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THEMA: Ethik: Eingriffe ins Erbgut - Fortschritt oder Wahnsinn?

Ethik: Eingriffe ins Erbgut - Fortschritt oder Wahnsinn? 03 Aug 2017 11:29 #18147

Auslöser für diesen Thread ist ein Artikel im Scinexx über einen halbwegs erfolgreichen Eingriff in das Erbgut einer Spermazelle, um einen Gendefekt zu reparieren: Gendefekt bei menschlichem Embryo repariert

Damit könnte man also auf lange Sicht gesehen sämtliche Erbkrankheiten im Genpool eliminieren, die entscheidende Frage ist aber: "Darf man das?"

Wie steht ihr dazu? Wie weit darf Forschung gehen, wie weit konkrete medizinische Anwendung?

Ich bin gespannt :)

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Ethik: Eingriffe ins Erbgut - Fortschritt oder Wahnsinn? 03 Aug 2017 15:23 #18151

Leider wird diese Frage wohl vom Geld entschieden.
Wer würde gendefekte an seinem Kind nicht eliminieren, wenn man es sich leisten kann.

Verzeiht mir bitte die Autokorrektur des Handys.

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Verzeiht mir bitte die Autokorrektur des Handys.

Ethik: Eingriffe ins Erbgut - Fortschritt oder Wahnsinn? 03 Aug 2017 15:45 #18152

Nun die entscheidende Frage dabei ist dann: ist es denn dann noch dein Kind, oder kommt am ende etwas völlig anderes heraus als das was ohne Eingriff herausgekommen wäre? Wie groß sind die Unterschiede? Die DNA zweier Menschen kann über 500 Millionen verschiedene Menschen hervorbringen, jeder von uns hatte das Glück bei dieser Lotterie zu gewinnen, die anderen möglichen Kombinationen sind alle nicht entstanden.

Wenn ich jetzt schon vor der Verschmelzung von Ei und Samenzelle eingreife, ist dann nicht schon die gesamte Lotterie entschieden? Kann die gesamte Lotterie des Lebens beeinflusst werden? Wo ist die Grenze? Frei von schlimmen Gendefekten? Frei von Allergien? Blonde Haare? Sportliche Figur? Überdurchschnittlich hohe Intelligenz? Fügsamer Charakter?

Ich persönlich halte die gesamte Technologie für einen Segen, und heiße sie prinzipiell gut, aber ich erkenne moralische oder ethische Fallstricke, und weiß nicht ganz genau was ich davon halten soll.

Mit platten Allroundantworten wie "Das entscheidet wie immer das Geld" mag ich mich nicht zufrieden geben, das ist zu simpel und gilt auch immer, jede neue Technologie ist zunächst einmal in der oberen Preisklasse angesiedelt. Egal ob Auto, Fernseher, Handy oder sonstwas es dauert immer seine Zeit bis eine Technologie für die breite Masse erschwinglich wird.

S = k log W

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Ethik: Eingriffe ins Erbgut - Fortschritt oder Wahnsinn? 03 Aug 2017 18:22 #18159

  • Ralf
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Warum sollte man etwas für schlecht halten, was einen Fortschritt für die Menschheit bringen wird?
Ich bin auf jeden Fall auch für die gentechnische Manipulation menschlichen Erbgutes- WENN:
- alles in allgemeingültig ethischen Grenzen gehalten wird
- es eben nicht aufs Geld ankommt.
- es unter einer Kontrolle gehalten wird, welche wiederum der Allgemeinheit unterliegt
Also nicht den Leuten in die Hand geben, welche nur ein Geschäft daraus machen wollen.

Soweit mein Traum- ausgeträumt!
Natürlich wird es anders kommen, leider!!
Letzten Endes haben die meisten medizinischen Erfindungen, Entwicklungen zu einer längeren Lebenszeit geführt. Wenngleich man sich darüber streiten kann, ob es schön ist, alt zu werden nur mit Chemie und Ersatzteilen.

Es ist und bleibt eine Errungenschaft für die Menschheit in Zukunft erbbedingte Krankheiten auf diese Weise bekämpfen zu können.
Darüber hinaus habe ich nicht die Hoffnung verloren, dass die liebe Menschheit irgendwann neue Wege gehen wird, welche nicht den heutigen Prioritäten folgen.
Dann ist es auf jeden Fall von Vorteil, gentechnisch zu handeln.

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Letzte Änderung: von Ralf. (Notfallmeldung) an den Administrator

Ethik: Eingriffe ins Erbgut - Fortschritt oder Wahnsinn? 04 Aug 2017 08:08 #18166

Hallo,

habe mal eine ganz pragmatische Frage dazu: Wieviele Millionen Spermien will man denn behandeln, bevor es zur Verschmelzung kommt oder ist das prinzipiell technisch nur als Befruchtung außerhalb der Mutter gedacht und das Befruchtungsspermium ist bereits für seine Tätigkeit selektiert?

