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THEMA: Leben und Physik

Leben und Physik 16 Aug 2019 14:12 #55541

Wir finden uns in einer Welt vor, die wir untersuchen können, zugleich finden wir uns selber als ein Lebewesen vor. Bei allem, was wir wahrnehmen, empfinden, denken, fühlen, entscheiden und tun erleben wir, dass wir es als Person, als eine Einheit tun. Dieses Erleben ist robust, d. h. es ist eine Realität. Denn die Alternative ist, dass dies nur etwas ist, was mir vom Gehirn suggeriert wird. Damit ist die Frage aber nur verschoben: Denn wer bin ich, dem etwas suggeriert wird? Es ist also logisch nicht möglich, dies zu leugnen. Die Tatsache, dass jemand etwas empfindet, ist damit ein hartes Faktum. Dies zu ignorieren ist redlicherweise nicht möglich.
Das Problem ist, dass so eine ganzheitliche Größe („ich“) in den Naturwissenschaften keinen Platz hat.
Klassischerweise wird dies das Leib-Seele-Problem genannt.
Hier im Forum wird aber meist ganz anders damit umgegangen. Ein Bereich außerhalb dessen, was Naturwissenschaft erfassen kann, wird grundsätzlich verneint, das angesprochene Problem deshalb als Scheinproblem behandelt.
Dahinter liegen entsprechende Verständnisse von dem, was Naturwissenschaft und die Realität der Welt ist. Dabei sind viele philosophische, insbesondere naturphilosophische Fragen zu bedenken.
Wenn es dazu Videos von H. Lesch gibt, bin ich für entsprechende Links dankbar.

Wer meint, er habe etwas erkannt, der weiß noch nicht, wie man erkennen soll.
1. Brief des Paulus an die Korinther 8, 2

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Leben und Physik 16 Aug 2019 14:51 #55549

Naturwissenschaftler und Geisteswissenschaftler stehen sich (auch in diesem Forum) oft in einem Spannungsverhältnis gegenüber. Naturwissenschaftler meinen, sie haben die harten Fakten, die Geisteswissenschaftler dagegen schwurbeln nur Meinungen gegeneinander. Die Geisteswissenschaftler dagegen bemängeln, dass Naturwissenschaftler blind sind für die philosophischen Entscheidungen, die ihren Auffassungen zugrunde liegen. Ich gebe zu, dass ich Letzterem oft erlegen bin. Es kann aber auch hilfreich sein, solche Vorurteile auszusprechen, damit man da weiter kommt – und ein wahrer Kern ist immer dabei.
Dieser Thread bewegt sich in so einem Spannungsfeld, wobei ich die Einteilung Naturwissenschaften / Geisteswissenschaften für problematisch halte. Nebenbei gesagt: Ich finde es angemessener von Lebenswissenschaften und Wissenschaften des Unbelebten zu sprechen. Ich bin mir nicht sicher, ob dies ein anderes Selbstverständnis der Biologie zur Folge hat, denn die biologischen Wissenschaften würden da die Seite wechseln. Aber dem üblichen Sprachgebrauch kann ich mich auch nur schwer entziehen.
Die im Eingangsposting genannte Fragestellung kann man auch mit der 3.-Person-Perspektive (analytische Wissenschaften) und 1. Person-Perspektive (unmittelbare Selbstwahrnehmung) beschreiben. Entscheidend dabei ist, ob die 1. Person-Perspektive als Appendix gesehen wird, die nicht als eigenständige Realität gewertet wird, weil sie nicht objektiv ist, oder nicht.
Dabei gebe ich zu bedenken, dass es nichts ohne diese 1.-Person-Perspektive gibt, insbesondere keine Naturwissenschaft, weil die von Menschen betrieben wird, die wahrnehmen, denken und entscheiden und formulieren. Nur wenn das, was ein Naturwissenschaftler sagt, auch einen Sinn hat, kann es Naturwissenschaft geben.
Ich sehe drei philosophische Vorentscheidungen, die oft unhinterfragt vorausgesetzt werden:
1. Alles ist Materie
2. Es waltet ein allumfassendes Kausalitätsprinzip
3. Das Supervenienzprinzip.
Alle drei halte ich für problematisch. Dies zu problematisieren kann Vorbehalte gegen meine Auffassungen wackeln lassen.
Zu diesen drei Themen noch ein Buchtipp:
Hans-Dieter Mutschler: Halbierte Wirklichkeit. Warum der Materialismus die Welt nicht erklärt.

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Leben und Physik 16 Aug 2019 16:09 #55555

Ich sehe die Wissenschaften wie eine Zwiebel oder wie Schichten, die vom Grundlegenden zum Komplexen gehen.

Die Schichten sind folgendermaßen:
1. Physik
2.Chemie (Physik der Elektronenhüllen)
3. Biologie (basiert auf Physik und Chemie)
4. Medizin (basiert auf Biologie)
5. Psychologie (basiert auf Biologie)
6. Sozialwissenschaften wie Volkswirtschaft, Geschichte etc (Basiert auf Psychologie und Physik)
7. Meinetwegen noch Geisteswissenschaften wie Literatur, Linguistik etc (Basiert auf Psychologie)

Also ist alles letzendlich Physik. :-)

Dazu gibt es als übergreifende Hilfswissenschaften die Mathematik und wenn man will (ich nicht unbedingt) auch den erkenntnistheoretischen Teil der Philosophie
Folgende Benutzer bedankten sich: Arrakai

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Leben und Physik 16 Aug 2019 17:13 #55561

Bei der Schichtung der Welt kann man sich einig werden. Heisenberg hat (1940 oder 1942 in seinem Aufbau „Die Ordnung der Wirklichkeit“ eine ähnliche Reihenfolge. Sein Ordnungsprinzip war von einer objektiven zu weniger objektiven Wissenschaft, wobei er zwischen Physik und Chemie die Quantenphysik einschob. Dabei war das nicht wertend gemeint, sondern dem Gegenstand angemessen.
Solche Schichtungen der Wissenschaft und der Welt sind durchaus sinnvoll. Die Reihenfolge: Grundlegend - komplex ist es sicher auch.
Aber warum daraus folgen sollte, dass alles Physik ist, erschließt sich mir nicht. Dies kann m. E. nur dann sein, wenn alles auf die Grundlage zurückzuführen ist (Reduktionismus, Supervenienzprinzip).
Was Du betreibst ist Naturphilosophie und Wissenschaftstheorie: Diese philosophischen Dinge, die Du selber machst, findest Du übverflüssig?

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Leben und Physik 16 Aug 2019 17:28 #55564

Martin-O schrieb: Wenn es dazu Videos von H. Lesch gibt, bin ich für entsprechende Links dankbar.


Wird dir aber nicht gefallen .






Wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, aber es haben nicht alle den gleichen Horizont.

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Wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, aber es haben nicht alle den gleichen Horizont.

Leben und Physik 20 Aug 2019 00:11 #55768

@ heinzendres
Danke für die Videos, das Letzte konnte ich erst heute ansehen.
Doch die Videos gefallen mir, das sehe ich alles genauso.
Leider sind die Videos viel zu kurz. So hat H. Lesch das Gleichnis von den vielen aufeinander balancierenden Rasierklingen oder das von den vielen Flaschenhälsen gebracht, beschränkt sich dann bei der Entstehung des Lebens auf die wenigen Dinge, die auch einen Physiker interessieren, die kniffligen Fragen wurden nicht ausgeführt.
Bei dem 2., Video über das Ich sind einige Passagen, bei denen ich zweifle, dass sie Dir gefallen. :) Vielleicht hört jeder nur das heraus, was er hören will?

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