts ins Experiment. Nur das wir die zugehörigen Experimente nie machen, weil wir einfach keinen Spiegel auf ein halbes c beschleunigen können. Rechnen kann ich's jetzt leider noch nicht (:-D jaja - kann nur die Grundlagen geben), und ich werde Heute (und Morgen) auch nicht die Zeit finden.

Also was passiert? Ich würde gerne zuerst n bissel die Grundlagen durchgehen, damit diejenigen hier die Physik der 9. Klasse zwar nachvollziehen können, aber nicht mehr alles auf dem Schirm haben, auch mitkommen. Ich packe die Vorbetrachtungen in Spoiler und schreib dran, was es ist, dann muss es auch nicht jeder Lesen. Also es geht um 3 Dinge:
1. Impulserhaltung beim ideal elastischen Stoß
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2. Kleines Plädoyer für die relativistische Masse - und ihre völlig abgefahrene Wirkung(en)
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3. Übertragung auf Photonen am Spiegel
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Ich hoffe sehr, die Erklärung war hilfreich. Falls nicht bleibt mir nur der Trost, dass ich zumindest Spass an dem Rätsel hatte. :-)
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Letzte Änderung: von LeseSalamander. Begründung: minor corrections (Notfallmeldung) an den Administrator

Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 22 Jan 2018 23:12 #26388

.@LeseSalamander
Vielen Dank. Da hast du dir wirklich sehr viel Mühe gegeben. Was du da schreibst, ist nicht leicht zu verstehen. Wenn ich dich richtig verstanden haben (in der Eile oberflächlich betrachtet), meinst du folgendes:

Ich werfe einen Tennisball senkrecht in die Höhe und er fällt wieder senkrecht herunter. Ich halte beim Herunterfallen einen Tennisschläger quer darunter. Der Ball fliegt auf den Schläger und prallt mit demselben Winkel vom Schläger ab (dass der Schläger gespannt ist, lassen wir beiseite). Einfallswinkel = Ausfallswinkel. Wenn ich jedoch mit dem Schläger zuschlage, verändert sich das Verhältnis Einfallswinkel zu Ausfallswinkel. So weit, so klar. Trifft ein Photon auf einen Spiegel, ist der Einfallswinkel = Ausfallswinkel. Schlage ich mit dem Spiegel zu, verändert sich das Verhältnis. Willst du das damit sagen?
Wenn du das nicht gemeint hast, werde ich mir natürlich genauso die Mühe machen, zu verstehen, wie du das gemeint hast. Wird sicher einige Zeit dauern.
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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 22 Jan 2018 23:38 #26391

Im Prinzip ja, mit 2 Einschränkungen.

Erstens musst du für den Effekt nen verdammt harten Schlag haben - so hart, dass der Tennisball durch den Schlag relativistische Geschwindigkeiten erreicht.
Und zweitens sind das eben relativistische Effekte. Der Schläger hat also keine Geschwindigkeit, sondern nur eine Geschwindigkeit relativ zum Objekt X oder zum Beobachter Y. Es spielt also keine Rolle, ob der Spiegel sich schnell bewegt (speziell im Vergleich zum geworfenen Ball), sondern entscheidend ist das Verhältnis der beiden zum Beobachtersystem aus dem heraus ich sie betrachte. Deswegen tritt der Effekt auch nicht auf, wenn das Beobachtersystem gleichzeitig das Ruhesystem des Spiegels ist, und zwar weder im Falle des Photons noch mit dem Flummi. Im Ruhesystem des Spiegels bewegt sich der/das Ball/Photon erst mit v und dann mit -v in Richtung auf den Spiegel, was beide male die selbe Massenzunahme bewirkt, weil die ja aus dem Gamma mit v² kommt. Dadurch bleibt beim Impuls p = m * v alles gleich, und die Geschwindigkeit parallel zur Wand erhalten. :-)

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 23 Jan 2018 00:07 #26393

Das bedeutet, die relativistische Massenzunahme des Photons bewirkt eine Veränderung des Verhältnis Einfallwinkel zu Ausfallwinkel?

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 23 Jan 2018 10:35 #26397

Ja das ist die Essenz. Ist auch gut, dass du nicht auf die Geschwindigkeiten Bezug nimmst (so wie ich... :whistle:) , sondern dich an die Massen und die beiden Winkeln hältst. Geschwindigkeiten sind bei Photonen immer problematisch - sind ja immer alle c. :-D

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 23 Jan 2018 23:32 #26438

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LeseSalamander schrieb: Problem: Wenn sich der Spiegel in die andere Richtung (also nach Rechts) bewegt, dann ... addieren sich die Effekte, statt sich herauszuheben.

