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THEMA: dinos tot, schuld: dunkle materie?

dinos tot, schuld: dunkle materie? 08 Feb 2016 16:48 #2600

die theoretische physikerin lisa randall hat 2013 ein buch geschrieben über ihre überlegungen zur dunklen materie.
der titel: "dark matter and the dinosaurs" (29,99 dollar)

ihre überlegung: der meteorit, der vor 66mio jahren auf der erde einschlug wurde durch dunkle materie aus der oortschen wolke auf die erde gelenkt.
vor 65mio jahren starben durch dieses ereignis die dinosaurier aus.

die dunkle materie in der milchstraße legt sich wie ein halo um sie, befindet sich aber auch innerhalb der galaxie in form von schwaden oder gar einer dunkelscheibe, so die vermutung.
die sonne hat bisher 22 runden milchstraße hinter sich, jedoch taumelt die erde dabei ein bisschen und wandert immer wieder in die mittelebene der galaxie herein und wieder raus. das passiert etwa alle 32mio jahre.

ihre vermutung:
alle 32mio jahre, wenn das sonnensystem durch die milchstraßenebene wandert, bringt die dunkle materie die oortsche wolke durcheinander.
die oortsche wolke ist nur sehr schwach gravitativ an die sonne gebunden.

verschiedenste erdgeschichtler fanden anzeichen auf diese theorie, denn vor 35mio jahren etwa geb es verhäuft einschläger.
riesenkrater in sibirien, nordamerika und australien zeugen davon.
vor etwa 2mio jahren hat das sonnensystem die milchstraßenebene wieder durchlaufen.
gelänge es diese periode festzumachen hätte man einen ersten, indirekten nachweis für ihre theorie.

es gibt noch eine andere möglichkeit des nachweises, ob diese dunkelscheibe existiert.
warum schwappt die geschichte jetzt wieder hoch?
die antwort darauf ist der satellit "gaia", der am 19.12.13 startete und die aufgabe hat die milchstraße dreidimensional präzisionszuvermessen.
mitte 2016 werden nun die ersten ergebnisse publiziert.
es wird spannend...

nette kopfgeburt, aber:
hätte man dann nicht schon längst eine gravitationslinsenwirkung bemerken müssen, wenn es tatsächlich "dunkelteilchen", "dunkelplaneten" und dunkelsterne" in unserer galaxie geben sollte?
wie verhält sich also dunkle materie, wenn sie nach außen mit barionischer materie nur gravitativ wirkt?
gibt es dunkle kräfte, die ähnlich der 3 übrigen kräfte sind?

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dinos tot, schuld: dunkle materie? 08 Feb 2016 18:28 #2603

Ferdi Runge schrieb: ihre vermutung:
alle 32mio jahre, wenn das sonnensystem durch die milchstraßenebene wandert, bringt die dunkle materie die oortsche wolke durcheinander.
die oortsche wolke ist nur sehr schwach gravitativ an die sonne gebunden.

verschiedenste erdgeschichtler fanden anzeichen auf diese theorie, denn vor 35mio jahren etwa geb es verhäuft einschläger.
riesenkrater in sibirien, nordamerika und australien zeugen davon.
vor etwa 2mio jahren hat das sonnensystem die milchstraßenebene wieder durchlaufen.
gelänge es diese periode festzumachen hätte man einen ersten, indirekten nachweis für ihre theorie.


Hatte sie wirklich Argumente für ihre Theorie oder wollte sie nur ein Buch schreiben?

Wenn vor 35 Millionen Jahren die DM die Oortsche Wolke destabilisiert haben sollte, dann hätte es vor 2-3 Millionen Jahre doch auch auftreten müssen. Ein einmaliges Auftreten von Einschlägen alleine ist noch kein Grund für ihre Theorie. Dies kann verschiedene Ursachen haben, ein durchfliegender Körper, eine zufällige Beinah-Kollision zweier größerer Brocken in der Oortschen Wolke oder ....


Ferdi Runge schrieb: hätte man dann nicht schon längst eine gravitationslinsenwirkung bemerken müssen, wenn es tatsächlich "dunkelteilchen", "dunkelplaneten" und dunkelsterne" in unserer galaxie geben sollte?


DM Teilchen in unserer Galaxis wären in alle Richtungen zu finden und dies mit nicht allzu hoher Dichte, daher verurschachen sie wohl keinen Gravitationslinseneffekt. Anders sieht es aus bei entfernten Galaxien, wo sich die DM aus unserer Sicht in einem kleinen Raumbereich/Raumwinkel konzentriert.