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Ethik: Eingriffe ins Erbgut - Fortschritt oder Wahnsinn? 04 Aug 2017 11:35 #18169

Eine schwierige Debatte auf die ich keine befriedigende Antwort weiß. Das Wissen, um diese gentechnischen Eingriffe beurteilen zu können, fehlt mir und vermutlich befinde ich mich mit dieser Unkenntnis nicht alleine auf dieser Welt. Allerdings fehlt mir auch das Vertrauen in "Expertenmeinungen", die ja oft Interessen gebunden sind. Vertrauen in die Politik im Hinblick auf die Gesundheit der Bevölkerung ist mir schon lange abhanden gekommen, und wenn ich mir die Ergebnisse des Dieselgipfels anschaue, finde ich mein Mißtrauen einmal mehr bestätigt. Leider! Der gentechnisch veränderte Mais zum Beispiel, weist keine zunehmende Stabilität der Pflanzen auf - oft sogar das Gegenteil. Ob die gentechnischen Eingriffe nun Wahnsinn oder Fortschritt sind? Vermutlich beides. Jede Kultur hat ihre Krankheiten, die sie versucht zu bekämpfen und jede Kultur bringt auch neue hervor. In diesem Zusammenhang verweise ich auf die immense Zahl von Allergieerkrankungen in der Generation meiner Kinder, auf die immense Zahl von Diabetes, Krebs und wie sie alle heißen. Auch mit der Gentechnik wird das so sein. Vieles wird zum Segen werden, manches zum Fluch. Man wird eine ganze Menge "Nebenwirkungen" ausschließen können, aber nie alle: Die Natur ist ihrem Wesen nach zufällig. Diese Zufälle machen notwendig ihre Kreativität aus. In dieser Zufälligkeit ist die Natur uns immer voraus. Das ist auch gut so! So werden wir durch unser eigenes Wirken, vor neue Aufgaben gestellt, müssen uns auch unseren Fehlern und Fehlentscheidungen stellen. Die Natur wird uns nicht verschonen. Hat sie noch nie gemacht, wird sie nie machen. Nicht gut sind die Machtverhältnisse in dieser Welt, weil diese ein flexibles Agieren auf neue Erkenntnisse nicht zulassen. Das Problem, diese Machtverhältnisse zu überwinden, scheint mir viel wesentlicher zu sein und eine Antwort auf die Gentechnikfrage kann ich nicht unabhängig davon entscheiden. Das Wissen in dieser Welt und um diese Welt hat in dem letzten Jahrzehnt einen qualitativen Sprung gemacht und braucht neue Machtverhältnisse, damit das Wissen im Wesentlichen zum Segen für uns wird. Neue Erkenntnisse entwickeln sich eben nicht in einem Macht freien Raum. Galilei lässt grüßen.

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Ethik: Eingriffe ins Erbgut - Fortschritt oder Wahnsinn? 10 Aug 2017 13:30 #18415

  • Chalawan2000
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Geht es nicht um diese "Sensation"?

www.sciencemag.org/news/2017/07/first-us...81295&et_cid=1463033
Nach den Chinesen veröffentlichte MIT Technology Review die erste menschliche Embryo-Editing-Arbeit.

Noch klingt der Vorgang „fremd“. Embryologe Shoukhrat Mitalipov von der Oregon Health and Science University in Portland lehnte leider ab, über Probleme bei seiner Arbeit, hinsichtlich der unvollständigen und off-target-Bearbeitung, die vorherige Versuche geplagt hatten, zu sprechen - die Veröffentlichung der Arbeit erfolgt in Kürze.
"Es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur potenziellen klinischen Anwendung", sagt der Bioethiker Jeffrey Kahn von der Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland, der in einem von der US National Academy einberufenen Komitee diente.“

Wir sind uns einig: Was geht und Kohle bringt, wird geschehen.
Das „Produkt“ der „Bearbeitung“ ist sicher ein „Kind“ eines Homo sapiens. Oder was???
Aber ALLES hat seinen Preis: Blumen duften nicht mehr, dafür sind sie länger haltbar, Gemüse ist "schön groß" aber ohne Geschmack, Obst ist "wie gemalt" und voll Haushaltszucker, statt Fructose und mehr Enzymen >>> „Mehr Grips und Schönheit rein“ UND WAS GEHT „FLÖTEN“? VIELFALT ALS 1.!

Ein anderes Problem, was wird – zukünftig – mit Menschen wie Hawking, dem man als Kind keine hohe Lebenserwartung „diagnostizierte“???

Und stimmen Cyborgs und Bostroms Zukunftsaussichten vom Beginn einer postbiologischen Evolution in Bälde - allgemein - nicht unbedingt in Bezug auf „Erbgutbearbeitung“, die, nebenbei, auch durch Chemikalien und Strahlung ausgelöst werden kann und damit mit zum Thema gehört, z.B. Retinol (Vitamin A), Contagan, Folgen der Hiroshima/Nagasakibombe!?!?
Chalawan

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