Wie ist das mit der relativistischen Massenzunahme bei umgekehrter Richtung? Nimmt dann die Masse ab?

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 24 Jan 2018 00:10 #26440

Die relativistische Masse ist niemals Richtungsabhängig, sondern immer vom Betrag (genauer wohl noch dem Quadrat) der Relativgeschwindigkeit abhängig.

Der Effekt rührt aber nicht aus der Relativgeschwindigkeit des Beobachters zum Ruhesystem des Spiegels. Sondern daher, dass bei dem Stoß eine Richtungsänderung des Flummis / Photons erzeugt - und damit eine Veränderung im Betrag der Relativgeschwindigkeit. Im Falle des Flummis wird die Geschwindigkeit relativ zum Beobachter erhöht oder gesenkt (sie ist ursprünglich schon sehr hoch, und damit m schon deutlich größer als m0). Im Falle des Photons wird die Frequenz entsprechend verändert. Für das eine wie das andere gilt, dass mit der Erhöhung oder Senkung der Relativgeschwindigkeit bzw. der Frequenz die relativistische Masse zu- oder abnimmt. :-)
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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 24 Jan 2018 03:46 #26442

Vielen Dank für dieses Gedankenexperiment -
Und den wichtigen Satz: Relativistische Masse ist niemals Richtungsabhängig, sondern immer vom Betrag (genauer wohl noch dem Quadrat) der Relativgeschwindigkeit abhängig.
Das Licht ist einerseits eine absolute Größe, aber Lichtrichtung, beleuchtete Flächen und alle Schatten sind offensichtlich relativ.
Und sind für Beobachter verschiedener Systeme relativ unterschiedlich.
Es wäre schon schön zu wissen, weshalb sich Licht so verhält, obwohl es keine Masse hat - Und was die Ursachen dafür sind, aber ich fürchte, wer die genauen Gründe nachweisen kann bzw. weshalb es dazu gekommen ist, auf den wird bestimmt schon die Einladung nach Stockholm warten.

Es gibt keine schlechten neuen Entdeckungen, nur deren unangemessene Verwendung.

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 24 Jan 2018 14:49 #26463

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Frank schrieb: Die relativistische Masse ist niemals Richtungsabhängig, sondern immer vom Betrag (genauer wohl noch dem Quadrat) der Relativgeschwindigkeit abhängig.

Vielleicht habe ich mich da falsch ausgedrückt. Ich meinte, ob die relativistische Massenzunahme unabhängig ist, in welcher Richtung sich der Scheinwerfer bewegt, der das Licht über den Spiegel ablenkt? Wenn die relativistische Massenzunahme den Winkel verändert, dann müsste sich der Winkel gegenteilig ändern, wenn der Scheinwerfer sich in die andere Richtung bewegt, denn dann würde die relativistische Masse nicht zunehmen, sondern abnehmen, oder?
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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 24 Jan 2018 22:21 #26490

LeseSalamander, mir scheint du widersprichst dir selber in deiner Antwort an mich.

Einerseits hälst du mir vor das ich die Verkürzung der Maßstäbe nur als Beobachtungseffekt auffasse, die eigentlich interessante Physik aber auf das Ruhesystem Spiegels bezogen werden muss.

LeseSalamander schrieb: Denk noch mal genau darüber nach was "passieren" eigentlich bedeutet. Wenn du sagst, das in Bezugssystem A die Zeit schneller vergeht, dann machst du was falsch.

Im nächsten Moment unterstellst du mir damit aber genau das Gegenteil?
Ja was denn nun?

Übrigens habe ich gar nicht so gesagt das im Bezugssystem A (oder sonst einem) die Zeit schneller vergeht. Da liest du etwas nicht geschriebenes aus meinen Worten^^

Geh mal davon aus das mir schon klar ist wie "passieren" zu verstehen ist und was Relativität bedeutet.

assume good faith

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 24 Jan 2018 22:54 #26491

Nachtrag:
Einen möglichen Lösungsansatz für das Problem hätte ich dennoch:
Winkel unterliegen ebenfalls der Lorentztransformation, insbesondere bleibt ein rechter Winkel nicht bei 90°.
Wenn der Einheitskreis zur Ellipse deformiert wird müssen sich doch auch Winkelfunktionen ändern oder nicht?

Hab jetzt leider nicht die Zeit das weiter durchzurechnen.

assume good faith

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 25 Jan 2018 00:36 #26495

In der Angelegenheit mit dem Scheinwerfer sehe ich das auch so, wenn die relativistische Massenzunahme den Winkel verändert, ändert sich der Winkel in der anderen Bewegungsrichtung gegenteilig, und die Masse müsste in diesem Fall abnehmen.
Die wichtigste Erkenntnis für mich hieraus, ist jedoch die Relativität der Lichtrichtung, da die Photonen ursprünglich aus einer Masse entstammen, die sich bekanntlich relativ verhält, und deshalb relative Lichtbündel entstehen.
Wenn allerdings der Lichtkegel durch die Relativität kleiner wird, müsste dieser an Intensität zunehmen, dass die Energieverhältnisse stimmen.