Ferdi Runge schrieb: wie verhält sich also dunkle materie, wenn sie nach außen mit barionischer materie nur gravitativ wirkt?
gibt es dunkle kräfte, die ähnlich der 3 übrigen kräfte sind?


Dunkle Kräfte sind Spekulation, solange man keine Ahnung hat, was DM ist.

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dinos tot, schuld: dunkle materie? 08 Feb 2016 19:43 #2606

das am ende waren eher fragen die mir schon geläufig als nicht beantwortbar gelten.
ich wollte sie nur einfügen um eine grundlage der diskusion zu schaffen.

das interessante an der sache ist die verteilung.
gibt es dunkle materie in formationen, wie wir sie von barionischer materie kennen?
was mich ja viel mehr interessiert ist das verhältnis von antimaterie und dunkler materie.
haben wir es hier vielleicht mit materieformen in bezug auf andere dimensionen zu tun?
die eigenschaften sprechen dafür und die energieunterschiede, herausstechend.

mal gucken was da noch so kommt...

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dinos tot, schuld: dunkle materie? 08 Feb 2016 20:05 #2607

Ferdi Runge schrieb: was mich ja viel mehr interessiert ist das verhältnis von antimaterie und dunkler materie.


Antimaterie von sichtbarer Materie sollte es im Universum nicht viel geben. Treffen Antimaterie und Materie zusammen, zerstrahlen sie in Energie. Warum zu Beginn etwa ein Milliardstel mehr Materie als Antimaterie entstanden ist, ist eine noch ganz offene Frage.

Die DM hat danach nichts mit der sichtbaren Antimaterie zu tun. Ob es auch Dunkle Antimaterie gibt, können wir nicht wissen.

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dinos tot, schuld: dunkle materie? 08 Feb 2016 20:09 #2608

Ferdi Runge schrieb: was mich ja viel mehr interessiert ist das verhältnis von antimaterie und dunkler materie.

Meines Wissens gibt es doch keine Antimaterie mehr, nirgendwo im Universum, die ist doch damals kurz nach der Bildung von Materie/Antimaterie restlos zerstrahlt.

Man muss sich ja mal vergegenwärtigen, was passieren würde, wenn Materie auf Antimaterie trifft: Diese Teilchen würden doch umgehend ihre gesamte Masse in Energie umwandeln.

Also kann es doch kein irgendwie geartetes "Verhältnis" von Antimaterie zu Dunkler Materie geben.

Übrigens warne ich vor voreiligen Schlüssen, wo die Dunkle Materie "sitzt" oder wie sie genau verteilt ist und was sie alles anrichten kann oder angerichtet haben soll: Wir wissen ja praktisch rein gar nix darüber, außer, dass sie "da sein muss, weil da ETWAS gravitativ wirkt" .............. vielleicht gibt es die Dunkle Materie ja gar nicht und der gravitative Effekt muss anders erklärt werden, keine Ahnung.

Ebenso vorsichtig sollte man mit der "Dunklen Energie" sein, auch die wird ja zur Zeit lediglich postuliert, weil "es da was geben muss, was einen Raum-auseinanderziehenden-Effekt haben muss" weil man sich ansonsten die beobachtete beschleunigte Ausdehnung des Raumes nicht erklären kann.

Auch hier wieder: Wer sagt denn, dass es diese Dunkle Energie wirklich gibt? Vielleicht sind die Gesetzmäßigkeiten des Kosmos eben doch noch nicht zur Gänze verstanden und dieser Ausdehnungseffekt beruht auf ganz anderen Grundlagen?

Es ist nur so verdammt schwer, weitere Erkenntnisse vom Aufbau des Universums zu erlangen, weil wir ja hier und jetzt auf diesem Planeten festsitzen, wir können ja nicht eben mal bis zur Andromeda-Galaxie fliegen und dort mal nachmessen. Und selbst, wenn wir uns auf den Weg machen würden, dauerte es allzu lange, bis die neuen Erkenntnisse hier angelangt wären, dann gibt es die Menschheit hier wahrscheinlich nicht mehr. Oder der wieder versteinzeitlichte Rest kann mit den Erkenntnissen nichts mehr anfangen.