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 25 Jan 2018 01:44 #26497

Merilix schrieb: Übrigens habe ich gar nicht so gesagt das im Bezugssystem A (oder sonst einem) die Zeit schneller vergeht. Da liest du etwas nicht geschriebenes aus meinen Worten^^


Sorry, da habe ich mich unklar ausgedrückt. Ich wollte dir die Worte nicht in den Mund legen, sondern nur allgemein feststellen das solche Aussagen grundsätzlich falsch sind. Ich kann auch insgesamt deinen Standpunkt gerade nicht so recht nachvollziehen, und habe das Gefühl, wir reden aneinander vorbei. :-|

Ich wollte nur sagen, dass egal von wo wir beobachten, wir immer die selben Vorgänge beobachten müssen. Natürlich ist es einfacher, im Ruhesystems des Spiegels zu arbeiten, wenn wir seine Reflexion betrachten. Aber das kann nicht bedeuten, dass es uns egal ist, wie die Reflexion in anderen Systemen aussieht. Sie muss auch da funktionieren, und dann im Endeffekt die selben Ergebnisse liefern. Und das will ich rechnen können, mehr nicht. :-)

Einen möglichen Lösungsansatz für das Problem hätte ich dennoch:
Winkel unterliegen ebenfalls der Lorentztransformation, insbesondere bleibt ein rechter Winkel nicht bei 90°.
Wenn der Einheitskreis zur Ellipse deformiert wird müssen sich doch auch Winkelfunktionen ändern oder nicht?

Hab jetzt leider nicht die Zeit das weiter durchzurechnen.


Heißt das, du bist mit meinem Lösungsansatz nicht einverstanden, oder willst du einfach nur einen alternativen Ansatz vorschlagen, wie man das auch machen könnte?

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 26 Jan 2018 14:23 #26595

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@LeseSalamander
Ich bin fachlich viel zu schwach, um deinen Lösungsansatz verstehen zu können. Du selbst wirst es wissen, ob damit das Rätsel Einfallswinkel/Ausfallwinkel gelöst ist und ob diese Lösung auch geeignet ist, diese bei einer entgegengesetzten Bewegung genau so anzuwenden. Ich kann dazu nichts Weiteres mehr sagen.
Vielen Dank noch mal.

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Vergeht weit draussen die Zeit schneller? 29 Jan 2018 20:34 #26807

Zuerst mal möchte ich mich für die rege Teilnahme bedanken und für meine Mangelnde Teilnahme entschuldigen. Ich denke nun geht diese Botschaft nur an einen, aber ich möchte mich bei allen bedanken.
Da ich mich gerade in mehreren IT Projekten befinde und auch umziehe, bitte ich mein zögerliches reagieren nachzusehen.
Nun zur Diskussion. Kann das auch jeder lesen, der an dieser Diskussion teilnimmt?
Wie auch immer.
Da ich Ingenieur und nicht Physiker bin :-) war es mir immer eine Freude etwas explodieren zu lassen. Dannkamen Flugzeuge usw. und kaum dass man es sich versieht, ist man in der Aerodynamik.
Im Gegensatz zum verbreiteten Glauben auch ein Gebiet physikalischer Glaubenskämpfe.
Neben der Metapher, dass bereits in Berlin bei Handwerkern die Zeit anders tickt, dachte ich mir bei meiner Frage, wenn es einen Big Bang gegeben hat, hat die Explosion ähnlich stattgefunden, wie bei chemischen Explosionen?
Bei unseren Explosionen bildet sich im Kern ein Unterdruck kombiniert mit hoher Temperatur. Dieses Feld wandert nach oben und bildet diesen typischen Rauchpilz.

Es ist nur eine sehr theoretische Analogie. Aber man nehme bei einer Explosion nicht Druck, sondern Raumzeit.
Die Aggregation von Gravitation in Form von Filamenten 8st quasi der Rauch, der natürlich selbst die Raumzeit krümmt.
Das Druckfeld, bzw die Krümmung der Raumzeit über einen großen Raum des Universums, wäre für uns erstmal nicht wahrnehmbar.
Ich bin natürlich sehr dankbar, wenn derartige "Hirngespinste" von Fachleuten durchleuchtet werden, bitte aber auch um gegenseitigen Respekt und Höflichkeit.

Lieben Dank
Harald

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