Grüße
Udo

Das Verzichtbare ist nutzlos. J.F. Hingeklammert

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dinos tot, schuld: dunkle materie? 09 Feb 2016 12:26 #2621

Ich muß hier auch mal als Geologe dazu etwas sagen. Es hat ein wenig mit Betriebsblindheit der Disziplinen zu tun. Bei Beiträgen aus der Astronomie zum Thema Massenaussterbeereignisse wird oft - wahrscheinlich zu oft - eine exogene Ursache verantwortlich gemacht. Üblicherweise ist das der Meteorit, der vor 66 Ma in Yucatan eingeschlagen ist. Aber auch andere Massenaussterben wie zum Beispiel das größte an der Perm/Trias-Grenze wird mit einem Einschlag in Verbindung gebracht. Nun ist es aber so, daß unter den Geologen diese Aussterbeereignisse sehr kontrovers diskutiert werden. Es verdichten sich die Hinweise, daß viele Massenaussterben endogene Ursachen hatten: extremen Vulkanismus. Damit sind nicht Supervulkane wie Toba oder Yellowstone gemeint. Die sind zwar spektakulär und damit medienwirksam, aber im großen Bild der Evolution ist so ein Supervulkan sehr häufig (alle 30.000 Jahre oder so) und für das Leben auf der Erde als Ganzes eher ein grippaler Infekt als eine ernstzunehmende Bedrohung.

Es geht vielmehr um Flutbasalte in sogenannten Large Igneous Provinces (LIP), Das ist Vulkanismus, der wenig explosiv ist, aber extreme Mengen Magma fördert und das über lange Zeiträume. Zum Vergleich: Ein Supervulkan fördert (zugegeben sehr schnell) ungefähr ein paar Tausend Kubikkilometer Magma, was selbstverständlich für diverse Jahre dem Leben auf der Erde den Spaß verdirbt. Aber dann ist auch wieder gut sozusagen. Eine typische LIP fördert Millionen Kubikkilometer Magma über Hunderttausende Jahre, vielleicht auch schneller. Geologisch gesprochen immer noch extrem schnell, in der Wahrnehmung von Lebewesen aber ein "schleichender Tod". Medientauglich sind sie nicht, denn sie machen nicht "Bumm", so wie Meteoriten oder Supervulkane machen. Dennoch sind sie da und haben Auswirkungen. Zeitlich mit dem Perm-Trias-Aussterben korrelieren die Sibirischen Flutbasalte ("Siberian Trap"). Zeitlich mit dem Aussterben der Dinosaurier korreliert der Deccan-Trap, eine LIP in Nordwest-Indien. Andere LIP scheinen ebenfalls mit Krisen der Evolution zusammenzufallen, aber genaue Datierungen sind schwierig.

Es werden auch berechtigte Fragen gestellt zur Auswirkung des Yucatan-Meteoriten. Die Szenarien sind sicher apokalyptisch: jahrelanger Winter etc. Aber viele stellen sich die Frage, ob das wirklich ausreicht, um 60 bis 70 Prozent des Lebens auf der Erde zu vernichten. Bei allen Simulationen und Szenarien: wirklich wissen tun wir es nicht, und viel zu viele große Krater sind während der letzten paar hundert Millionen Jahre durch die Plattentektonik wieder von der Erdoberfläche verschwunden. Uns fehlen also wesentliche Teile des Puzzles.

Betriebsblindheit. Es ist klar, daß jeder dort guckt, wo er sich am besten auskennt. Die Astronomen gucken ins All, die Geologen gucken in die Erde. Ursachenforschung ist damit immer ein wenig "vorbelastet" durch den Wissenshintergrund derjenigen, die sie betreiben. Und ich werde die Geologen da selbstverständlich nicht ausnehmen. Letztlich geht es bei der Betrachtung von Massenaussterben in der Erdgeschichte darum, eine scheinbare Periodizität dieser Ereeignisse zu erklären. In diesem Fall wird das durch rhythmische Störungen der Oortschen Wolke durch DM versucht. Es gab auch schon mysteriöse Planeten oder dunkle Sterne (nein, nicht NIBIRU!), die als Erklärungsansatz herangezogen wurden. Andere Aussterbeereignisse werden mit Gammablitzen erklärt, etc. Nun - Periodizität oder Zyklizität ist etwas,das auch innerhalb der Erde vorkommen kann. Der genaue Mechanismus hinter den extremen Magmenproduktionen der LIPs ist noch nicht verstanden (möglicherweise eine gewaltige überhitzte Magmablase von der Kern-Mantel-Grenze), aber solche Pulse können selbstverständlich ebenfalls mit gewisser Regelmäßigkeit hochblubbern.

Während des letzten Jahrzehnts ungefähr sind viele Forschungen an Flutbasalten gemacht worden, und die Daten werden langsam genauer. Es lohnt sich auf jeden Fall, ab und zu in der geologischen Literatur vorbeizuschauen. Genauso wie es sich für uns Geologen lohnt, möglichst viel über das Universum da draußen zu lernen. Dem Naturwissenschafts-Jargon folgend sind alle Ideen bzgl. Massenaussterben noch weit davon entfernt, zur Theorie zu werden. Momentan stehen viele Hypothesen im Raum. Es bleibt spannend.

Grüße,
Mark
Folgende Benutzer bedankten sich: Ferdi Runge

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dinos tot, schuld: dunkle materie? 09 Feb 2016 16:46 #2628

ohje, da gab wohl ausdrucksfehler meinerseits, vermutlich geistige umnachtung.
ich meinte natürlich wie verhält es sich mit dunkler materie und dunkler antimatierie!
die forscherin hat nämlich jahrelang darüber gebrütet und kam zu folgender these:

wenn es denn schon so viele bausteine in der barionischen matherie gibt, warum sollte die natur dann bei der dunklen materie sparsamer gewesen sein?
wir wissen, dass es dunkle materie gibt, wir erzeugen antimaterie und benutzen positronen in krankenhäusern.
wenn diese materie nun schon eindeutig eine der 4 naturgesetze, die schwerkraft, aufweist, so ist es naheliegend, dass auch andere der gesetze gelten, wir es nur nicht überprüfen können. es sei denn wir sind irgendwann dazu in der lage sie zu detektieren und proben zu nehmen, beispielsweise. wenn ihre theorie stimmt, dann gibt es überall wölkchen aus dunkler materie.

wenn das stimmt, müssen wir die bekannten teilchenarten nicht X2, sondern X4 nehmen, da vielleicht dunkle materiebausteine auch antiteilchen haben.
was für ein teilchenzoo! das wort átomos (gr. das unzerschneidbare) bekommt langsam rote backen vor pein, haha ;>

ich finde diese idee faszinierend, denn sie ist so plausibel.
anscheinend begegnen wir der dunklen materie nur, weil die schwerkraft unendlich wirkt, EM- und kernkräfte dagegen nicht.
die "strukturen"1) der dunklen materie sehen nämlich genau danach aus, dass die anderen kräfte in der DM auch wirken.
vielleicht sind diese kräfte aber auch völlig anders gestrickt und sind mit unseren nur kompatibel.

1) es gibt viele berechnungen, die die dunkle materieverteilung grafisch darstellen.

ich bin mir ziemlich sicher, zu meinen lebzeiten werden wir noch rausfinden was DM ist und wir werden so salopp darüber reden wie heute über das handelsübliche, schwarze loch ; ( )
(die haben wir nämlich schon ziemlich gut im griff!)

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dinos tot, schuld: dunkle materie? 09 Feb 2016 17:03 #2629

hallo mark, schön dich im forum zu haben!

einen geologen kann man immer gut gebrauchen, (nur eben nicht randy marcs! ;D ).

bei einem großen einschlag kann es passieren, dass die kruste aufreißt und magma an die oberfläche dringt, sozusagen ein künstlicher LIP.
das sieht dann so aus wie auf dem mars, wo du in der mitte verschiedenster, großer krater eine kleine wulst hast.
du hast völlig recht, viele einschlagkrater sind durch plattentektonik, vegetation und korrosion vernichtet, es wäre jedoch spannend, wenn man gerade für einschläger eine zeitkarte erstellt um herauszufinden: 1. woher die meteoriten kommen, 2. wann sie kommen und 3. warum sie kommen.

das permsterben...hmm, da sollen ja nun mindestens 4 katastrophen beteiligt gewesen sein.
darf ich fragen was dein fachgebiet ist? vielleicht kann man da im rahmen des forums etwas einsteigen!
ich bin mir sicher es würde viele hier interessieren, denn was du sagtest, dass wir uns gegenseitig auch auf die finger schauen und vor allem von einander wissen sollten ist absolut korrekt. herr lesch hat in seinen videos vereinzelt nur über geologie gesprochen, und das in einer astrophysiksendung.
(ich liebe zusammengesetzte substantive ;>)

auf jeden fall ein sehr schöner erster beitrag deinerseits, ich hoffe du bleibst dem forum erhalten, wenn ich bitten darf :)

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dinos tot, schuld: dunkle materie? 09 Feb 2016 18:41 #2639

Kann es sein, dass so ein großer Einschlag wie in Yukatan die Erde so durchrüttelt, dass dies den Ausbruch eines LIP begünstigt?

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dinos tot, schuld: dunkle materie? 09 Feb 2016 19:27 #2642

Kann es sein, dass so ein großer Einschlag wie in Yukatan die Erde so durchrüttelt, dass dies den Ausbruch eines LIP begünstigt?


es ist nur scheinbar ein LIP, den genauen fachausdruck kannst du dir bei interesse raussuchen.
die größe eines einschlägers ist entscheidend, ob die erdkruste aufbricht.

um dir das mal zu verdeutlichen empfehle ich dir per google earth mal über die marsoberfläche zu schweifen und sieh dir die zentren der krater an.
immer wenn du einen hügel im zentrum erkennst, handelt es sich um solch ein ereignis. der mars hatte früher einen flüssigen kern und vulkanismus.

das geschah auch sehr oft in früher zeit auf der erde, einer der einschläger war so groß dass wir diesen riesigen mond bekamen, der uns eigentlich gar nicht zusteht.

das begünstigen eines LIP halte ich dennoch für möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich.
in der tat könnten mehrere dieser ausbrüche zur selben zeit stattgefunden haben und somit einen nennenswerten, prozentualen anteil der lebewesen auf der erde vernicht haben, dennoch glaube ich dass noch mehr einflüsse dahinterstecken und v.A. verkettungen von ursache und wirkung, die wir uns in der stoffwechselchemie der natur nicht auszumalen gedenken oder noch nicht erlebt haben.

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dinos tot, schuld: dunkle materie? 09 Feb 2016 21:19 #2647

Danke für das warme Willkommen!

Ferdi Runge schrieb: bei einem großen einschlag kann es passieren, dass die kruste aufreißt und magma an die oberfläche dringt, sozusagen ein künstlicher LIP.
das sieht dann so aus wie auf dem mars, wo du in der mitte verschiedenster, großer krater eine kleine wulst hast.


So ein Lavasee von einem Impakt, ganz gleich wie groß, wäre allerdings nach ein paar Tausend Jahren wieder "zugefroren". Bei den LIPs reden wir von Dauerbelastung über sehr lange Zeiträume.
Du hast recht, es geistern viele Ursachen durch die Gazetten. Zum Beispiel wurde auch versucht, den Chixulub-Impakt mit den Deccan-Traps in ursächlichen Zusammenhang zu bringen. Der Impakt soll durch die Schockwelle auf der anderen Seite des Globus den Magmenaufstieg quasi ausgelöst haben. Ich will nicht sagen, das sei hanebüchen, aber es ist eine ganz schön außergewöhnliche Aussage. Und außergewöhnliche Aussagen brauchen außergewöhnlich gute Belege. Gerade diese sind in der Geologie schwer zu haben, denn es bleiben immer Altersunsicherheiten. Blöderweise sind nämlich ausgerechnet Basaltlaven nicht ganz leicht genau zu datieren (hängt mit deren Chemismus zusammen). Beim Dinosauriersterben gibt es weitere Ungereimtheiten bzgl. der reinen Impakt-Hypothese. Warum haben ausgerechnet die wechselwarmen Reptilien den nuklearen Winter überlebt (Krokodile, Schildkröten) und die Dinosaurier (von Vögeln abgesehen), die ja ihre Körpertemperatur regeln konnten, starben aus? Ebenfalls darf man nie vergessen, daß etwas, das in den geologischen Schichten "plötzlich" erscheint, Zeiträume von Hunderttausenden oder gar Millionen Jahren umfassen kann. Und wir können das längst nicht immer auflösen.
Von der Idee eines Perm-Trias-Impakts habe ich auch gehört, aber auch hier gilt: außergewöhnlich gute Belege bitte! Ein paar Isotopenanomalien reichen nicht. Sollte es ein welterschütterndes Ereignis gewesen sein, müßte es sich auch in den Sedimentgesteinen wiederfinden, zum Beispiel durch Strukturen, die eindeutig als Tsunami-Ablagerungen zu identifizieren sind.

Ich selbst warte da ab, welche Ergebnisse die Zukunft bringt. Zur Zeit tendiere ich beim K-Pg-Aussterben vor 66 Ma eher in Richtung Vulkanismus. Der Impakt war dann sozusagen ein ganz mieser Tag nach einem sowieso schon miesen Jahrtausend :-).

darf ich fragen was dein fachgebiet ist? vielleicht kann man da im rahmen des forums etwas einsteigen!


Von Haus aus bin ich Strukturgeologe, beschäftigte mich also mit Gesteinsdeformation, Gesteinsmetamorphose, der Entwicklung und dem Vergehen von Gebirgen etc. Seit einigen Jahren arbeite ich für ein kleines Naturkunde-Museum, kümmere mich um die Sammlung, plane Ausstellungen und führe Bildungsveranstaltungen von KiTa bis Rentenalter durch. Mache also in "Populärwissenschaft". In so einem kleinen Laden wie unserem wird man zwangsläufig zum naturwissenschaftlichen "Mädchen für alles", muß also oft außer Geologie auch noch andere Themen vermitteln. Und da kennt man den Herrn Lesch natürlich als didaktisches Vorbild schon aus Alpha Centauri-Zeiten. Wenn man wie ich an der "außerschulischen Bildungs-Front" arbeitet, weiß man um die große gesellschaftliche Wichtigkeit solcher Persönlichkeiten. Das Gaßner/Lesch-Projekt ist mir erst seit ein paar Wochen bekannt, und dieses Engagement ist absolut großartig! Darum bin ich hier gelandet.
Wieviel und wie regelmäßig ich hier beitragen kann, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Wie schnell die Zeit im Bezugssystem Internet vergeht, ist vielleicht nicht in der Relativitätstheorie, dürfte aber jedem hier bekannt sein :-).

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dinos tot, schuld: dunkle materie? 10 Feb 2016 12:03 #2654

Ferdi Runge schrieb: immer wenn du einen hügel im zentrum erkennst, handelt es sich um solch ein ereignis


Ein "Central High" oder "Central Uplift" kriegt man auf der Erde schon bei Kratern von "nur" 10 km oder mehr. Das ist weit weit davon entfernt, die Kruste zu durchschlagen. So weit ich weiß, hat das nicht einmal Chicxulub geschafft, und der ist zehnmal größer im Durchmesser. Mit "Kruste durchschlagen" meine ich hier, daß alles so stark umgewälzt wird, daß signifikant Mantelmaterial an die Oberfläche dringt. Selbstverständlich erzeugen Impakte tiefe Risse in der Kruste, durch die Magmen aufsteigen können - vorausgesetzt, der Wärmefluß an der Stelle ist groß genug. Das ist bei allen Einschlägen in kontinentale Erdkruste eher weniger ausgeprägt. Damit dabei nennenswerter Vulkanismus auftreten kann, müßte der Impaktor schon eine Magmakammer treffen.

Schöner anschaulicher Text mit Bildern zu Kraterbildung und Kraterformen: www.uwgb.edu/dutchs/planets/cratform.htm

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dinos tot, schuld: dunkle materie? 10 Feb 2016 16:45 #2660

Warum haben ausgerechnet die wechselwarmen Reptilien den nuklearen Winter überlebt (Krokodile, Schildkröten) und die Dinosaurier (von Vögeln abgesehen), die ja ihre Körpertemperatur regeln konnten, starben aus?

das hängt mit dem sauerstoffverbrauch großer landlebewesen zusammen. die dinosaurier, so weiß man heute hatten ja schon federn und es dauerte auch 1 mio jahre, bis sie ausstarben, in der zeit ist schon ein wenig evolution möglich. die vögel und vogelartigen lebten weiter, während große tiere ausstarben.
der lebensraum von krokodilen und schildkröten ist ja bekanntlich ein anderer als von brachiosaurus und co.

Wie schnell die Zeit im Bezugssystem Internet vergeht, ist vielleicht nicht in der Relativitätstheorie, dürfte aber jedem hier bekannt sein :-).

wir auf der raumstation c-base sagen dazu zeitloch ;D

habt ihr einen shop im naturkundemuseum? vielleicht stellste einfach mal das buch da rein, es wird sicher andrang finden.
hab jetzt gerade erst bissel im berliner NM der humboldtuniversität werbung gemacht und es kommt offenbar dort gut vom tisch, wie mir im nachhinein berichtet wurde.
herr gaßner freut sich immer riesig über solche sachen, sie ermöglichen die party hier :) .

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